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Siebenter Band.
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434 Die Chemie.

arten stehen da bevor, wenn wir fürchten müssen, in einem Körper, der untersuchtwird, etliche sechszig verschiedene Stoffe eingeschachtelt zu finden!

Der Chemiker zuckt etwas verlegen die Achsel; allein er kann nicht helfen: esist nun einmal so. Doch kann er dem ob der 62fachen Einfachheit erschrockenenLeser einigen Muth einsprechen in Folgendem: Erstlich sind diese Stoffe in so außer-ordentlich ungleichem Verhältnisse in der Natur vertheilt, daß die Hälfte derselbenals wahre Seltenheiten anzusehen, sodaß sie selbst dem Chemiker von Fach schwerzugängliche und kostbare Raritäten bleiben. Wir brauchen daher keineswegs zu fürch-ten, bei jedem chemischen Versuche, den anzustellen wir etwa Lust haben, gleich mitder ganzen Legion der Elemente unS herumschlagen zu müssen.

Die Natur ist allerdings einfach in ihren Mitteln und Gesehen. Die meistenmechanisch nicht weiter in Verschiedenes trennbaren Körper enthalten nur 2 — 4verschiedene Elemente. Chemische Verbindungen, die 6—7 einfache Stoffe enthal-te», sind selten. Indessen gibt es manche Minerale, die Gemische aus mehren che-mischen Verbindungen sind und 12—15 verschiedene Bestandtheile enthalten, und derenUntersuchung keine geringe Schwierigkeit darbietet.

I» dem oben gegebenen Verzeichnisse sind die häufiger vorkommenden und daherwichtigern Stoffe dadurch kenntlich gemacht, daß jedem derselben ein Zeichen und eintZahl hinzugefügt worden ist, auf deren Bedeutung wir spater zurückkommen werden-Rechnen wir die Stoffe, welchen diese Zeichen in unserer Aufstellung fehlen, ab, stbleiben im Ganzen 35 für die Erscheinungen der Wissenschaft sowol als die Bedürf-nisse des Lebens mehr oder weniger wichtige Stoffe. Auch selbst unter diesen sindnoch manche, die ziemlich selren oder von beschränkter Anwendung sind, wie z. D-das Brom, das Fluor, das Bor, das Strontium und das Wismuth. Andere sinddafür um so wichtiger, sowol durch die allgemeine Verbreitung als auch durch d>tMasse, in der sie auftreten. Hierher gehören in erster Linie: Sauerstoff, StickstoffKiesel, Calcium, Aluminium, und in zweiter Linie: Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwe-fel, Kalium, Natrium, Magnesium und Eisen.

Diese 12 soeben genannten Grundstoffe machen nicht allein die Hauptmasse derfesten Erdkruste aus, sondern es besteht aus denselben auch der Hauptsache nach d>*Luft und das Wasser, die Pflanzen und die Thierkörpcr. Die übrigen Stoffe si>^im Vergleiche mit den genannten nur in geringen Mengen vorhanden, und mehr*derselben bieten dabei die Eigenthümlichkeit dar, daß sie eine außerordentlich allgemein*Verbreitung haben, ohne dabei irgendwo in großen Massen aufzutreten; wie z.Chlor, Phosphor und Mangan, die fast nirgends in einem Ackerboden fehlen, we»nauch ihre Menge oft nur eine kaum nachweisbare Spur beträgt. Dagegen ff'"die meisten dieser Stoffe an einzelnen Gegenden von mehr oder weniger großer Aue-dehnung aufgespeichert, sodaß einige derselben, wie das Bor, das Platin, Sel*'und viele der neu entdeckten Metalle nur auf ganz vereinzelte Punkte beschränkt ^sein scheinen.

Auf die großen, unserer Untersuchung zugänglichen Naturgebiete vertheilen sichchemischen Elemente in folgender Weise: Die feste Erde hat als Hauptbestandlh*'.die mehr als drei Viertel ihrer Masse bilden, den Sauerstoff, das Kiesel, das A>"'Minium und das Calcium, während sämmtliche übrigen Stoffe den andern Theil bild**'

Das Wasser, wovon das des Meeres als Hauptmasse erscheint, besteht nurzwei Elementen, nämlich Wasserstoff und Sauerstoff. In demselben sind n>a»*^Stoffe aufgelöst enthalten, die jedoch zusammengenommen etwa nur ein ProcentGewichte des Wassers betragen, und von welchen das aus Chlor und Natriu»'stehende Kochsalz den größten Theil ausmacht.

Die Lust »st der Hauptsache nach ein Gemenge von nur zwei einfachen, 6^förmigc» Körpern, nämlich von Stickstoff, der vier Fünftel, und von Sauerstoff »ein Fünftel ihrer Masse ausmacht. Allein ähnlich wie das Meer enthält dienoch einige Stoffe beigemengt, von welchen Wasserdampf und Kohlensaure dernach die bedeutendsten sind.

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