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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung. 317

Volksversammlung in Kiel ausgesprochen, man werde keiner andern Regierung Ge-horsam und Steuern gewähren, und für die Rechte dc§ Landes bis aufs äußerstekämpfe,,. Graf Karl Moltke hatte es gewagt, ins Land zu kommen; aber das Volk"hob sich j,i solcher Entschiedenheit gegen ihn, daß er den drohenden Massen nurW einem Geleitsbricfe der Provisorischen Regierung zu entkommen vermochte. Dievier Männer, die mit ihm die neue Regierung bilden sollten, hatten diese Zumu-th»ng zurückgewiesen, Jeder für sich, ohne Verabredung. Mitten in solcher Wirr->üß waren noch dazu Zerwürfnisse zwischen den Soldaten aus dem Lande und denPreußen ausgebrochen; überall hieß es, man wolle den Krieg auch allein, auchohne deutsche Hülfe fortsetze». Der preußische Comnüssar, Major von Wildenbruch,der die Einhaltung der Waffcnstillstandsbcdingungcn überwachen sollte, hatte Kielverlassen müssen, weil die Provisorische Regierung für seine Sicherheit nicht einstehenkonnte. Die Aufregung theilte sich schon den Bundestruppen mit. Die höchste Ge-fahr war im Verzüge. Deshalb fragte Rappard bei den Ausschüssen an, ob sienicht bis zum nächsten Tage ihren Bericht über die Genehmigung oder Verwerfungdes Waffenstillstandes erstatten würden.

Zachariä aus Göttingen erklärte darauf, der Druck der Papiere und Urkundenkönne frühestens erst diesen Abend, der Bericht also unmöglich bis zum Morgenvollendet werden. Schober verlangte nun die Erstattung des Berichts auf den an-dern Nachmittag; Wizard schlug vor, durch den Gesammtvorstand der Versammlunguntersuchen zu lassen, woran die Verzögerung des Drucks liege. Das wurde ge-Nchmizr. Die quälende Ungeduld suchte man durch Berathung der Grundrechtenbzutödteu, bis Robert Blum wieder eine Anfrage stellte, diesmal aber an Dahl-wan„. Fg wurde von ihm Auskunft verlangt, wie weit es mit der Bildung des^''ni'stcriums gediehen sei. Dahlmann antwortete, die angeknüpften Unterhandlungenst>en noch „icht zum Abschluß gelangt. Da beantragte Blum, man solle des andern^ags eine Sitzung halten, und darüber berathen, ob nicht eine Abordnung an den^teuhsverweser zu senden sei, die ihn zur schleunigen Beendung der „Ministerkrisis"auffodere. Die Versammlung sprach sich gegen die Dringlichkeit des Antrags aus;damit fiel er von selbst weg. " ^ »

Auch hätte es in keines Neichsvcrwescrs Macht gelegen, Das rasch zu cntwir-tt», was in der Hand der parlamentarischen Parteien so unlösbar verwirrt worden.Dahlmann hatte mittelst der Linken gesiegt; aber der gelehrte Politiker, der Feindaller Lehren des Umsturzes, der beharrliche Verfechter auf der Mittelstraßc, konnteUnmöglich sein Ministerium mit Männern der Linken besetzen. Von der rechtenSeite und dem rechten Centrum wollte Niemand sich an einer Aufgabe betheiligen,die eine Verleugnung der eigenen Abstimmung vom 5. Scpt. als erstes Erfodernißvorausgesetzt hätte. Sich ganz in die Hände des linken Centrums zu geben, so-weit konnte Dahlmann seine Grundsätze nicht beugen. Zudem hätte diese Partei,M ^ Unterstützung aller drei Theile, in die sich die Linke gespalten, eineerlangen kaum vermocht; und eine solche Unterstützung war ohnehinfür dü oinen ^age gewiß, war für die Zukunft keineswegs, ja nicht einmalmann'« ^"enkwickclung der schleswig-holsteinischen Angelegenheit, wenn sie in Dahl-

Hatte zu hoffen.

vor Auaen aelkclle""^ ^ ^ 8°lgen deS von ihm beantragten Beschlusses klardurchii.^ibron- er sich auch gerüstet haben, ihn ohne Zögcrung

schlug« nk ' ^ ^ bogcrung an sich genügte schon zur Vernichtung jenes Bc-

Wustes. Er mußte, und darin hatte Vogt vollkommen Recht, das Ministerium

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auf wenige Stunden übernehmen, um dem Rückmärsche des deutschen Heeres Haltzu gebieten; das war die einzige Möglichkeit für Dahlmann, seinen Sieg zum Siegeseiner Sache zu gestalten. So hätte ein thatkräftiger, ein wirklicher Staatsmanngehandelt. Vogt sprach es aus, und sein Urtheil ist gültig geblieben. Aber Dahl-mann schien nicht entschlossen, die Verantwortlichkeit für seine Meinung b,s zu denGrenzen der kühnen That zu tragen. Schon am Abend des 8. Scpt. gab er seine