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Die deutsche Nationalversammlung. 325
die Fragestellung und die Absiiminuilgsweisc. Der Antrag der AuSschußmehrheitbestand aus zwei Theilen, deren erster dahin ging, den Vertrag von Malmoe nichti" genehmigen, deren zweiter aber das Reichsministcrium auffodertc, die zur Fort«schling des Kriegs dienlichen Maßregeln zu ergreifen, sofern die dänische Regierungsich nicht bereitwillig finde» sollte, die Friedcnsuntcrhandlungcn mit der Centralgewaltbcs deutschen Bundesstaats sogleich zu eröffnen. Zm Laufe der Berathung war es"lehr als zweifelhaft geworden, ob sich eine Mehrheit für die offene Kriegserklärunggewinnen lassen werde; das linke Centrum wollte lieber die entschiedene Maßregelopfern, damit wenigstens die einfache Nichtgenehmigung durchgesetzt werde. Daher"erlangte Wernhcr von Nierstein Trennung der beiden Theile des Ausschußantrags.3hm entgegnete der Deutsch-Posener Kerst, das sei nicht zulässig; denn wenn manden Waffenstillstand nicht wolle, so folge daraus, daß man den Krieg wolle. Scho-ber machte geltend, daß Viele seien, die für den ersten Punkt stimmen möchten,nicht aber für den zweiten; trenne man sie nicht bei der Abstimmung, so vernichteMan Vielen ihr Stimmrecht. Darauf erwiderte man von der andern Seite: dieMehrheit des Ausschusses habe die Gründe für jeden der zwei Punkte nicht getrenntaufgeführt, sondern nach Aufzählung derselben die beiden Anträge als nothwendigeFolgesätze zusamnien verbunden; diese, seien also ein unzertrennliches Ganze. Soi-dem Gagcrn, weil er selbst das Wort ergreifen wollte, den Vorsitz überlassenhatte, üxß über hie Trennung abstimmen, und erklärte dann die Trennung für ver-"vrfen. Dagegen erhob sich heftiger Widerspruch: es seien Fremde im Saale, diehöbe man irrig mitgezählt. Ohnedies war es spät am Abend geworden; spärlicheKerzen erhellten kaum den Tisch des Vorstandes und die Plätze der Zeitungsbericht-erstatten Die Zweifel an der Richtigkeit der Abstimmung waren sonach nicht ohne, Allein die Gegner des Waffenstillstandes erkannten schon durch diese Unze-
wlßheit, wie gefährdet ihre Sache sei; und Claussen auS Kiel gab in dessen Folge°>e Erklärung, der Ausschuß lasse den zweiten Theil seines Antrags fallen.
Damit würde vielleicht der Sieg des linken Centrums entschieden worden sein;alied" weniger wollte sich die Rechte Das gefallen lassen. Von ihren Mit-
lirk, ^"Erklärten Viele, sie nähmen den. Antrag wieder auf. . Da gab cS unerquick-. ^ " ^sfeit, ob eine solche Kriegslist gestattet sei; bis endlich Esmarch aus Schles-.fZ, selbst zur AuSschußmehrheit gehörig, offenherzig mittheilte, er sei bei jener Zu-rücknahme nicht befragt worden und billige sie nicht. Somit konnte sie nicht ge-schehen, da nicht alle Ausschußmitglieder einverstanden waren. Das machte demHader ein Ende. Inzwischen war die Abstimmung über die Trennung wiederholtworden,, und sie blieb so zweifelhaft, daß eine Zählung stattfinden mußte. Da er-gab sich's, daß nur 246 Mitglieder gegen 244 die Trennung verwarfen.
Moritz Hartmann aus Leitmerih hat nachher in der folgenden Sitzung diesenUmstand nachdrücklich hervorgehoben; und manche Stimmen haben es Soiron häufigals tückische Parteilichkeit angerechnet, daß er bei der ersten Abstimmung die wich-verneint erklärte, über die nachher nur mit einer Mehrheitentschieden wurde. Allein, ob nun einige Abgeordneten bis zurmitaewirkt °'"es ändern besonnen, oder ob sonst unbekannte Gründe
ibmn fünf M »"der» Vorsitzenden und die Schriftführer, unter
Abllinl«il,^w / « ha"en sich mit dem Ergebniß der ersten
Abstimmung, w,e es S ,r°n verkündet, einverstanden erklärt.
über di- Ä, s° „langem Hm- und Hcrreden, gelangte man zur Abstimmung
Es "^chußantrage: sie wurden mit 258 Stimmen gegen 237 verworfen,
besck .-I/ Antrage von Francke, also lautend: „Die Nationalversammlung
svw- s ^ Vollziehung deS Waffenstillstandes zu Malmoe vom 26. Aug.,hind..« gegenwärtigen Sachlage noch ausführbar ist, nicht länger zu
thun Provisorische Centralgewalt aufzufodern, die qccigneten Schritte zu
, damit auf den Grund der dänischerseitS amtlich erklärten Bereitwilligkeit über