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Siebenter Band.
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391
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Das russische Staatölede». 3V1

Urtheil eines der modernen Schutzrcdner vergangener und laufender Politik des Pe-tersburger Cabincts genüge». Es ist dies der Verfasser des „Centralen Föderativ-systems" (Leipz. 1840). Nach einer ebenso langen als warmen Vertheidigung derrussischen Motive für den Tilsiter Frieden sagt er: „So bildete sich nun jene merk-würdige Freundschaftspolitik, die vorn Tilsiter Frieden ab, fast fünf Jahre hindurch,Frankreich und Rußland mehr auseinander hielt als verband. Es entspann sichjener kunstreiche Krieg, welcher theils von den beiderseitigen Souveränen, haupt-sächlich aber von den Cabinetcn mit der täuschendsten Mimik und Handlungen, de-nen, um wahr gehalten zu werden, nicht ein Merkmal, um wahr zu sein aber dieinnere Wahrheit selbst ermangelte, unter den mannichfaltigstcn Umwandlungen dersämmtlichen Staatenvcrhältnisse geführt wurde. Denn je schärfer beiden betreffendenTheilen der bloße Schein ihrer Annäherung bekannt war, um so sorgfältiger suchtensie diesen zu verbergen, und ängstlich zu vermeiden, dem wahren Sachverhältniß diefalsche Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit zu benehmen und Dem, was m jenemUnvermeidliches gelegen, den Charakter des persönlich Freiwilligen zu schenken. DieDiplomatie der alten Schule feierte damals ihre glänzendsten Triumphe. Ehe Na-poleon noch auf den Feldern von Leipzig geschlagen wurde, hatte jene (Diplomatie)sein Adlerauge schon überwunden und ihn noch, als er schon seinen Selbstirrthuminnc geworden, an jenem Schein in Wünschen und Zweifeln festgehalten, bis dieklare Einsicht zu spät dnrchdrang." *)

Hier also haben wir das allerdings unwillkürliche, aber rücksichtslos ausgespro-chene Geständnis,, daß mit der Arrtheilnng Europas Rußlands Absichten keineswegserreicht waren, daß es auch mit einem Militärstaatc, wie das Napolcon'schc Frank-reich, nie und nimmer zu einer Regelung der gegenseitigen Wechselbeziehungen kom-men wollte, daß es auch unter diesen Constcllationcn die Beherrschung ganz Europasals letztes Ziel nicht aufgab, daß ihm zur Erreichung dieses Zwecks jedes Mittelrecht, daß von einem Principe des Gleichgewichts, der monarchischen Conservation,der unversehrten Sonveränctat nicht im Entferntesten die Rede. Und damit nichtder leiseste Zweifel über jenes Vcrgcwaltigungsprincip bleibe, fährt jener Schriftstellerfort: Man habe oftmals behauptet, „daß Alexander vorzüglich in dem Zeitraumevon, Tilsiter Frieden bis zum Erfurter Congreß in Versuchung gestanden habe, imMauzenden Scheine der politischen Freundschaft eine einfache Wahrheit zu erblicken".Bei Dem, was man dafür anführe, dürfe man jedoch nicht vergessen, daß dies„ meist nur äußere Handlungen und, was man nicht aus den Augen verlieren darf,wohlbercchncte Aussprüche des Kaisers über seinen mächtigen und jedenfalls Achtungeinflößenden Gegner betrifft".

Der Tilsiter Friede brachte Rußlands volle Anerkenntniß für alle staatlichenSchöpfungen Napoleon's, flipulirte ferner die Räumung Cattaros von Seite derNüsse» in einem geheimen Artikel, und wies trotzdem Napoleon's Vorschlag zu-rück, wonach der Zar sich der Moldau, Walachei, Bulgariens mit dem Balkanbemächtigen, eine Demarcationslinie längs der Morawa, Donau, Waag und Oder«»nehmen, und jenseits derselben thun sollte, was ihm beliebe. Diese Aurückwer-

drapirt man heutzutage als eine Conscquenz Alexanders, „dessen Politik auchblos die Feststellung des schon grvßtenthcils zertrümmerte» föderativen cu-d?N°" S'aatensystems zum Zweck hatte". Dennoch ließ sich der el e Alexan-der Napoleon's Einwilliaunq zur Eroberung Finnlands garant.ren. Diese Eroberungnun nicht - obgleich selbst dafür keinerlei Rechtsanspruch vorhanden war -i, r.c Finnland, sondern ebenso auf Ostbothnicn und einen Theil der Alands-' ausgedehnt. Sie ward außerdem gegen einen Monarchen angewendet, welcher

*) Man,

blos Navol?/7'2^ die russische Logik. Beide Souveräne handelten heuchlerisch und doch wardFreundschaft ^erblick" getäuscht; beide Theile wußten u.m den bloßen Schein ihrer«beinabe knn,.Ä« d-nnoch ist dem Verfasser Napoleon « spätere Äußerung vor seinem Senatenicht re.„ '.-daß alle« Gute, was Rußland widerfahre, seine (Napoleon'«) Eifersucht

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