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Siebenter Band.
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Die Chemie. I

Calcium.

Das Calcium ist das Metall des bereits mehrfach erwähnten Kalks. Mit ^Kohlensäure verbunden ist dieser ein verbreitetes Mineral, daS in sehr verschiedenenFormen, unter verschiedenen Namen sich findet. Dahin gehören der schön krystalli- ^sirte Kalkspath, der weiße, körnige Marmor von Paros und Apari, dieses unvergleich-liche Material für die Hand des bildenden Künstlers, und die bunten Marmorarten,die so vielfache Verwendung finden. Erdig und abfärbend bildet der kohlensaureKalk unser nützliches Schreibmaterial, die Kreide, während aus harten Kalkplatten,vom feinsten Korn, die geschätzten lithographischen Steine bestehen. Den Schlußdieser Kalksorten bildet dann der gemeine Kalkstein, der nach seiner Wanderungdurch die Glut des Kalkofens das Bindemittel zu unsern Bauwerken abgibt. Allediese Kalke geben, wie dies früher schon näher erörtert wurde, ihre Kohlensäurein der Glühhitze ab, und gehen dadurch in ätzenden, mit Wasser löschbaren Kalk ,über. Von weitem Verbindungen des Kalks heben wir den schwefelsauren Kalk,kürzer Eyps genannt, hervor, der uns eine leichte Ausführung treuer Copien plasti-scher Kunstwerke gestaltet. Mit Kieselsäure verbunden ist der Kalk Bestandtheil des ^sogenannten Milchglases und vieler Minerale. Der phosphorsaure Kalk bildet die !harte Masse unsers Knochengerüstes. Die Verbindung des Kalks mit Chlor, dersogenannte Bleichkalk oder Chlorkalk, ist ein in den Kattunfabriken zu den Bleichun- ,gen in großer Menge verwendetes Material.

Das Gesagte überzeugt uns leicht von der großen und allgemeinen Wichtigkeitdes Kalks in technischer Beziehung. Allein auch für das Thier- und Pflanzenlebe»haben wir den Kalk als' einen der einflußreichsten mineralischen Stoffe anzusehen.Neben Kali macht der Kalk den Hauptbestandtheil der Pflanzenaschen aus, und fürdie Entwickelung mancher Pflanzenartcn und Pflanzentheile, wie z. B. des Klees .und der Getreidekörner, erscheint derselbe unentbehrlich. Ganze Thierclassen bilden ^aus kohlensaurem Kalke ihr Gehäuse, die Schalen ihrer Eier, und aus phosphor-saurem Kalke ihre Knochenmasse.

Barium.

Das Barium ist bemerkenswerth als das schwerste unter den leichten Metalle»,denn es ist vier mal dichter als das Wasser. Im Vergleiche mit den seither g*'nannten erscheint seine Bedeutung sehr untergeordnet. Das schwefelsaure Barium'oxyd, ein unter dem Namen Schwerspath bekanntes Mineral, wird fein gemahle"in ähnlicher Weise als Farbe benutzt wie das Blciweiß. Sehr charakteristisch ist ^jedoch, daß eine Flamme eine schöne zeifig-grüne Färbung erhält, wenn etwas salp<'tersaurer Baryt in dieselbe gebracht wird, weshalb dieses Salz Anwendung inKunstfeuerwerkerei findet.

Strontium.

DaS Strontium ist ebenfalls fast nur den Feuerwerkern von technischem 3"'teresse, denn das salpetersaure Strontian wird von diesen zur Darstellung ell"prachtvollen rothen Feuers benutzt. Das Strontium ist dadurch im vollen Sin"des Worts zu einer Rolle auf der Bühne berufen; denn ihm ist der rothe Fen^'schein in der „Stummen von Porti«" und in vielen andern unserer effectreichen ne>"Prunkstücke zu verdanken.

Magnesium.

Das Magnesium ist verbreiteter und wichtiger als die beiden vorhergehe"^Metalle. Seine Verbindungen zeichnen sich durch Bitterkeit des Geschmacks .medicinische Wirksamkeit aus. Daher hat sein Oxyd den Namen Bittererde .dessen Verbindung mit Schwefelsäure den des Bittersalzes erhalten. Dieses " lrend wirkende Salz ist Bestandtheil vieler Mineralquellen, wie der von t^PSaidschütz, Kissingen u. s. w. Auch das Meer enthält Bittererdesalze, unv