- Die Chemie. 461
schmack, das Verhalten gegen blaue, grüne und rothe Pflanzenfarben, und manunterscheidet sie hiernach in Säuren, Basen und in neutrale und indifferente Körper.
Als Säuren betrachtet man diejenigen chemischen Verbindungen, welche einensauren Geschmack haben, und durch welche die blaue Farbe der Pflanzenstoffe inNoth verändert wird.
Basis oder Base wird dagegen eine solche Verbindung genannt, welche einen"augengeschmack besitzt, und die in Berührung mit einer blauen Pslanzenfarbe diesem Grün verwandelt.
Säuren und Basen haben gegenseitig eine große Verwandtschaft zueinander. Sievereinigen sich leicht zu Verbindungen, die Salze genannt werden^ und welche wederlaure noch basische Eigenschaften besitzen, weshalb man sie zu der dritten Classe, zude» neutralen Körpern rechnet.
Nicht alle Säuren und Basen haben jene charakteristischen Eigenschaften inS^ich stark ausgeprägtem Grade. Bei einigen Säuren geht der saure Geschmackbis i„ das Ätzende, sodaß sie innerlich und äußerlich als zerstörende Gifte wirken,wie dies bei der Schwefelsäure, Salpetersäure und Salzsäure der Fall ist. Anderesäuren haben dagegen einen angenehmen sauren Geschmack, ohne ätzend zu sein,w>e die Citronensäure und Essigsäure, sodaß wir sie häufig an unsern Speisen ver-wenden. Bei manchen Säuren ist der Geschmack kaum merklich, wie bei der Kohlen-wnsäure, und die Kieselsäure ist ganz geschmacklos.
Die Basen bieten ganz ähnliche Erscheinungen dar. Während das Kali undNatron ätzend sind und selbst in sehr mit Wasser verdünnten Lösungen noch starkschmeckende Laugen darstellen, sind die Bittcrerde und Thonerde, das Eisenoxyd undwele andere ganz geschmacklos.
Man spricht daher von starken und von schwachen Säuren und Basen, jenachdem die genannten Eigenschaften mehr oder weniger auffallend hervortreten. Auch>st man gewöhnt, sich Säuren und Basen als Gegensätze, als Antagonisten zu den-ken, da ein durch Säure gerölhetes Blau von einer Basis wieder hergestellt wird,m,d überhaupt die beiden Classen von Körpern, wenn sie sich verbinden, ihre Eigen-schaften gegenseitig abstumpfen.
. - flch des blauen Safts der Veilchen, der Schwertlilien oder auch
es Blaukohls bedienen, um Versuche über die saure, basische oder neutrale Beschaf-fenheit der Verbindungen darzustellen. Zur Vermeidung von Aliisvcrständnissen mußjedoch hervorgehoben werden, daß der Indigo als Pslanzenfarbe eine Ausnahme macht,mdem sein kräftiges Blau weder durch Sauren noch Basen eine Veränderung erfährt.
Die Classe der neutralen Körper äußert, wie bereits erwähnt wurde, keinenverändernden Einfluß auf die Pflanzenfarben; allein eine weitere Eigenthümlichkeitdieser Verbindungen ist, daß sie nur eine geringe Geneigtheit zeigen, weitere ehechssche Verbindungen einzugehen, daß sie in dieser Hinsicht den Säuren und Basenjedenfalls nachstehen, daher sie auch die Bezeichnung der indifferenten Stoffe erhalte»^.^spiele der Art sind außer sämmtlichen Salzen das Wasser, der Zinnober,d°r Zucker, der Weingeist und viele andere. "
Unorganische und organische Verbindungen.
In der Regel findet man jedoch in den chemischenKörper in zwei Hauptgruppen geschieden, nach Ar ^st ^ ^ ^
nämlich m unorganische und m organisch- Korp-r. / wissenschaftlichen
lebhaft in« Gedächtniß, ?as gleich an ang^ über ^ sLch^L-
Eelnete gesagt wurde, ''»«'lZ, daß h «wA« « „ den Kreis in 360 Grade
td E-' südliche Hemisphäre unterscheidet.
theilt oder die Erde m die nördliche und 1 -> 5 ^ als Minerale,
Unorganische Verbindungen find-" l'ch organischen Verbindungen in
»der sie werden aus solchen dargestellt, wahrend die organischen
Pflanzen- oder Thierkorpern angetroffen °d-r doch von diesen abgeleitet