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Siebenter Band.
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Die Chemie.

Es würde nun schon eine große Anzahl und Mannichfaltigkeit von chemischenVerbindungen ausmachen, wenn wir annehmen, daß von jedem der 62 einfachenStoffe je ein Atom sich mit je einem Atom aller übrigen verbinden würde. So würdees 61 verschiedene Salierstoffverbindungen, ebenso viel Schwefelverbindungen u. s. w.geben, im Ganzen also etwa 4000 verschiedene chemische Verbindungen. So großdiese Zahl erscheint, so ist die Anzahl der möglichen chemischen Verbindungen dochnoch viel größer, indem nicht nur zwei verschiedene Atome sich vereinigen (wie inden Beispielen des Wassers und Zinnobers), sondern auch drei, vier, fünf, ja selbstsechs Atome verschiedener Stoffe zu einer chemischen Verbindung zusammentreten kön-nen. So z. B. finden wir noch in dem kleinsten Stäubchcn von Alaun viererleiverschiedene Atome, nämlich Schwefel, Sauerstoff, Kalium und Aluminium. Dochsind die chemischen Verbindungen selten, in welchen mehr als fünf einfache Stoffeangetroffen werden. Allein selbst hiermit ist die Grenze der möglichen chemischenVerbindungen noch nicht abgeschlossen. Ihre Zahl erstreckt sich säst ins Unberechen-bare, da nicht nur ein einziges Atom des einfachen Stoffs, sondern zwei, drei, vierund mehr derselben sich miteinander verbinden können. So z. B. ist die Schwefel-säure eine chemische Verbindung von einem Atom Schwefel mit drei AtomenSauerstoff.

Chemische Zeichen.

Die Chemiker haben nun zur kürzern und genauern Bezeichnung der chemischenVerbindungen die chemischen Zeichen und Formeln eingeführt, deren Entzifferungviel leichter ist, als der Uneingeweihte vielleicht denkt, der ein chemisches Werk vollsolcher Formeln aufschlägt.

Das Atom eines jeden einfachen Stoffs wird durch einen Buchstaben vorge-stellt, welcher der Anfangsbuchstabe seines deutschen oder lateinischen NamenS ist-Da mehre Elemente mit gleichen Buchstaben beginnen, so wird in diesem Falle nochein folgender aus dem Namen zur Unterscheidung hinzugefügt. So ist 0 das che-mische Zeichen für Sauerstoff von Ox^gemum; II für Wasserstoff von ll^cirogemum;

8 für Schwefel; 6l für Chlor; big für Quecksilber von ll^clrarg^ron; ke für Eisenvon kori-um; Ls für Kalium; Na für Natrium u. s. w.

Will man nun eine chemische Verbindung aus irgend welchen Stoffen bezeich-nen, so setzt man nur die Zeichen derjenigen Atome nebeneinander, aus welchen die-selbe besteht. So bedeutet HO die Verbindung von einem Atom Wasserstoff miteinem Atom Sauerstoff, die Wasser genannt wird; IlgL ist die Form des Zinnobers,die aus einem Atom Schwefel und einem Atom Quecksilber besteht. Sind in einerVerbindung mehre Atome eines Stoffs enthalten, so wird dies einfach durch eineHinzufügung von Ziffern ausgedrückt, z. B. 80» ist die Formel der Schwefelsäure,die aus einem Atom Schwefel in Verbindung mit drei Atomen Sauerstoff besteht!ker 0» ist die Verbindung von zwei Atomen Eisen mit drei Atomen Sauerstoff,welche Eisenoxyd genannt wird. Da die Atome der verschiedenen einfachen Stofftein eigenthümliches Gewicht besitzen, so drücken jene Formeln zugleich die Gewichts^Verhältnisse aus, in welchen die Bestandtheile in einer Verbindung enthalten sind.

Als Ursache der chemischen Erscheinungen wurde die zwischen den Atomen ver-schiedener Stoffe stattfindende Verwandtschaft bezeichnet, und wir haben über dieWirkungsweise dieser Kraft noch Einiges hinzuzufügen. Es ist klar, daß ein Körperdurchaus keine chemische Veränderung erleidet, solange er außer aller Berührung ">>andern Stoffen sich befindet. Zur Hervorrufung einer chemischen Erscheinung udaher die Wechselwirkung von wenigstens zwei einfachen Stoffen erfodcrlich. We>mjedoch zwei oder mehre Elemente sich miteinander verbunden haben, so bleiben sisolange in diesem Zustande, bis eine von außen wirkende Ursache die Verbindungwieder aufhebt oder, wie der Chemiker sich ausdrückt, eine Zersetzung oder Zerlegungderselben hervorruft.

Die chemische Verwandtschaft zeigt jedoch nur dann ihre Wirksamkeit, we