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Die Chemie.
Essigsäure überfuhren, lauter organische Verbindungen, die sich durch directes Zu-sammenbringen ihrer Elemente nicht darstellen lassen. Die Obstrcife, die Eährung,die Fäulniß und die Verwesung sind solche organische UmseHungsprocesse, bei welchenGruppen von organischen Verbindungen in einfachere Gruppen zerfallen.
Zsomerie.
Schon oben wurde eine Übersicht der Vertheilung der Elemente gegeben, wobeies sich zeigte, daß die organischen Körper, also Pflanzen und Thiere, sowie die Pro-dukte derselben aus vier Elementen bestehen, nämlich aus Kohlenstoff, Wasserstoff,Sauerstoff und Stickstoff. Rechnen wir hierzu noch für einige Fälle den Schwefel,so sind dies auch die Bestandtheile der unzähligen organischen Verbindungen, diesich aus den Erzeugnisse» des Pflanzen- und Thicrreichs ableiten lassen.
Darunter sind auffallenderweise nicht wenige, die genau eine gleiche Anzahlvon Atomen derselben Elemente enthalten und dennoch sehr verschiedene Eigenschaf-ten besitzen. Das Terpentinöl z. B. besteht aus fünf Atomen Kohlenstoff, verbun-den mit vier Atomen Wasserstoff. Das Citronenöl und das Öl der Wachholder-beeren haben, genau dieselbe Zusammensetzung; und wie verschieden ist der Geruchdieser drei Öle! Würden wir uns den lieblichen Geschmack, welchen das Citro-nenöl dem Punsche und der Limonade verleiht, wol durch einen Terpentiugeschmackersehen lassen? Gewiß ebenso wenig als der Holländer sich einen Gcnevcr würdegefallen lassen, der Terpentinöl anstatt des Wachholdcrbeeröls enthielte.
Chemische Verbindungen, die genau dieselben Bestandtheile in gleichen Ge-wichtsverhältnissen enthalten, dabei aber verschiedene Eigenschaften haben, nennt manisomer, und die Existenz derselben ist eine Stütze für die Ansicht, daß die Materieaus Atomen besteht, die sich bei ihrer chemischen Vereinigung nebeneinander ordnenund sich gegenseitig nicht durchdringen.
Die Lehre von den Atomen ist zugleich die Lehre von der innern Mechanik derMaterie, sowie die Astronomie die Mechanik der zu Weltkörpern geballten Materieist. Die Ansicht von der Existenz der Atome ins Bereich der Hirngespinnste zuverweisen, weil wir nicht im Stande sind, dieselben zu sehen, wäre eine voreiligeVerurtheilung. Sowie wir zu weit von vielen Nebelflecken entfernt sind, um die-selben durch die mächtigsten Fernrohre i» einzelne Sterne aufzulösen, so sind wirvon den Atomen zu weit entfernt, um selbst durch die besten Mikroskope die Grup-pen chemischer Verbindungen in ihre einzelnen Atome aufzulösen. Sie sind dahernur dem geistigen Auge sichtbar, das, gestützt auf Thatsachen, die nur durch dieHypothese der atomistischcu Constitution der Materie sich erklären lassen, ein deutli-ches Bild von der wunderbaren Fügung der Atome in den verschiedenen chemischenVerbindungen sich entwirft.
Beim Überblick der einfachen Stoffe wurden zugleich die wichtigern ihrer unor-ganischen Verbindungen mit aufgeführt, und es bleibt uns als Schluß dieser Dar-stellung noch übrig, die organischen Verbindungen einer kurzen Betrachtung zuunterwerfen.
Charakter der organischen Verbindungen.
Die organischen Stoffe zeigen in ihrem allgemeinen Verhalten manches über-einstimmende, welches die natürliche Folge ihrer Zusammensetzung aus denselben Ele-menten ist. So sind sie vollständig verbrennlich, weil sowol der Kohlenstoff als auchder Wasserstoff, Stickstoff und Schwefel mit dem Sauerstoffe gasförmige Produktezu bilden vermögen. Indem hierbei der Kohlenstoff etwas schwieriger verbrennt alsdie übrigen Stoffe, schwärzt sich ein organischer Körper in der Regel, wenn er er-hitzt wird und bevor er vollständig verbrannt ist, ein Vorgang, der Verkohlung ge-nannt wird.
Alle organischen Körper enthalten Kohlenstoff, daher man diesen als das charak-teristische Element derselben bezeichnet hat. Manche b.estehen aus einer Verbindung