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Siebenter Band.
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Die Chemie.

anderrücken. ES kann alsdann der Fall eintreten, daß die Kraft, welche jene Theilezusammenhielt und die man Cohäsion oder Zusammenhangskraft nennt, von derAusdehnung überwunden wird, sodaß feste Körper flüssig und flüssige Körper luft-förniig erscheinen. Man sieht ein, daß in beiden Fällen durch die Einwirkung derWärme die Theile der Körper eine größere Beweglichkeit erhalten. l

Wenn nun ein Körper aus verschiedenen Stoffen besteht, so kann die Möglich- !!eit eintreten, daß diese beim Erwärmen desselben, in Folge der ihnen alsdann ver-liehenen größer» Beweglichkeit ihrer Theile, sich voneinander trennen, namentlich/wenn sie an und für sich ein ungleiches Ausdehnungsvermögen besitzen.

Als Beispiel diene wiederholt die Kreide, welche aus einem leicht luftsörmigcn ,Körper, der Kohlensäure, und aus einem festen, dem Kalk besteht. Glüht man dieKreide, so dehnt sich der lufttörmigc Bestandtheil viel stärker aus als der feste; dieKraft, welche diese beiden Stoffe zusammengehalten hatte, wird überwunden, sodaßdie Trennung eines Körper- in seine beiden Bestandtheile die Folge ist. SolcherScheidungen, die allein durch die Einwirkung der Wärme verursacht werden, Haidie Chemie eine große Anzahl auszuweisen. Allein was der Warme in der Chemieeine beiweitem ausgedehntere Rolle verschafft, ist der Umstand, daß sie nicht alleintrennend, sondern auch vereinigend wirkt.

Wenn 100 Loth Blei unter Zutritt von Luft längere Zeit geglüht werden, sterhält man eine gelbliche, pulverige Masse, sogenanntes Bleioxyd oder Bleiglätte,deren Gewicht 108 Loth beträgt. Es beruht dies darauf, daß ein in der Luft ent- ^haltener Körper, Sauerstoff genannt, mit dem Blei sich vereinigt hat. Die Kohlt/ein bei gewöhnlicher Temperatur so wenig veränderlicher Körper, daß sie Jahrta»'sende lang unverändert sich aufbewahren läßt, vereinigt sich ebenfalls bei einem gs'wissen Hitzegrade mit dem in der Luft vorhandenen Sauerstoff und bildet dar»"einen luftförmigen Körper. Es ist bekannt, daß alle Pflanzen- und Thierstoffe sichähnlich verhalte», indem sie verbrennen.

Es ist möglich, daß in den gegebenen Beispielen den Theilchen des Bleis »istder Kohle beim Erhitzen eine gewisse Beweglichkeit verliehen wird, die sie befähigt/mit dem in der Atmosphäre enthaltenen Sauerstoff in genauere Berührung zu ko»>'men und mit demselben sich zu verbinden. Immerhin bleibt unsere Vorstellungüber den Vorgang bei solchen Vereinigungen weniger klar als dies bei den durchdie Wärme bewirkte» Scheidungen der Fall ist. Man hat nämlich Beispiele, dakverschiedene luftfömige Körper, deren Theilchen an und für sich schon die groß"Beweglichkeit haben, sich nur dann chemisch miteinander verbinden, wenn sie crhftwerden. Wenn wir hierfür auch keine ausreichende Erklärung zu geben im Sta>Asind, so halten wir vorerst die Thatsache fest, daß die Wärme unzählige chemischErscheinungen hervorruft, und daß daher de? Chemiker vor allem es sich angelegt'sein läßt, das Verhalten des zu untersuchenden Körpers beim Erhitzen zu prüft"'

Die vorhin erwähnte und von jeher bekannte Thatsache, daß alle Pflanzt"',und Thierstoffe sich beim Erhitzen ähnlich verhalten, daß sie verbrennen und da"scheinbar in ein Nichts zerfallen, hat schon frühe Vorstellungen über die Gleichungkeit der Grundbestandthcile aller dieser Substanzen hervorgerufen. Allein erst d»^die genauere Methode der neuern Analyse sind diese Vorstellungen in der Weise ft^,gestellt worden, daß man Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff als"vier Elemente erkannt hat, aus welchen die ganze Mannichfaltigkeit der organisch"Gebilde besteht.

Analyse der Wassers.

Nachdem im Vorhergehenden der wichtige Einfluß der Wärme an sich 9^.worden ist, soll „un die Analyse eines Körpers beschrieben werden, die durch ^Wirkung eines ander» Stoffs bewerkstelligt wird. Wir wählen als GegenstandUntersuchung das Wasser, das insofern besondere- Interesse darbietet, als dasselbe .gemein bekannt und nach der gewöhnlichen Vorstellung eines der vier Elemente ft»' l