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Siebenter Band.
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Die Chemie. 443

bedeutend, erlangt das Kiesel eine große Wichtigkeit durch seine Verbindung mit demSauerstoff, welche Kieselsäure, auch Kieselerde heißt, und bciwcikem den größten Theilder meisten Minerale ausmacht, sodaß nach dem Sauerstoff das Kiesel als das ingrößter Masse vorhandene Element befunden worden ist. Die schönste'Form, inWelcher die Kieselerde auftritt, ist die der Wasserhellen, sechsseitigen Säulen desBergkrystalls. Außerdem bestehen alle Minerale, welche zur Familie des QuarzesSchören, wie z. B. der Achat, Chalcedon, Carneol, Feuerstein, Amethyst u. s. w.,^>s fast reiner Kieselsäure, die überdies noch die Hauptmasse alles Sandsteins undSandes ausmacht. Allen diesen Mineralen ist eine große Härte eigen, sodaß sie amStahle Funken geben. Man wird sich billig wundern, daß ein so völlig geschmack-chser Körper wie die Kieselerde den Namen einer Säure erhalten hat. Allein wennb>e Kieselsäure in dieser Hinsicht eine Ausnahme von den Eigenschaften der Säurenwacht, so stimmt sie mit denselben doch in ihrem Verhalten gegen die MetalloxydeOberem. Sie bildet in der That mit dem Kali, Natron, Kalk, Bleioxyd und derThonerde eine Reihe von äußerst wichtigen Verbindungen, aus welchen die Massedes Glases, Porzellans, Steinguts und aller übrigen Thonwaaren besteht. Dieverschiedenen Gewässer enthalten geringe Mengen von Kieselsäure aufgelöst, die als-dann von den Pflanzen aufgenommen wird, sodaß sie ein niemals fehlender Be-"andthcil in der Asche derselben ist. Besonders hinterlassen die Gräser und Schach-telhalme beim Verbrennen eine sehr kieselreiche Asche. Aus diesem Grunde hat dieKieselsäure Bedeutung für die Pflanzenphysiologie.

Bor.

Das Bor gehört zu den seltenen Stoffen. Erst 1808 ist es in Form eineschvcoladfarbigen Pulvers aus der Borsäure abgeschieden worden. Die letztere kommt"v Mineralreiche theils als weißliches krystallinisches Pulver, theils mit Natron ver-bunden vor. Diese Verbindung heißt Borax und wird beim Schmelzen der edlenMetalle als Flußmittel benutzt. Ein charakteristisches Kennzeichen der Borsäure ist>e zeisig-grüne Farbe, welche die Flamme des Weingeistes annimmt, wenn etwasBorsäure m demselben aufgelöst war.

. . haben hiermit die Betrachtung der nichtmetallischen einfachen Stoffe voll-Kas», !> « ivenden uns zu der großen Reihe der Metalle. Es wird dem Lesers.. >. - diese an sich und in ihren chemischen Verbindungen große Unter-

Ichiede in Vergleich mit den Metalloiden darbieten. Während bei letzter« die Säu-men und gasförmigen Verbindungen und die Beziehungen zu den organischen Körpernbvrherrschten, werden wir bei den Metallen die alkalischen und färbenden Oxyde imArdergrund erblicken, welche die Basis der zahlreichen Classe der Salze ausmachen.7 ^ Physiologische Bedeutung der Metalle, die sich nur auf wenige beschränkt, wird"rch die große Wichtigkeit derselben in technischer Beziehung überboten.

Leichte Metalle: Kalium.

iu Kalium wurde seit 1807 als Metall dargestellt. Seine Entdeckung gehörtiuerkanm^'d'Estm der neuern Zeit, und das Verdienst derselben muß der Physikund dc« Über die chemische Zusammensetzung der 'Soda, der Pottasche

Chemiker h*eier Stoffe deS allgemeinsten, täglichen Verbrauchs, waren die

wußte ll. "" Anfange dieses Jahrhunderts noch in völliger Ungewißheit. Manasche k> der Kalk durch Glühen zu Atzkalk wird, und daß Soda und Pott-

ten; a/.H Behandlung mit gebranntem Kalk ebenfalls ätzende Eigenschaften erhal-nannt w^/'° dargestellten Körper, welche kaustische d. h. ätzende Alkalien ge-sache konnte man nicht weiter zerlegen und betrachtete sie daher als ein-

der Metattw" Stoffe. Aus der Ähnlichkeit, welche dieselben mit den Oxydendessen °^°"dcrs in ihrem Verhalten gegen die Säuren darbieten, schloffen in-Soda n?? D°"uker sch°» damals in richtiger Weise auf einen Metallgehalt der, Pottasche und des Kalks, eine Ansicht, die wegen des mangelnden Beweises