450 Die Chemie.
zu feinem Draht ausziehen. Der Stahl endlich, der einen geringen Kohlegehalt hat,vereinigt, je nach der ihm werdenden Behandlung, Härte und Sprödigkeit oder Härteund Elasticität. Wird nämlich dieses merkwürdige Metall rothglühend gemacht undrasch in kaltes Wasser getaucht, was der Stahlarbeiter das Ablöschen nennt, so er-langt der Stahl außerordentliche Härte, die wir an Fellen, Steinmeiseln und Me-tallbohrcrn schätzen. Allein dem also gehärteten Stahle können durch gelindes Glü-hen und langsames Erkaltenlassen verschiedene Abstufungen von Härte und Elastici-tät gegeben werden, wodurch er ein zur Anfertigung von Uhrfedern, Klingen, Säge-blättern und vielen andern nützlichen Eeräthen geschicktes Material wird.
Die gleichzeitige Einwirkung von Feuchtigkeit und Luft wirken rasch oxydircndauf das Eisen, wie uns das schnelle Rosten von in die Erde gebrachten eisernenGegenständen zeigt. In der Luft befindliche Eisengeräthe, z. B. Geländer und Ket-ten, die alsbald wieder trocken werden, haben eine größere Haltbarkeit, die man über-dies durch schützende Anstriche von Farben und Firnissen zu erhöhen sucht.
Die löslichen Eisensalzc zeichnen sich durch ihren herben Geschmack aus unddurch die violette bis schwarze Färbung, die entsteht, sobald sie mit gerbstoffhaltige»Flüssigkeiten, z. B. Auszügen von Gallapfeln oder Eichenrinde, in Berührung kom-men. Es zeigt sich diese Einwirkung schon, wenn wir Obst mit einen, eiserne»Messer zerschneiden. Daher haben die Eisensalze eine ausgebreitete Anwendung zu»>Färben der Zeuge, des Holzes, des Leders, vom Violett bis ins Schwarze, undunser wichtiges Vcrkehrmittel, die Tinte, ist eine solche eisenhaltige Farbe. Als Ty-pus der Eisensalzc mag das schwefelsaure Eisenoxydul dienen, dessen schöne, blaß-grüne Krystalle auch noch den ältern Namen grüner Vitriol führen.
Der rothe Farbstoff des Bluts enthält Eisen, und dessen Gesammkgemenge vo>»Blute eines Erwachsenen beträgt etwa ein halbes Loth. Daß dieser Eisengehalt eintBedeutung für die Lebensverrichtung hat, geht aus der günstigen Wirkung eisenhal-tiger Mineralwasser bei solchen Übeln hervor, von denen wir wissen, daß sie die Folgteiner fehlerhaften Beschaffenheit oes Bluts sind.
Mangan.
Das Mangan ist ein dem Gußeisen ähnliches, sehr hartes und sprödes Mctall-das nur in der allerstärksten Hitze zum Schmelzen gebracht werden kann und keilst^technische» Anwendung fähig ist. Eine sauerstoffreiche Verbindung desselben, ^Manganüberoxyd oder Braunstein heißt, wird jedoch in der wissenschaftlichen »»"technischen Chemie vielfach benutzt. Ein Mangangehalt kann den Mineralen rost"'rothe, violette, braune und schwarze Färbungen ertheilen. Das Mangan ist z>"^sehr allgemein verbreitet, jedoch selten in größerer Masse sich zeigend.
Chrom.
Auch das Chrom theilt mit dem reinen Eisen und Mangan die geringe Sehnst^barkeit. Es ist in der That noch nicht gelungen, dasselbe in rechten Fluß zu lü>"'gen, daher von einer metallischen Verwendung desselben keine Rede sein kann.
1797 ist das Chrom entdeckt worden, und es hat seinen Namen, der so vielFarbe bedeutet, deshalb erhalten, weil alle seine Verbindungen lebhaft gefärbt st"'sodaß es deren von blauer, grüner, gelber, orangegelber, zinnoberrother, granatrowund violetter Farbe gibt. Eine nützliche Anwendung haben jedoch nur das ch"°'§saure Bleioxyd, Chromgelb genannt, und das grüne Chromoxyd, und zwarletztere vorzüglich in der Glas- und Porzellanmalerei. Das Chrom ist einesweniger verbreiteten Metalle.
Kobalt.
Das Kobalt ist zwar ebenfalls sehr streng flüssig, doch gelingt es,geschmolzenem Zustande darzustellen, in welchem es stahlgrav erscheint und eine Iw ,Politur annehmen kann. Man verwendet dasselbe jedoch nicht als Metall, sv'