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Siebenter Band.
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Die Chemie.

1) Ist der Körper bei gewöhnlicher Temperatur (von 15 " 8.) fest, flüssig ^

oder luftförmig? l

2) Wie groß ist seine Dichte oder sein specifisches Gewicht?

Z) Wie verhält er sich gegen das Licht, und wie ist seine Farbe?

4) Welchen Geruch und Geschmack besitzt derselbe? »

5) Welches Verhalten zeigt er gegen Elektricität und Magnetismus?

6) Welches Verhalten hat er in Beziehung auf die Wärme?

7) Welche chemische Constitution und Eigenschaften hat derselbe?

8) Sind besondere Bemerkungen hinzuzufügen?

Indem wir die oben genannten Stoffe diesen Fragen entsprechend beschreiben,werde angenommen, daß die Antwort auf die siebente Frage eben noch Gegenstandeiner bevorstehenden Untersuchung sei und daher unerledigt bleibe.

Das Wasser ist flüssig, farblos, durchsichtig, geruch- und geschmacklos; seineDichte wird als Einheit zur Vergleichung der Dichte der übrigen Körper angenom-men; das Wasser leitet die Elektricität und wird durch den elektrischen Strom zer-setzt; bei 0° wird es fest, bei 80° 8. gasförmig; es ist einer der verbreitctsten Na-turkörper, indem es zwei Drittel der Erdoberfläche bedeckt.

Der Schwefel ist fest, spröde, gelb von Farbe, geschmack- und geruchlos; zwei- ^mal dichter als Wasser; durch Reiben wird er elektrisch, leitet aber nicht die Elek-tricität; er schmilzt bei 90° 8., verwandelt sich bei 320° 8. in Dampf, und ver-brennt mit blauer Flamme, unter Verbreitung eines erstickenden Geruchs; er findetsich als Mineral.

Der Weingeist ist flüssig, farblos, von geistigem Geruch und brennendem Ge-schmack; seine Dichte ist nur acht Zehntel von der des Wassers; er gefriert erst bei70 Kältegraden; siedet schon bei -s- 02 ° 8.; er brennt mit schwachleuchtcndcr 'Flamme, und ist ein Product der Gährung zuckerhaltiger Flüssigkeiten.

Das Blei ist fest, dehnbar, aber nicht hart; grau, metallglänzend, geruch- undgeschmacklos; es ist 11 mal dichter als Wasser, leitet die Elektricität und wird voi«Magnete nicht angezogen; bei 275° 8. schmilzt es, und verwandelt sich bei länger«'Erhitzen an der Lust unter Gewichtszunahme in eine graue, pulverige Masse; eswird aus den bleihaltigen Erzen gewonnen.

Der Talg ist fest, nimmt jedoch den Eindruck des Fingers an; weiß, undurch-sichtig, von schwachem, eigenthümlichem Fettgeruch und Geschmack; seine Dichte istnur neun Zehntel von der des Wassers; erwärmt, schmilzt er bei -s- 40° 8.; erist brennbar, bei Abschluß der Luft erhitzt wird er zerstört, indem dabei eine ganzeReihe von Stoffen, unter diesen namentlich brennbare Gase auftreten; er ist ei"Product des Thierrcichs.

Die gegebene Charakteristik ist zwar nicht hinreichend für die genaue wisse"'schaftliche Bestimmung, allein für den vorliegenden Zweck genügend, da sie ci"tVorstellung von beb bei chemischen Untersuchungen nothwendigen Feststellung derwesentlichsten Eigenschaften eines Körpers zu geben vermag.

Chemische Analyse.

Das Verfahren, welches der Chemiker einschlägt, um zu erfahren, ob in ein""gegebenen Körper verschiedene Arten von Materien enthalten seien, wird die chemis^Analyse genannt. Wie bei der Zerlegung eines verwickelten Satzes in seine B*'standcheile, oder bei der Auflösung eines zusammengesetzten mathematischen Ausdruckin seine Glieder, Operationen, die ebenfalls als Analyse bezeichnet werden, istdas Ziel des Chemikers, Art und Werth der Bestandtheile eines gegebenen Stvstzu bestimme», und so bis zu den Grundstoffen oder Elementen zu gelangen, die ke>ner weiter« Zerlegung mehr fähig sind. Die Analyse bildet daher die Grund'""der ganzen wissenschaftlichen Chemie, indem sie die für die theoretische Betrachts"entscheidenden Thatsachen liefert. Mit Recht hat ihr schon Goethe's tief in die ^tur eindringender Geist diese Bedeutung in den Worten zuerkannt, die wir als