Die deutsche Nationalversammlung. 327
rustnng übxr die preisgegebenen Geschicke der treuen Bruder im Norden jeder Auf-lehnung ej,,e edlere Färbung lieh. Denn hier hatte man endlich eine Frage gefun-dn, deren kühnste Lösung im Namen jeder volksbcwegenden Idee, im Namen desNationalitätsgefühls, des geschriebenen Rechts und der ewigen Gerechtigkeit, nichtminder wie der demokratischen Grundsätze, erwartet und gefedert wurde. Die Mas-sen waren vorbereitet; sie rüsteten sich. Denn ihrer bedurfte man immer, wie auchdie Entscheidung gefallen wäre. Wenn sie gegen den Waffenstillstand siel, so be-durfte man gcwaffnetcr Scharen gegen die Dänen, und wol gar gegen manchedeutsche Regierung; wenn anders, so waren sie noch minder zu entbehren gegen einParlament, das den Willen des deutschen Volks nicht mehr vertrat. So ward dasMänner der Nationalität vorangetragen, um vielleicht, wenn es siegreich wehen würde,"der ihm eine republikanische Fahne aufzupflanzen.
Nicht viele der parlamentarischen Führer hatten die nächsten und fernernZwecke, die sich mehr aufdrängten, als daß man sie gesucht hätte, fest ins AugeScfaßt. Noch Wenigere mochten mit beachtender Sorgfalt eine Wahrscheinlichkcits-skchnung darüber angestellt haben, welche Erfolge zu dieser Zeit auf dem Wege derNevolution zu erreichen seien; und heutzutage vermag Niemand mehr zu sagen, obd'e ersehnte Umgestaltung Deutschlands durch einen Aufstand noch erzwungen werden°"nte, otzxr ob ein solcher, wenn auch für den Augenblick siegreich, nicht vielleicht"och früher die Zustände herbeigeführt hätte, die seit dem Jahre 1850 hereingebrochen.
Wenn eine Bewegung über Deutschland kommen sollte, so mußte sie ihrenAusgangs, und Mittelpunkt in Frankfurt haben. In der Umgebung der Stadtwar längst auf die entscheidende Stunde hingearbeitet worden; aber auch aus Hessen""d Thüringen, von jenseit des Rheins und von, Südwesten her sollten Bundes-genossen zur frischen That helfen. Es kam Zuzug aus entfernter» Gegenden nocham 19. Sept. bis in die Nähe der Stadt, da es schon zu spät geworden; und"E"n Seruve am 21. Sept. seinen Einfall ins badische Land unternahm, so läßt,,ch Zusammenhang eines weitverzweigten, wenn auch schlecht angelegten Unter-nehmens nicht leicht verkennen.
sonn k ' " Abende der Abstimmung überschritt die Menge das Maß der Be-! Scheit, das sie bis dahin, inmitten beständiger Aufregungen, immer noch bewahrtTasthause zum Englischen Hofe, wo sich viele Abgeordnete allabend-"ch zu finden pflegten, vergriff man sich thätlich an einem derselben, den man irr-thumlich für Einen von der Rechten hielt, Zell aus Trier. Auch nach der Westend-hall, einem vor den Thoren gelegenen Hause, wo die meisten Parlamentsmitgliedereinen Lesevercin gegründet hatten, zog ein ungestümer Haufen; man hatte gehört,daß sich der alte Iahn dort befinde. Die Vorgitter des Hauses wurden eingeschla-gen, ins Haus eingedrungen, und Iahn mußte sein Heil in einem verborgenenWinkel suchen. Einen großen Theil der Nacht hindurch dauerte die unruhige Be-wegung auf den Straßen der Stadt.
. ^ konnte als vorübergehender Ausbruch der Volksleidenschaften gelten,
in zu befürchten sein mußten. Aber während dessen wurde
rathen, und der N "ber Maßregeln zur unmittelbaren Entscheidung be-
aroßartiae Vo»«n^r/" , gefaßt, am nächsten Nachmittag, einem Sonntage, emeden . kämm ung i» halten. Man foderte auch das Montagskränzchen,
d L«htigsten der Vereine zu Fran für, der weit über 1000 Mitglied
worSe ^ ^"1"' auf; aber de/Ärständ lehnte es ab, da er die Verant-nehmen'wollte" " ° Schritt in so bedenklicher Zeit nicht auf sich
sen m Morgen waren an allen Straßenecken große Anschlag-z-tt-l zu le-
Anaer Versammlung beriefen auf die Pfingstweide, einen grünen
Na»n? "" N°rdosten der Stadt. Die Namen der einladenden Vereine waren ge-hatt-» . . unter ihnen befand sich da- Montagskränzchen. Allzu eifrige Mitglieder/ trotz der Ablehnung des Vorstandes, noch am späten Abend diesen Namen