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Siebenter Band.
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Die Chemie.

nungen verschiedenartiger Gegenstände. Ebenso trennen wir die Faser deß Flachsesund Hanfes vom Holze des Stengels, die Lohrinde vom Stamm, die Körner desGetreides, den Rebensaft, den Zuckersaft auf mechanische Weise von den Stoffen,welchen ste beigesellt waren.

Wahrend die genannten als grobe mechanische Operationen zu bezeichnen sind,>st es dem Anatomen sowol im Thier- als im Pflanzenreiche gclnngcn, mit Hülfefeiner Instrumente und von Vergrößerungsgläsern, welche den Blick um das Tau-sendfache verschärfen, höchst genaue mechanische Trennungen vorzunehmen. Es istauf diese Weise der Pflanzenkörper in eine ganze Reihe von Bestandtheilen zerfälltWorden, wie Holzfaser oder Zellgewebe, Stärke, Eiweiß, Blattgrün, Zcllsaft,Harze u. s. w. Aus dem Thicrkörpcr wurden Muskelfaser, Knochcnmasse,Knorpel, Ncrvcnmasse, Haut, Horn und Haare, Fett, Blut, Lymphe, Speichel,-"tagensaft und Galle u. s. w. als verschiedene Theile desselben getrennt.

Allein hiermit ist eine Grenze erreicht worden, wo die Untersuchung auf mecha-nischem Wege keine weitere Trennung zu bewerkstelligen vermag. Wäre sie dasem->ge uns zu Gebote stehende Verfahre», so würden alle die oben genannten Stoffeals einfache Grundstoffe angesehen werden müssen. Eine Pflanzenzelle, ein thierischesHautchen, ein Krystall von Kalkspats», beliebig auf das feinste zertheilt und durch, das beste Vergrößerungsglas betrachtet, lassen ebenso wenig verschiedene Theilchen>n ihrer Masse erkennen, als dies bei einem Tropfe» von reinem Wasser der Fallist. Man scheint hier wirklich an dem Punkte angelangt, welchen der Dichter be-zeichnet, da er sagt:

Geheimnißvoll am lichten Tag,

Läßt sich Natur deß Schleiers nicht berauben,

Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,

Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Der Chemiker ist dagegen der Ansicht, daß jetzt der Punkt erreicht ist, woseine Thätigkeit beginnt, und er läßt sich daher aus der mechanischen Voruntersu-chung den Jnqnirenten übergeben, der dort alles weitere Eindringen in sein Innereshartnäckig verweigerte. Mit ganz andern und höchst eindringlichen Mitteln schreitetder Chemiker gegen das zu untersuchende Individuum vor, und es hat allerdingsder nun eröffnete chemische Proceß insofern Ähnlichkeit mit dem alten peinlichenVerfahren, als der Chemiker kein Mittel scheut, um den Körper zur Antwort zubringen, und als dieser unrettbar verloren ist, wenn er znm Gestandniß gebracht wird,denn er ist vernichtet in dem Augenblicke, wo er den llntcrsuchungsmitteln erliegt.

Der Krystall von Kalkspath, den wir mechanisch nicht zerlegen können, vomChemiker in eine Sänre gelegt, entwickelt sogleich eine Menge von LustbläSchen: ergibt zu erkennen, daß er dieselben in sich verschlossen hielt; allein zugleich löst er sich'n der Säure auf und ist verschwunden.

Es ist aus dem soeben Ausgeführten begreiflich, daß der Chemiker stets einewechanische Untersuchung und Trennung der chemischen vorausgehe» läßt. Er wirdurcht ohne Weiteres ein Stück Granit in den Tiegel oder in die Retorte werfen unv^S""ien aussetzen, sondern vorerst die Glimmrrblättchen, die Körnchen vondielet von Fcldspath trennen, aus welchen der Granit gemengt ist, und erst

> Hewisch

Charakteristik verschiedener Körper.

per dies^" ^doch der als Gegenstand einer chemischen Untersuchung gewählte Kör-Das Unt.?""worfen wird, findet eine genaue Aufnahme seiner Eigenschaften statt,bung n,ieV^'"Sspr°tokoll wird mit einer möglichst umfassenden Personalbeschrei-»ach Signalement des GegenstanNs eröffnet. Dasselbe wird gewöhnlich

Stoffen Fragcnreihe aufgestellt, die wir als Beispiel an einigen bekannten

durch ei», Wasser, Schwefel, Weingeist, Blei und Talg beantworten und da-Charakteristik derselben liefern wollen: