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Siebenter Band.
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474 Preußen seit 1849 bis Ende 1850.

Wege der Revision aus der Verfassung zu beseitige», und dann, diese revidirte Ver-fassung in der Hand, der Regierung zu erklären, daß man nunmehr die Verfassunganerkenne. Die Rechte hingegen wollte eben gerade den Erlaß einer Adresse, umdie Rechtsgültigkeit der octroyirten Verfassung sofort außer Frage zu stellen. Dieconservativ-constitutionelle Partei Vincke gedachte so einen neuen Ncchtsboden zu schaffen: "

sie glaubte damit die innern Zustände so gesichert, daß man alsdann d:r deutschenFrage leichter die definitive Lösung würde,gebe» können. Dies Letztere blieb der Hebelihrer ganzen Politik. Diese Partei, deren Führer schon von Frankfurt aus das Mi-nisterium Brandenburg gestützt und gekräftigt hatten, war zwar seitdem in ihremVertrauen zu den konstitutionellen Gesinnungen des Cabinets etwas wankend geworden,glaubte aber dennoch, durch Nachgiebigkeit in den innern preußischen Fragen sichdessen Willfährigkeit in der deutschen Angelegenheit zu sichern. Wir werden sehen,

Wie bald diese kurzsichtige Politik getäuscht wurde.

So wurde denn in der Adreßdebatte die Linke, trotz der größten Anstrengungenihrer Rednertalente, allerdings mit einer Majorität von nur 13 Stimmen, geschla-gen: die zweite Kammer erkannte die Verfassung als rechtsgültig an. Derselbe Be-schluß war bereit- in der ersten Kammer, nur mit viel bedeutenderer Majorität,durchgegangen.

Stellung der Regierung zur deutschen Frage, die Parteien in PotSdani, die Circularnotevom 2Z. Januar, der engere Bundesstaat und die Partei Gagern.

Wichtiger fast als die preußische Verfassungssrage erschien den Meisten dieStellung zu Frankfurt. Der Paragraph der Adresse, welcher die deutsche Sache be-traf, rief denn auch in beiden Kammern die lebhafteste Debatte hervor. >

Der Schwerpunkt der deutschen Frage lag schon um diese Zeit weit mehr inden Cabineten als in der frankfurter Versammlung. Mit Hülfe der moralischen, inmehren Fällen auch materiellen Unterstützung, welche die letztere im Laufe des Jahres1848 bei allen Gelegenheiten den Einzelregierungen gegen die Kammern und Bevöl-kerungen gewährt hatte, waren diese allmälig wieder in den Besitz der Macht gelangt,welche sie im Momente der Gefahr mit den Völkern getheilt hatten. Preußen vor-nehmlich! Die preußische Regierung zeigte sich auch für die im November von großemWerthe gewesene Unterstützung dem äußern Scheine nach sehr erkenntlich gegen diedeutsche Nationalversammlung. Zwar verwarf das berliner Cabinet, nicht wenigerals die übrigen Regierungen, die Souveränetät deS Parlaments. Nur sehr wenigefrankfurter Beschlüsse wurden in Preußen vollzogen. Allein die preußische Regierungging dabei stets mit einer gewissen Schonung zu Werke; offene Absagebriefe, wievon Ostreich, Hannover, Baiern u. s. w. ausgegangen waren, wurden in Berlinnicht geschrieben. Theils ließ sich von Frankfurt noch für Preußen Ersprießliches er-warten, theils hielt man wol die Zeit noch nicht gekommen, Frankfurt fallen zu lassc"-

Diese Politik des Zuwartens mußte indessen ein Ende nehmen. Das frankfut'ter Parlament war im Januar mit der ersten Lesung der Verfassung ziemlich sertig-Östreich hatte sich bereits über sein Verhältniß zu Deutschland ausgesprochen. 3"dem Programm von Kremsier war der östreichische Einheitsstaat als Grundlage aus'gestellt, war gesagt, daß erst, wenn Ostreich einerseits und Deutschland andererseitsneu organisirt sein würden, das gegenseitige Verhältniß beider geordnet werden körnigDie Folge hiervon war der Eintritt Gagcrn's in das Neichsministerium gewesen, sowltdessen Programm, welches den deutschen Bundesstaat unter preußischer Leitung (?ctztt>,^war freilich öffentlich noch nicht ausgesprochen) und die weitere Union mit Ostre^ lvoranstellte. Zwar protestirte das wiener Cabinet in einer Note vom 28. Der. gtl>t' !die Annahme Gagern's, daß Östreich in den deutschen Bundesstaat nicht eintretekönne und wolle; es erschien jedoch diese Versicherung nicht aufrichtig, wie sichbald erwies.

Daß das frankfurter Werk, nachdem Östreich sich davon losgesagt, nur »nPreußens Hülfe zzr Stande kommen könne, war Jedem klar. In Berlin würdig