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Siebenter Band.
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Die Chemie. 459

die verschiedenen Stoffe sich auf das unmittelbarste einander berühren, und selbstalsdann sind in der Regel noch besondere begünstigende Umstände nöthig, damit dieVerbindung vor sich gehe. Wir haben als erste Erundkraft der Atome die Cohä-sion bezeichnet, welche die Atome der Körper zusammcnhält. Wenn aber eine che-mische Verbindung stattfinden soll, so müssen sich alle Atome der bcthciligtcn Körperin Bewegung setzen, sie müssen ihren seitherigen Zusammenhang aufgeben, um ineine neue Anordnung mit den chemisch verwandten Atomen zu treten. Wollte manstch hiervon ein versinnlichcndes Bild machen, so denke man sich alle schwarzen Fel-der eines Schachbrers nebeneinander gereiht, die jetzt die zusammenhängenden Atomeeines einfachen Körpers, z. B. des Schwefels — 8 vorstellen. Ebenso bilden dieheißen Felder, für sich allein in Zusammenhang gedacht, einen andern Stoff, dasQuecksilber — Hg. Nachdem sich jedoch beide Elemente miteinander zu Zinnober^ ligs verbunden haben, erscheint je ein Quecksilbcratom neben einem Schwefel-atom, also je ein schwarzes Feld neben einem weißen, wie dies beim Schachbretder Fall ist.

In den wenigsten Fällen haben jedoch die Atome der einfachen Stoffe eine^»reichende' Beweglichkeit, damit eine solche Unordnung in Folge der chemischen Ver-wandtschaft sofort von statten gehen kann. Die letztere Kraft ist selten hinreichendstark, um die Zusammcnhangskraft zu überwinden. Man sieht daher ein, daß Kör-hrr, die einen geringen Zusammenhang haben, wie Gase und Flüssigkeiten, mehr zurchemischen Verbindung geeignet sind als feste Körper. Es wurde schon bei einerluihern Gelegenheit der förderliche Einfluß der Wärme auf die Einleitung chemischerVerbindungen erklärt, indem sie den Zusammenhang der Körper vermindert.

Oft tritt auch der Fall ein, daß nur die an der Oberfläche liegenden AtomeI verschobener Stoffe miteinander sich verbinden. Blankes Zink und Kupfer, der Luftausgesetzt, überziehen sich sogleich mit einer Oxydschicht, indem ihre äußersten Atomemit dem Sauerstoff der Luft sich verbinden. Allein die innern Atome sind durchlesen Überzug von Oxyd vor der Berührung mit Sauerstoff geschützt und könnensich daher nicht mit demselben verbinden.

er, F äußert gegen viele Stoffe, die wir lösliche Körper nennen, z. B.

sick eigenthümliche Wirkung. Es scheinen die Atome des Wassers

sich zwischen die der löslichen Körper zu drängen und deren Zusammenhang aufzu-yeben, sodaß man jetzt eine flüssige Mischung von Wasscratomen mit Atomen vonZucker oder Salz erhält, die man eine Auflösung nennt. Die letzter« erleiden dabeikeine Veränderung, denn wenn man durch Erwärmung das Wasser entfernt, sonähern sich die Atome des Salzes einander und bilden wieder die kleinen würfel-förmigen Krystalle.

Von dieser lösenden Kraft des Wassers wird nun in der Chemie die auSge-breitetste Anwendung gemacht, um die Atome der Körper beweglicher und daherchemisch leichter aufeinander einwirkend zu machen, und in jedem neuern Werke fin-" sich der treffende Ausspruch der alten Chemiker wiederholt: vorpora non sguntw» llunla (die Körper wirken nicht aufeinander, wenn sie nicht flüssig sind).

, daß der auffallendsten Erscheinungen bei chemischen Operationen ist nun die,oder V ^^dh"t>enen Stoffe einen sehr ungleichen Grad von chemischer Anziehungmiteinan^^Eschaft gegeneinander äußern. Wenn drei oder vier einfache StoffeFälle - , ^"glitte Berührung gebracht werden, so können sehr verschiedene

bind!, Entweder verbinden sich alle vier Stoffe zu einer chemischen Ver-

drei ^er es vereinigen «sich je zwei derselben. Allein es ist möglich, daß nurdaß verbinden und der vierte übrig bleibt, oder nur zwei verbinden sich, ohneErfa^ ^ "bvigen zusammentreten. Für solche Fälle sind wir lediglich auf diekintr e ""gewiesen und nur diese allein kann uns sagen, welche ErscheinungenTv "'"^"den, wenn diese oder jene Stoffe miteinander in Berührung kommen,daß k ^ ^ der gegebenen Charakteristik der einfachen Stoffe erinnern,

°er Sauerstoff, da§ Chlor, die Schwefelsäure, das Kalium als Körper mit