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Siebenter Band.
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Das russische Staatsleben.

Die ablehnende Antwort motivirte man dadurch, daß bei Deutschlands und Euro-pas jetziger Stimmung russische Hülfe den dänischen Interessen nur schaden könne.Indessen ward der Rath beigefügt, Dänemark möge die Entscheidung hinziehen! inZukunft sei Alles möglich. Folgerecht mußte nun Rußland auch gegen den engli-schen Vorschlag zur definitiven Entscheidung der Kriegsfragc durch Abstimmung derBevölkerung Schleswigs über ihre Angehörigkeit protestiren. Vorwand des Protesteswaren die nachthciligcn Konsequenzen einer solchen Thatsache, welche überdies demgährenden Deutschland höchst wahrscheinlich eine Flotte gebe. Da aber just in die-sem Kampfe recht deutlich hervortrat, wie Schweden Deutschlands natürlichster Bünd-»er, so waren dessen skandinavische Sympathien (trotz der principiellen AbneigungRußlands gegen einen skandinavischen Bund) zu der bekannten feindseligen Haltunggegen Deutschland getrieben worden. Das stockholmer Eabinet ließ sich sogar zueiner kriegerischen Demonstration hinreißen, erkannte jedoch eben an dem allzu großenPetersburger Eifer gerade noch zu rechter Zeit, welche» Fehler zu mache» es imBegriff stehe. Es zog seine Truppen zurück und der Krieg blieb unentschieden.Auch Verhandlungen waren nutzlos. Denn sie konnten nicht über den Punkt hin-auskommen, daß der Bundesbeschluß vom 17. Sept. 1846 das gegenwärtige Ver-hältniß Schleswig-Holsteins zu Dänemark bis zum Tode deS gegenwärtigen Königsfeststellt. Unterdessen war jedoch in Dänemark das Casinoministerium auf Andrän-gen Rußlands entfernt worden und man trat mit der sogenannten UnabhängigkeilSchleswigs (ähnlich dem norwegisch, schwedischen Verhältnisse) als Friedensbasis her-vor. Allein das war auch eine Trennung Schleswigs von Holstein, also der Ver-lust des Rechtsbodens für Deutschland, der Verlust der Möglichkeit, später Schles-wigs Inkorporation zu fodern. Unbegreiflicherweise ging man in Berlin und Frank-furt auf diese Friedensbasis ein. Schon der Waffenstillstand von Malmoc hattePreußen die Demokratie und alle ultramontancn, östreichischen, mittclstaatliche» Elf'mente, sowie den gesammten großdeutschen Idealismus auf den Hals gehetzt. DieKriegführung in Jütland, welche von solchen diplomatischen Querzügen durchkreuztward, hatte Preußens Ostseehandel zu Gunsten des russischen gelähmt, den Wohlstandder preußischen Ostseeprovinzen beeinträchtigt. Die Unterhandlungen auf jene Fricdens-basis hin erbitterten vollends Alles gegen Preußen. Damit war für Rußland vor t>c>Hand genug erreicht. Unterdessen hatten sich auch die Verhältnisse im Innern Deutsch'lands, namentlich durch die Mitlelstaaten unter Ostreichs Einflüsse und durch Baieri'sGroßstaatsbestrebungen, der Art gestellt, daß an eine rasche ConcentrirungPreußen 'nicht mehr zu denken war. Das Londoner Protokoll, von Ostreich mitunter'zeichnet, gab die vom Bunde garantirt.cn Erbrechte der augustenburgischen Linie preis-während England, Frankreich und Ostreich, eben weil Preußen nicht eingewilüshatte, an dieser Stelle zu Gegnern Preußens wurden, War nun schon vorher d"gesammtc Politik Ostreichs und seiner Bundesgenossen darauf hinausgelaufen, Prc'sßen in Deutschland zu isoliren, so war durch dieses Protokoll dessin Jsolirunggegen die außerdcutschen Großstaaten vollendet. Preußen war jetzt wieder, wie )Friedrich's II. Tode, wie 1815, aus den Standpunkt gedrängt, zunächst für st'"Sclbsterhaltung zu sorgen. Trotzdem blieb noch immer der Bundcsbeschluß1846 und mit ihm die Scheidung der Herzogthümer beim Ableben des Kö>"§„von Rechts wegen". Es ist dies der letzte, freilich nur juristisch-diplomatische Da"'.,gegen die russische Herrschaft an der Ostsee. Um auch diesen zu brechen, hatland den Prinzen Christian von Glücksburg als präsumtiven Thronerben anerka"Bereits unterhandelte es mit Östreich und Preußen über ihre Einwilligung zuAusschließung der nach altem deutschen Fürstenrecht und vielen Verträgen erbberctigten augustenburgischen Linie. Die Proteste des betreffenden Fürsten sind bcka" .die Entscheidung der beiden Großstaaten steht noch bevor. Würde sie zustin"" ^ausfallen, so würde unter den jetzigen Verhältnissen dc» Bund seine Austin""schwerlich verweigern können.

Wieder, wie noch zu allen Zeiten, streben nun russische Einflüsse durch ^