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Siebenter Band.
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Das russische Staatsleben.

rung der Widersprüche zwischen Östreich und Preußen, durch Erhaltung der Furchtvor der Revolution die gewünschte Entscheidung zu erlangen. Unterdessen hat Nuß-land in Dänemark selbst (abgesehen von, Cabinet) starke Fortschritte gemacht. So-gar die starke Casinopartei ist bereits gebrochen. Der letzte Schritt wäre nun aller-ding« die Sperrung des Sundes, welcher die Besetzung der Dardanellen auf demFuße folgen dürfte. Allein dann wäre eine Kriegserklärung gegen England nichtmehr zu umgehen. Man schreitet also mit äußerster Vorsicht zu Werke. Anfangsließ sich der Anschluß Schleswig-Holsteins an Deutschland durch den energischenWiderstand der Casinopartei verhindern, dann durch das Einschreiten Ostreichs. Wirdauch Preußens Einwilligung für die Thronfolge des Prinzen Christian von Glucks-burg erlangt, so wird man die Hcrzogthümer durch eine müdere Verwaltung all»mälig versöhnen und eben dadurch die Casinopartei mit dem Konigthume in destoschlimmere Verhältnisse bringen. Natürlich finden sich dann leicht Verwände füreine Intervention zur Erhaltung der Vollgewalt des präsumtiven Thronerben gegendie dänischen Liberalen wie gegen die Hcrzogthümer. Eine Vereinigung der opposi-tionellen Elemente bleibt aber unmöglich; und wenn aus solche Weise die dänischenVerhältnisse zu einem gewissen Punkte gediehen, so kann ein einziger unerwarteterSchritt dem Werke die Krone aussetzen. »

Wie aber wären dann die Positionen Rußlands, wenn Preußen und Ostreichdiesen Gang der Dinge zulassen?

Wir haben gesehen, wie Rußland durch Peter 1. aüf einmal in die europäi-schen Wirren hereingerissen wurde. Wir erkannten durch Katharina >l. Petcr'sPlane wieder aufgenommen, erweitert und seitdem mit größerer Konsequenz fortgeführt. Ein Stück Schwedens, Polens und der Türkei nach dem andern riß Ruß-land an sich; dann folgte Finnlands Eroberung, Polens völlige Vernichtung, dieErwerbung der Nord- und Ostküstc des Schwarzen Meeres. Langsam und sicherwurde gleichzeitig das Norschreiten gegen Centralasieit geleitet, svdaß der Plan einerVerbindung mit Indien durch Ccntralasicn seiner Vollendung entgegenreifte. Aufdiesem Felde mußte jedoch Rußland mit den Interessen Englands zu einem Kampfeauf Leben und Tod zusammenstoßen. Die Ereignisse in Persien und Afghanistan

sind dafür seit 20 Jahre» Zeuge. Konstantinopel ist nur einer der wichtigsten Kno-

tenpunkte dieses Kampfes, doch keineswegs der erste Ring in der Kette, welcheRußland schließen will, sondern der letzte. Konstantinopcls Besitz vollendet dasWerk. Dieser Fall kann indessen erst dann eintrete», wenn der Sund gegen Eng-land gesperrt ist. Den» England aus dem Meere direct anzugreifen, daran kannRußland trotz seiner Schiffsmenge nicht denken; es muß sich durch Landbreiten undMeerengen gegen die britische Flotte decken.. England dage'gen sucht auf dem Fest-lande nach einem kriegsmachtigen Verbündeten, welcher in solchem Falle den Zu-Hang zu Lande eröffnen könnte. Daß es diesen finde, sucht'Mußland zu verhindern.Daher seine ganze Politik gegen die beiden Großstaaten Mitteleuropas. Ostreich istAf seiner Nord-, Ost- und Südseite derartig behindert, daß ihm nur noch gegen

freie Bewegung gestattet bleibt. Wäre auch Preußen in ein solches Vc»

bekä'.w ^ bringe» — und es geschähe durch die Erwerbung Dänemarks — dannaleick^m^n b-r Rest Deutschlands, sowie der größte Theil Italiens ebenfalls ingleichem Verhältnisse Die vereinte Wucht dieser von Rußland umzingelten undgedrängte,, Macht würde dermaßen auf Frankreich drücken müssen, daß dieses ent-g-g°, k"?'Echen Neutralität oder zur Theilnahme an der contmentalen All.anzihm da."^"b gezwungen wäre. Als Preis dieser Mrc.mgu.ig ,„,t Rußland w.nkzuaesaae Rhcinufer, wie es ihm 1829, ja wahr che.nl, ch auch 1847 eventuellA^t war. Denn das linke Rheinufer in französischem Besitze erhalt die deut-M)en Machte unselbständig, also zu Rußlands Verfugung; es erhalt zugleich Frank-ch in der russische Allianz gefesselt, weil England ihm diesen Besitz (welcher denkön,»"^ mvolvirte) gutwillig nicht zugestehen würde. In einer solche» Position

ue und würde Rußland daS Cvntinentalsystcm gegen England bis zu einem ge-