Die Geologie.
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nie« der Jctztwclt dann auch gern als antediluvianische, und sie sind es zuweilen in-sofer», als sie den gegenwärtigen Lcbensbedingungen nicht mehr recht entsprechen unddarum ihrem Ausstcrben entgegengehen.
Sehr oft ist auch die Vermuthung oder wol gar die Behauptung ausgesprochenworden, die Organismen der Vorzeit seien durchschnittlich größer: die großen Knochenund Zähne des Mammuth, des Dinotherium, Mastodon und Megatherium, wie deserwähnten Hydrarchos, die sieben Fuß langen Schritte eines Niesenvogels im Sand-stein Nordamerikas, die riesigen Neste krokodilähnlicher Thiere aus einigen mittlernFlötzformationcn, die außerordentliche Größe einiger Chcphalopodcn (Ämmoniten undOrthoceratite»), die baumförmigcn Farren, Lycopodicn und Schachtelhalme der Stein-kohlenzeit und ähnliche Fälle mögen dazu veranlaßt haben. Indessen hat es nebendiesen Riesen zu allen Zeiten auch sehr kleine, ja mikroskopische Thiere und Pflan-zen gegeben, und es können jene größern Maße nicht als ein eigenes Gesetz, sondern»ur als Folge anderer Verhältnisse angesehen werden. Wir finden gegenwärtig diegrößten Landsäugethicre und Reptilien in den größten Continentcns in den wärmstenLändern und da, wo ihre Classe, Ordnung u. s. w. überhaupt am zahlreichsten ent-wickelt ist. Ebenso die größten Vögel; nur daß die Ausdehnung des ContinentSweniger Einfluß auf ihre Größe hat. , Die größten kryptogamischen Gefäßpflanzen(Baumfarren) und Monokotyledoncn (Palmen) wachsen jetzt in den heißesten Ländern.Die größten aller Säugcthiere überhaupt (Wale) und die längsten Pflanzen (die über800 Fuß lange Tange) wohnen im weiten Ocean. Und so mögen auch auf dieGröße eines Theils der frühern Erdbewohner ähnliche Ursachen eingewirkt haben.Dazu müssen wir bedenken, daß das Maximum der Größe überhaupt eigentlichvon lebenden Pflauzen und Thieren erreicht wird. Kein sogenannter vorweltlicherBaum hat den Durchmesser und die Höhe der größten lebenden Baumstämme er-reicht, kein Thier die Masse eines großen Walfisches. Es ist also jene großartigeEntwickelung zum Theil eine nur scheinbare. Das wichtigste Gesetz aber, welchesalle ander» sich unterordnete oder bedingte, „ist:
4) Die Organismen waren jederzeit in Übereinstimmung mit den äußern Lebens-bedingungcn. Ihre ganze Entwickelung war gleichsam ein Resultat dieser letzter».^ anorganische Welt ist die Bedingung für die organische. Nun schließen wir frei-«ch die frühern Zustände des Erdkörpcrs zum Theil eben erst aus der Beschaffenheit'^er Organismen, aber auch alle übrige» einschlagenden Erscheinungen stimmen mitdiesen Schlüssen übercin. War die Oberfläche durch die eigene innere Wärme derErde einst wärmer, und mithin der Unterschied der Klimate, der Zonen geringer, bisdurch allmäligc Abkühlung sich der jetzige ungleiche, nach Zonen, Jahres- und Tages-zeiten wechselnde Temperaturzustand einstellte, so muß die anfängliche Thier- undPflaiMibevölkerung überall einen mehr einförmigen und insbesondere mehr den jetzi-gen Bewohnern der Tropengegenden entsprechenden Charakter gehabt haben. Dieswar aber in der That der Fall: der Charakter der Fauna und Flora war sich aufder ganzen Erdoberfläche gleich, und zwar dem jetzigen tropischen am ähnlichsten.Unter den Tropen, wie in der Polarzone, vom Cap bis zur cisumschlossenen Mel-bevölkerten anfangs dieselben Thierformen die Meere, bedeckten dieselben Pflan-und andere schlaffzellige Gewächse, welche sicher nicht gemachtM7a, ^ ertragen, dem jetzt fast nur Moose und Flechten widerstehen,
Pflanzen, von denen wir kaum begreifen wie sie die lange Polarnacht zu über-dauem vermocht, wenn diese auch wärmer gewesen. Sippen und Arten haben da-mals viel weiter ausgedehnte Verbreitung besessen als gegenwärtig. Erst am Endeocr Kre.deperiode unterscheidet man (vielleicht noch unsicher) die Anfange deutlich ver-lcywbenartiger Faunen in verschiedenen Wcltgegenden; erst seit der Tertiärzeit erkenntman cme Sonderung der Klimate und erscheinen demzufolge die organischen Wesenzonenartig vertheilt, obwol sie überall noch einen warmem Charakter an sich tragenals jetzt. Don der Meerenge von Gibraltar an zu beiden Seiten des Mittelmeeres,mn Rothen Meere und am Pontus .hin ziehen mächtige Nummulitengesteine von un-