426 Die Chemie.
Pols und einige innere Gebiete schwer zugänglicher Kontinente, besonders Afrikasaus, so dürfen wir die Erdoberfläche als ein im Allgemeinen ziemlich erschöpftesMaterial der Untersuchung ansehen. Überraschende Thatsachen, vergleichbar den Ent-deckungen des 15. und 16. Jahrhunderts, lassen sich nkht einmal in untergeordnetemMaßstabe wieder erwarten. >
Nachdem wir in dem Vorhergehenden das Gebiet bezeichnet haben, innerhalbdessen dem Menschen die Erdmatcric zugänglich ist, so läßt schon der erste Blick dieVerschiedenartigkcit derselben erkennen. Form, Farbe, Dichtigkeit, Geruch und Ge-schmack, kurz das ganze Resultat der Einwirkung auf unsere Sinne zeigt eine fastunendliche Mannichfaltigkeit der Gegenstände, und ergibt sogleich das Bedürfniß derEintheilung und Unterscheidung. Das Organische' wird als Pflanzen- und alsThierreich von dem Unorganischen getrennt, und das Lehteke finden wir schon indem Alterthume in die Elemente von Feuer, Wasser, Luft und Erde geschienen-Daß jedoch eine Eintheilung der Materie in starre, flüssige und luftförmige nureine ganz relative Bedeutung habe, mußte sich bald aus der nähern Beobachtungergeben. Diese zeigt, daß lediglich durch den Einfluß der Wärme jene Eigenschaf'ten der Materie bestimmt werden; daß z. B. Wasser oder Schwefel fest, flüssigoder luftförmig sein können, je nach der ihnen verliehenen Temperatur. Festigkeit, ^Flüssigkeit und Luftform werden daher nicht als absolute Grundeigcnschaft der Ma>terie, sondern nur als relative Zustände derselben angenommen.
Einfache Stoffe.
ES ist natürlich und wiederholt sich daher in der Entwickelungsgeschichte allerNaturwisscnschaft, daß die ersten Beobachtungen und Versuche mit den einfachste"Mitteln gemacht werden, daß sie fast durchgchcnds dem Zufall angehören oder vo" 'ganz andern Absichten ausgehen als von dem Zweck bewußter wissenschaftlicher F»"'schung. Nichtsdestoweniger finden wir in überraschender Weise schon früh von de"griechischen Philosophen die Idee ausgesprochen, daß es nur eine einzige Art derMaterie gäbe, auö welcher alles Vielerlei der Dinge sich entwickelt habe. Der Einsließ aus dem Feuer, der Andere aus dem Wasser, und ein Dritter aus Äther d"Körperwclt sich gestalten. Da jedoch diese Ansichten weder von genauen Bcobaeh'tungen oder Versuchen abgeleitet, noch nachträglich durch solche bestätigt werde"sind, so haben sie keinen andern Werth als den allgemeiner Phantasien über das 28*'sen der Dinge. So sehr auch die Idee von der einzigen Materie durch ihre E>"'fachheit sich empfiehlt, so ist doch das thatsächliche Ergebnsß aller Forschung bis flkweit entfernt, den Beweis für die Annahme einer solchen zu liefern. Dasselbe Mvielmehr, daß die Materie in einer bemerkenswerthen Anzahl von verschiede"""Grundformen auftritt, welche daher Grundstoffe, einfache Stoffe oder Elementenannt worden sind. Dieselben lassen sich gewissermaßen das Älphabet der KLrP"^Welt nennen, die Buchstaben, mit welchen das inhaltreiche Buch der Natur 9schrieben ist. .,
Die Gegenstände, sowie man dieselben in der Natur antrifft, sind entwederfache Stoffe, gewöhnlicher jedoch chemische Verbindungen von mehren einfachenfen, oder Gemische und Zusammenhäufungen der Vorhergehenden. . ^
In Gemischen lassen sich die Bestandtheile derselben stets mehr oder we>"Sleicht durch die verschiedenen Sinne wahrnehmen und auf mechanische Weise " /einander trennen. Eine Menge unserer technischen Operationen haben zumbie Trennung der in der Natur vorkommenden Gemenge oder Zusamme»häufu"ll
Mechanische Scheidung. ,
Wenn der Bergmann die Erze aus taubem Gestein bricht, und der g'"" xGoldwäscher Kaliforniens den schweren Goldstaub auSschlemmt, wenn derdes Mineralogen die verschiedenen Felsarten aus den Gcsteinsmasscn eines G^ ,,schlägt und die krystallisirten Minerale aussondert, so sind dir- mechanische