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Siebenter Band.
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Die Chemie. 447

Wasser hat daher den bitterlich salzigen Geschmack. Neben dem Kalke trifft manin vielen Pflanzentheilen auch die Bittererde an, so namentlich mit Phosphorsäureverbunden in den Cerealien. Ebenso enthalten manche thierische Concreiionen undSekretionen, j. B. Knochen und Harn, Bittererdesalze.

Aluminium.

Das Aluminium, der metallische Bestandtheil der Thonerde, die auch Alaun-erde oder Alumina heißt, ist ein graues Pulver, das jedoch einigen weißen Metall-Slanz annimmt, wenn es mit einem Polirstahle gerieben wird. Dieses Metall gehörtMit zu den verbreitetsten Elementen, und ist zugleich in solcher Masse vorhanden,i daß j„ Hinsicht dem Kiesel sich anreiht.

Die Besprechung der Verbindungen des Aluminiums bietet sür den Unbewan-I derlei, eine gewisse Schwierigkeit, wegen der für sie üblichen Benennungen. Man

! wird überhaupt im Verlaufe der Darstellung bemerkt haben, daß für die meisten

l ^mischen Verbindungen zweierlei Namen bestehen, wovon der eine gewissermaßen der

^ Sprache des Verkehrs entnommen ist, während der andere sich auf die chemische

^ Zusammensetzung bezieht und diese ausdrücken soll. Die erstere Benennung ist da-

. als eine empirische, die lehtere als die theoretische anzusehen. Dieser Umstand

I ^ für den Lernenden sehr verwirrend, zumal da in verschiedenen chemischen Werkenbald die eine, bald die andere Bezeichnung angewendet wird. Man könnte mitRecht von den Chemikern verlangen, daß sie hierin sich vereinigten und einer strengewissenschaftlichen Nomenclatur sich bedienten. Allein hier stellen sich unüberwindlicheSchwierigkeiten entgegen. Erstlich, wer soll in einer Wissenschaft, die der Weltangehört, die diktatorische Macht ausüben und die Namen ertheilen? Natürlich kann> dies nur von einer wissenschaftlichen Größe ersten Rangs geschehen, und in der That

hat Berzelius eine Nomenclatur ausgestellt, welche sür einen großen Theil der chemi-schen Verbindungen ausreicht und allgemeine Geltung erlangt hat. Allein stets wirdes Reihen chemischer Verbindungen geben, über deren Zusammensetzung noch Unge-wißheit oder ganz verschiedene Ansichten herrschen, und in der Praxis würden die

! *?!!^^aftlichcn Benennungen sich unbequem handhaben lassen. Daher ge-

licht selbst Berzelius in den meisten Fällen die gemeinhin üblichen Namen, z. B.

asjcr anstatt Wasserstoffoxyd und Kalk anstatt Calciumoxyd, ferner Kochsalz an-

statt Chlornatrium und Gyps anstatt schwefelsaures Calciumoxyd u. s. w.

Wir werden später sehen, daß die Chemiker noch eine Zeichensprache haben,Wodurch sie die Zusammensetzung eines Körpers viel kürzer und genauer auszudrücken>m Stande sind als durch Worte.

So hat denn auch das Oxyd des Aluminiums den Namen Thonerde behalten,b>e in der Natur in so verschiedenen Zuständen sich vorfindet, daß wir des Contra-lws von Kohle und Diamant uns erinnern.' Denn Edelsteine, die den ersten Rang"ach dem Diamant einnehmen, wie der Sapphir und Rubin, bestehen ebenso aus«»er Thonerde wie der Smirgcl, ein gemeines, unscheinbares Mineral, das nur durch^vße Härte sich auszeichnet und deshalb zum Poliren des Stahls verwendet wird.g"uf chemischem Wege abgeschiedene reine Thonerde ist eine weiße, unschmelzbare,

n Zunge stark anklebende Masse.

w wichtigsten erscheint uns die Verbindung der Thonerde mit der Kieselsäure,^ He Thon genannt wird, und leicht tritt der Fall ein, daß die Ähnlichkeit der"wen Thonerde und Thon diese beiden Körper verwechseln läßt, die, wie erwähnt,° verschiedene Zusammensetzung haben.

B Der Thon ist Bestandtheil einer großen Familie von Mineralen, durch derenEi, "»ring er in den Ackerboden übergeht, dem seine Anwesenheit die unschätzbareLa°^lchast verleiht, das Wasser aufzusaugen und zurückzuhalten. Der von dem"nd ^ werth gehaltene Mergelboden ist in der That ein Gencknge.von ThonI Kalk in geeignetem Verhältnisse, denn ein allzu großer Gehalt des erstem ver-