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Siebenter Band.
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342 Die Geologie.

(Metamorphosen) unterliegen, welche wieder durch die ungleichen Wirkungen vonDruck hoher Temperatur und Durchdringung von Flüssigkeiten oder GaSarten be-dingt und vielfach modificirt sind.

Durch dieses Erkennen ist also auch auf diesem Gebiet die bequeme AuShülfeeiner wunderbaren und fabelhaften Vorwelt mit allerlei extravaganten Wirkungenbeseitigt worden. Aber eS gibt doch eine ziemliche Anzahl von krystallinischen Ge- "steinen, deren Bildungsweise noch in großes Dunkel gehüllt ist, die man nirgends inihrer Entstehung beobachten kann, und deren Zusammensetzung aus einzelnen Mine-ralien oder Erden in gewissem Grade allen Deutungsversuchen ihrer Bildungsweisewiderstrebt. Es gehören dahin besonders die krystallinischen Schiesergesteine, wieGneiß, Glimmerschiefer u. s. w-, und die quarzhaltigen krystallinischen Massengesteine,wie Granit, Porphyr u. s. w. Zu Erklärung dieser Gesteinbildungen sind mancher-lei Hypothesen aufgestellt worden. Die meisten derselben nehmen den sogenanntenplutonischen Standpunkt ein, indem sie zugleich die krystallinischen Schiefer als durchUmwandelung aus vom Wasser abgelagerten, sedimentären Gesteinen entstanden be-trachten. Man unterscheidet dabei die plutonischen Wirkungen von den vulkanischenwesentlich durch das Niveau, in welchem sie stattfinden. Was durch die hohe Tem-peratur (den angenommenen heißflüssigen Zustand des Erdinnern) in großer Tiefeverursacht wird, nennt man plutonische Wirkung, im Gegensatz zu den vulkanischen.

Die letztem finden an der Erdoberfläche statt, rühren aber von derselben Ursache her.Zugleich hat man indessen dabei oft auch eine zeitliche Verschiedenheit beider ange-nommen, indem man unter plutonischen Wirkungen vorzugsweise vorhistorische ver-stand. Es würde zu weit führen, wenn wir hier aus alle die verschiedenen Ansichteneingehen wollten; es mag genügen, einige der hervorstechendsten weiter zu besprechen.

Lyell betrachtet jene problematischen Gesteine als Producte tief unterirdischer lVorgänge, die deshalb nie beobachtbar, sondern nur in ihren Resultaten durch spä-tere Erhebung erkennbar würden. Dabei unterscheidet er die krystallinischen Schieferals metamvrphische Gesteine, die Granite und dergleichen als plutonische, indem ervoraussetzt, die erstem entständen durch plutonische Einwirkung (Hitze, Druck u. s. w.)aus sedimentären Gesteinen, wie Thonschiefer, Sandstein u. s. w., die letztem da-gegen bildeten sich durch Erstarrung aus einem heißflüssigcn, lavaartigen Zustande,nur deshalb anders als Laven, weil unter hohem Druck und bei äußerst langsamer s

Erkaltung. Lyell ist also der Meinung, daß alle diese Gesteine auch noch jetzt ent-stehen, aber in »«beobachtbarer Tiefe, im Erdinnern, und daß sie nur durch nachfol- !gende Erhebungen, wenn sie längst fertig sind, unserer Beobachtung zugänglich wer-den können, während dagegen die vulkanischen und die neptunischen (sedimentären) ander Oberfläche vor unsern Augen gebildet werden. Dadurch erklärt sich nach ihmzugleich, warum die an der Oberfläche beobachtbaren Gesteine jener Art in der Regelein sehr hohes Alter haben, da die in neuerer Zeit plutonisch oder metamorphischgebildeten gewöhnlich noch nicht bis zur Oberfläche erhoben sind. Und dieser Umstandist dann nach ihm wieder der Grund geworden, warum man unter plutonischenGesteinen ältere, unter vulkanischen neuere zu verstehen pflegt.

Gegen Lyell's Ansicht müssen wir hier bemerken, daß in den ältern Conglo-meraten, in welchen so viele Geschiebe von Graniten, Porphyren, Grünsteinen u. s. w.vorkommen, noch niemals ein Geschiebe von Basalt, Phonolith, Trachyt oder voneinem solchen Gestein aufgefunden worden ist, wie gegenwärtig von den Vulkanenals Lava gebildet werde». Wären diese letztem Gesteine zu allen Zeiten ebenso ge'bildet worden, so würde diese Thatsache jedenfalls sehr schwer zu erklären sein. Die«Umstand spricht aber allerdings auf dieselbe Weise auch gegen die Erklärung,welche wir nachher aus Bischofs Ansichten ableiten werden.

Andere Geologen betrachten die Bildung der granitischen Gesteine al- überhauptnur den altern Erdbildungsperioden angehörig, einer Zeit, in welcher die Gesamwt-temperatur unsers Planeten eine höhere, seine Atmosphäre eine dickere und dichter«war, welche nothwendig einen großem Druck ausübte.