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Siebenter Band.
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Die Geologie.

An die Gletscherfrage haben sich noch zwei andere geknüpft. Die Idee einersogenannten Eiszeit, welche in den Köpfen einiger Geologen spukte, nun aber wolals überwunden anzusehen ist, und die Deutung jener merkwürdigen Kritzen, Schram-men, Furchen und Rinnen, welche sich an den Felsoberfla'chen Skandinaviens undFinnlands ungemein häufig finden und welche gewöhnlich bestimmten Richtungenfolgen. Die Gletscherbeobachtcr der Alpe» erklärte» dieselben für Gletscherwirkungen,weil in der That ähnliche Erscheinungen in den Alpen in Übereinstimmung mit denerratischen Blöcken auf eine früher viel größere Ausdehnung der Gletscher zuverlässighindeuten. Die skandinavischen Geologen (Sesström, Scheerer, Keilhau) dagegen sehenin ihnen nur Wirkungen des Wassers oder großer Geröllfluten, sogenannter petridi-launischcr Fluten. Jedenfalls ist ein Theil der skandinavischen Furchen, Felsrinncnund Nicsentöpfe in einem viel größer» Maßstabe ausgearbeitet, als die glatkpolirtcnoder parallel geritzten Felsbberflächcn (Gletscherschliffe) der Alpen, und trotz der all-gemeinen Ähnlichkeit scheinen doch auch manche specifische Unterschiede zwischen beidenstattzufinden. Die Enkscheidmig dieser noch etwas dunkeln Frage mag dadurch umso schwerer werden, daß in Skandinavien sich vielleicht wahre Gletscherwirkungen mitFlutwirkungen zusammenfinden. Um so begieriger müssen wir jedoch der endlichenLösung derselben entgegensehen, da hier unter sich ähnliche Wirkungen von zwei ver-schiedenen Ursachen hervorgebracht zu sein scheinen.

Vulkanische Thätigkeit.

Die vulkanische Thätigkeit ist nach von Humboldt's treffender Bezeichnung nichtsals „eine Reaction des heißflüssigen Erdinnern gegen die feste Kruste und Ober-fläche". Viel weiter als zu diesem allgemeinen Satz ist die Theorie der vulkanischenThätigkeit noch nicht vorgeschritten. Indessen ist auch dies schon ein bedeutenderFortschritt zu nennen, wenn wir damit die Ansichten über den Ursprung der Vul-kane vergleichen, die noch im Anfang dieses Jahrhunderts von den bedeutendstenGeologen vertreten wurden. Damals dachte man noch an entzündete Schwefelkies-oder Kohlenlager und an ähnliche locale Ursachen der vulkanischen Erscheinungen, oderan sich oxydirende Metalloide, aus denen man eine Zeit lang den Kern der Erderonstruirte. Die Wichtigkeit des Fortschritts beruht besonders darin, daß man er-kannt hat, die vulkanische Thätigkeit sei eine allgemeine Eigenschaft des Erdkörpcrs,welche nothwendig von allgemeinen, nicht von nur localen Ursachen ausgehen muß.In dieser Beziehung sind nun aber namentlich wieder folgende Punkte hervorzuheben:1) die allgemeine Verbreitung der Vulkane als vorzugsweise Ausbruchsstellen dieserThätigkeit über den ganzen Erdkörper, theils in Reihen, theils in Gruppen; 2) derunverkennbare Zusammenhang der vulkanischen Eruptionen mit den Erdbeben undden durch sie bewirkten Niveauänderungcn; 3) die Nachweisung analoger Wirkungen(der Spuren vulkanischer Thätigkeit) aus allen Perioden der Erdentwickelung, und^) die innige Verknüpfung der Ursachen vulkanischer Thätigkeit mit der überall mitder Tiefe zunehmenden Temperatur des Erdinnern.

Die Vertheilung der Vulkane auf der Erdoberfläche ist zwar durchaus keinegleichförmige, aber sie ist jedenfalls der Art, daß man sie eine allgemeine nenne»muß, und daß man daraus auf eine ebenso allgemeine Ursache ihrer Entstehung i»schließen berechtigt ist. Man kennt jetzt gegen 3000 Vulkane, und sie liegen unterden verschiedensten Breiten, am Äquator wie in der Nähe der Pole, soweit als ma»gegen letztere überhaupt vorgedrungen ist. Sie sind, wie die Gesteine, in ihrer Der'breitung unabhängig von allen klimatischen Beziehungen. Dennoch ist ihre Verthulung nicht eine ganz ungeregelte zu nennen. Leopold von Buch hat zuerst gezeigt,daß sie theils in lange Reihen, theils in mehr abgerundete Gruppen vertheilt si»d>und er unterschied deshalb Neihenvulkane und Centralvulkane, welche UnterscheibunSoffenbar sehr an die Verschiedenheit der Kettengebirge und Massengebirge erinnert-Außerdem aber ist es unverkennbar, daß die größere Zahl der Vulkane sichNabe des Meeres, an den Küsten der.großen Continrnte oder auf Inseln im weite