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Siebenter Band.
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448 Die Chemie.

leiht dem Boden zu viel Feuchtigkeit und Festigkeit, .sodaß, er nur eine dürftige Ve-getation ertragt.

Die Porzellanerde besteht aus einem reinen, ungefärbten Thon, welch kostbaresMaterial nur selten in einzelnen Gegenden sich findet, während der Pfcifenthonhäufiger ist. Lehm oder Letten heißt der durch Eisenoxyde gelb, roth oder grau ge-färbte, sehr allgemein verbreitete Thon, und die bekannte Verwendung der genanntenThonarten zu Geschirren aller Art, von den Kunstwerken der Manufakturen vonBerlin, Sevres und Meißen bis zu den berußten Töpfen unserer Küchen, lassenden Werth dieses Materials sehr ins Auge fallen.

Ein eigenthümliches Verhalten zeigt die Thonerde gegen die Pflanzenfarbcnund die pflanzliche Faser, indem sie mit beiden in Wasser unlösliche Verbindungenbildet. Sie ist dadurch in der Färberei der unentbehrliche Vermittler zwischen den-selben geworden, indem z. B. Baumwollenzcuche zuerst in eine Thonerdelösung, diesogenannte Beize, und nachher in die Abkochung eines Farbholzes gebracht und hier-durch dauerhaft gefärbt werden. Zu dieser Verwendung in der Färberei dient inder Regel der Alaun, eine Verbindung von schwefelsaurer Thonerde mit schwefelsau-ren! Kali, und überdies ausgezeichnet durch seine schöne Krystallform.

Endlich ist noch zu bemerken, daß die Thonerde ein gewöhnlicher Bestandtheilder Pflanzenaschen, und somit von physiologischer Bedeutung ist, die sich jedoch nichtauf das zoologische Gebiet erstreckt.

Überblicken wir nochmals die ganze Gruppe der leichten Körper, so läßt sicheine allgemeine Charakteristik derselben entwerfen und den schweren Metallen verglei-chend gegenüberstellen.

Die leichten Metalle sind silberglänzende Körper von geringerer Dichte undHärte, die im metallischen Zustande keine technische Verbindung haben. Ihre Ver-bindungen mit Sauerstoff, Chlor und Schwefel sind zum größer» Theile in Wasserlöslich und von eigenthümlichem, salzigem Geschmacke und farblos. Mit Ausnahmeder Barytsalze zeigt keine dieser Verbindungen eine giftig^ Wirkung. Ihrer medici'Nischen Wirksamkeit erinnert man sich bei den Namen Ätzkali, salpetersaures Kali/Jodkalium, Chlornatrium, doppelt kohlensauris Natron, Bittererde, Bittersalz, Glau-bersalz, indem diese die gebräuchlichsten derselben sind. Die technische Bedeutung derVerbindungen leichter Metalle knüpft sich an die Namen der Pottasche, Soda, Sal'perer, Kochsalz, Glas, Kalk, Bleichkalk, Thon, Porzellan und Alaun. In Hinsichtauf Ackerbau erinnern wir, daß dieselben in Verbindung ""l Kieselsäure die Haupt'masse Dessen ausmachen, was wir Erde, Boden und Gestein nennen. Dix Ver'bindungen leichter Metalle stehen in wichtiger Beziehung zum Pflanzen- und Thier'leben, und als vegetabilische Nahrungsmittel haben wir anzuführen das Kali, N»'tron, den Kalk, die Bittererde und Thonerde, während Kochsalz, Kalk und Bitterer^unentbehrlich für die animalische Ernährung sind.

Schwere Metalle.

Die schweren Metalle sind glänzende Körper, deren Darbe jedoch die llntcrschi^von silberweiß, grau-weiß, grau bis grau-schwarz, gelblich, gelb und roth darbieteund eS erscheint hierdurch schon angedeutet, daß wir diese Metalle als die färben^Principien der unorganischen Materie anzusehen haben. Dieselben besitzen eineDichte und Härte, und auf diese Eigenschaften gründet es sich, daß sie ihre Hs"s.anwendung in der Technik im metallischen Zustande finden. Der größere Theil mrer Verbindungen mit Sauerstoff, Chlor und Schwefel ist in Wasser unlöslich» ^,löslichen haben einen eigenthümlichen, unangenehmen Geschmack, den sogenaimMetallgeschmack, und fast alle besitzen eine entschiedene, lebhafte Farbe. Sie erthe>den Gesteinen und Erden die Farbe, während die leichten Metalle deren Masse ^den. So sink» es Eisen und Mangan, von welchen die gelben, braunen und ro yFärbungen herrühren, während Blau oder Grün die Charakterfarbe der KuplKobalt- und Chromverbindungen ist.