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Siebenter Band.
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Die Chemie.

gendste Beweiskraft, und der Chemiker sucht daher, wo immer möglich, diese beiden >Beweise für die chemische Constitution eines Körpers i» Ausführung zu bringen. ^Wir wollen der Untersuchung des Wassers noch eine andere hinzufügen, bei welcher ,nur solche Körper auftreten, die allgemein bekannt sind. -

Die Darstellung der schönen, feurigrothe» Farbe, welche Zinnober genannt 'wird, geschieht in Fabriken auf folgende Weise: 16 Gcwichtstheile Schwefel werdengeschmolzen, sodann nach und nach 100 Gcwichtstheile Quecksilber hinzugesetzt, wo-durch eine schwarze Masse entsteht. Man legt diese auf den Boden eines irdenenKrugs, der bedeckt und von unten längere Zeit erhitzt wird. Beim Zerschlagen desKrugs findet man nachher an seinem ober» Theile eine rothe Masse sitzen, die fein izerrieben den Zinnober darstellt. Bei gelungener Arbeit erhält man an Gewicht soviel Zinnober, als das Gewicht des angewendeten Schwefels und Quecksilbers zu-sammen beträgt, und man hat daher allen Grund überzeugt zu sei», dasi Schwefel ,und Quecksilber die Bestandtheile des Zinnobers sind.

Diese» synthetischen Beweis vervollständige» wir aber noch durch einen analy-tische», indem wir 116 Gcwichtstheile Zinnober mit 28 Eewichtstheilen Eisenseilcvermischen und in einer Retorte erhitzen. Man erhält alsdann in der Vorlage 100Gcwichtstheile metallischen Quecksilbers, während in der Retorte eine schwarze Massezurückbleibt, deren Gewicht 44 Gewichtstheile beträgt, da sie außer den 28 Gewichts-theilen des zugesetzten Eisens die 16 Gcwichtstheile Schwefel enthält, welche mitdem Quecksilber den Zinnober gebildet hatten.

Wir könnten noch Hunderte von Beispielen chemischer Analysen anführen; al-lein es darf angenommen werden, daß die angeführten hinreichen, um die folgendenSätze zu begründen, welche als leitende Grundsätze bei allen analytischen Arbeitengelten: 1) Die einfachen Stoffe verbinden sich miteinander in bestimmte» Gewichts- >Verhältnisse». 2) Daher muß das Gewicht der einzelnen Bestandtheile, in welche einKörper zerlegt worden ist, zusammengenommen genau so viel betragen, als das Ge-wicht des der Analyse unterworfenen Körpers. 3) Das Gewicht eines aus verschie-denen Bestandtheilen zusammengesetzten Körpers muß gleich der Summe der Gewichtejener Bestandtheile sein.

Ein Loth Wasser zerfiel im ersten Beispiele in ein Neuntel Loth Wasserstoff-gas und in acht Neuntel Loth Sauerstoffgas, das mit dem Eisen sich vereinigte.Sodann nahm ein Neuntel Loth Wasscrstoffgas beim Verbrennen aus der Lust achtNeuntel Loth Sanerstvffgas auf und bildete damit ein Loth Wasser.

Die einfachen Stoffe und ihre Einteilung.

Nachdem wir nun den Begriff der Materie an sich, die Bedeutung ihresGewichts für den Chemiker, sodann die Begriffe der einfachen, der chemisch zh'sammengesetztcn und der blos mechanisch gemengten Materie festgestellt, und dieMethode der chemischen Untersuchung, die Analyse erklärt und durch Beispiel/erläutert haben, möchte es an der Zeit sein, über die eigentliche Ursache der ehe"'"schcn Erscheinungen zu spreche», und namentlich die Erklärung der Thatsachegeben, daß die verschiedenen Stoffe immer in gewissen bestimmten Gcwichtsverhäü'nissen sich miteinander verbinden, wie z. B. das Wasser nie anders als aus ein""Neuntel Wasserstoff und aus acht Neunteln Sauerstoff zusammengesetzt gefunden w>^.'

Allein der Leser, den wir im Ganzrn als mit der Chemie wenig vertrautvorzustellen haben, wird nach dem seitherigen länger» Wege durch allgemeinere 2>e-trachtuug gern die Bekanntschaft der einfachen chemischen Stoffe zu machen 'vsch'scheu, und wie unvollkommen dies auch durch eine nur in der Kürze gestatteterakteristik geschehen kann, so läßt sich doch ohne dieselbe auf die Grundgesetze -Chemie nicht eingehen/ Man kennt bis jetzt 62 einfache Stoffe oder chemische ^mente. Indem wir die Namen derselben folgen lassen, erscheinen sie zugleich nachwissen Eigenschaften in mehre Gruppen vertheilt. Auch ist den Nalnen der '"eistenZeichen und eine Zahl beigefügt worden, auf deren Bedeutung wir später zurückko»'