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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung. 329

Anfrage, weshalb man Truppen herbeigezogen habe und die Freiheit der Bera-thung hindere.

.. Schmerling hatte unmittelbar zuvor der Versammlung in einer schriftlichen Er-öffnung mittheilen lassen, daß die „in Frankfurt anwesenden" Mitglieder des frü-hern Ministeriums die einstweilige Fortführung der Geschäfte mit voller Verantwort-lichkeit wieder übernommen hätten. Unter ihnen war Heckscher nicht. Er hattesich TagS zuvor, um dem Zorne des Volks aus dem Wege zu gehen, der gegen ihnam lautesten getobt, nach dem nahen Bade Soden begeben. Aber dort, wie i»allen Dörfern des Taunusgebirgs, hatte man Zuzug nach Frankfurt geworben, undHeckscher ward von seiner Besorgniß getrieben, von Soden aus, wo er wol sichergewesen wäre, nach Mainz zu gehen. Aber in Höchst am Main erkannt, ward ermiShandelt, und sein Leben wäre verloren gewesen, wenn ihn nicht die Ortsbehörde"ut rechtzeitiger Besonnenheit verhaftet ui»d dadurch geschützt hätte.

DaS Alles war schon am Montag Morgen in Frankfurt bekannt; und um soseltsamer mußte es Jeden bcdünkcn, daß Berger „die Dringlichkeit einer Truppen-aufstellung nicht einsehen" wollte. Schmerling gab in seiner ruhig-nachdrücklichenWeise Auskunft. Er theilte die Zuschrift des frankfurter Senats mit, erklärte, dasMinisterium habe alle Anstalten zur Aufrechthaltung des öffentlichen Friedens ge-äfft», und sprach die Erwartung auS, Diejenigen außerhalb der Versammlung,Welche mit einem gewaltsamen Angriffe drohten, würden bei näherer Erwägung vorew Gedanken zurückbeben, daß ein solcher Angriff ein Hochverrath sei.

Aber Diejenigen innerhalb der Versammlung, welche am liebsten das Parla-ent durch eine neue Revolution beseitigt gesehen hätten, hielten es an der Zeit,Gesinnungen an den Tag zu legen, die auf ein Einverständniß mit den Männern°er Gewalt gedeutet oder misdeutet werden konnten. Rühl aus Hanau und Andereder äußersten Linken verlangten sofort, da Zweifel erhoben worden seien, ob dieatwnalversainmlung noch das Vertrauen des deutschen Volks besitze, so sollten neuedie b." Stelle angeordnet werden. Als diesem Antrage auf Selbstmord

halt« aberkannt worden, kam ein anderer von derselben Partei, des In-

Verb^ fosic unverzüglich die Truppen zurückziehen, weil sie die Freiheit derEine beschränken und das Vertrauen des Volks in das Parlament schwächen.

lv'che Begründung konnte um so weniger Eindruck machen, als dieselben Man-er eben erst unzweideutig erklärt hatten, diese Versammlung besitze das Vertrauender Volks gar nicht mehr.

» In erwartungsvoller, fast ängstlicher Stimmung beschäftigte man sich nun mitÄnderungen der Geschäftsordnung und mit dem vierten Artikel der Grundrechte.Dazwischcsi fiel ein Antrag von Wesendonck: da aus dem Beschlusse vom 16. Sevt.mcht erhelle, welche Theile des Malmoer Vertrags die Versammlung für unaus-suhrbar halte, so möge sie darüber eine amtliche Erläuterung und Auslegung geben.

i" verkennen, daß Wesendonck hierdurch eine Beschwichtigung der-denschaft zu erreichen gedachte; aber nach den Vorgängen auf der Pfingst.Einen Aner^ ° ^ die äußerste Nachgiebigkeit die Massen nicht mehr versöhnen,langte, daß über"das"m^l ähnlichen Zwecken, brachte Riesser ein: er ver-

nicht ohne Genekmiann« ^ Verwendung der herbeigezogenen Truppen

Die Versammln,,^-„ .Vorsitzenden der Versammlung verfugt werden dürfe,blicks bezogen für unaeeio«/. Anträge, die sich aus die Lage des Augen-

Trok de! M-«!- dringlicher Behandlung. Sie wollte nicht vor dem

Wäkr?.^ ""ter dem Eindrucke thätlicher Eingriffe beschließen.

Haufen '"-?'?'^°ndelte, hatte bereits -in allerdings nicht zahlreicherInnern kört!" ""dachen Thüre des Hauses gewaltsames Eindringen versucht. ImStille St°ß- und Schläge gegen die Thüre fallen. Eine plötzliche

Punkte V-rsamnstung; dann drängten sich Viele nach dem bedrohten

feinend» ^agernr.ef geb,etensch hinüber: „Ich bitte, daß kein Abgeordneter« Platz verlasse! Es wird dir Ordnung draußen schon erhalten werden, über-