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Preußen seit 1849 bis Ende 1859.
Staate» hatten sich an den Conferenzen nicht bethciligen wollen, nachdem sie soebenerst die frankfurter Verfassung als rechtsgültig anerkannt hatten. Der ersten Eon-ferenz, am 17. Mai, wohnte auch der östreichische Gesandte, Baron von Prokesch-Osten, bei, ohne jedoch sich an der Debatte zu bethciligen. Vielmehr erklärte er amSchlüsse der Sitzung, daß er weitere Verhaltungsbefehle von Wien abwarten müsse,ehe er sich direct an den Berathungen betheilige, und daß also sein Schweigen nichtals Zustimmung zu dem Resultate der bisherigen Erörterungen betrachtet werdenkönne. Dieser Erklärung ließ Herr von Prokesch am 18. Mai ein Schreiben anHerrn von Radowitz folgen, worin er seine fernere Gegenwart bei den Conferenzeninsofern für überflüssig erklärte, als der Verfassungsentwurf für den engern Bund,in welchem für Ostreich kein Platz gelassen sei, den östreichischen Bevollmächtigtengar nicht oder doch nur entfernt berühre.
Den Bevollmächtigte» der Königreiche schien damit das Losungswort gegeben- ,In der ersten Sitzung waren sie Alle in die Berathung über die Reichsverfassung
eingegangen. Schon in der zweiten Sitzung aber, nach Verlesung des erwähnten
Schreibens, erhoben sie Bedenken. Sachsen stellte vor, daß es an der nöthige»
Zeit zur Vorprüfung der preußischen Vorlage gemangelt, und daß man daher die
frühern und folgenden Erklärungen nicht für bindend, vielmehr zunächst nur nochals vorläufige Auslassungen zu erachten habe. Ähnliches erklärten Baiern und Han-nover, mit besonderer Hinweisung auf die noch zu erwartende Antwort Östreichs-Preußen verwahrte sich entschieden dagegen, daß man die Berathungen nur als vor-läufige zu betrachten habe. Das Werk üiüsse jetzt zum Abschluß kommen. Und,erklärte Herr von Radowitz, könnten die andern Regierungen nicht mehr mit Preußengehe», so müsse es seinen Weg allein gehen. Dieselbe Erklärung wiederholte Herrvon Radowitz, als der hannoverische Bevollmächtigte fortfuhr, im Laufe der Bera-thungen über das Oberhaupt, die von Östreich selbst abgelehnte Eventualität seinesBeitritts zum engern Bunde, als maßgebend für die Verfassung des engern Bundesgeltend zu machen. Inzwischen war die östreichische Note, deren bereits erwähnt wor-den, und welche die preußischen Vorschläge ablehnte, eingetroffen, und man dursteerwarten, daß Diejenigen, denen es mit dem engern Bunde Ernst, das Maß derRücksichten auf Östreich für erschöpft halten würden. Es war aber eben nicht Alle»Ernst mit der Sache. Sowie Baiern gegen die Reichsverfassung gewesen, weil fitPreußen an die Spitze stellte, so war es gegen den engern Bundesstaat, weil auchdieser die Oberleitung an Preußen übertragen sollte. Baierns ganze Politik war amdie Herstellung einer dreitheiligen Bundesgewalt gerichtet, ein Ziel, daß es mit HülstÖstreichs zu erreichen gedachte. In der Sitzung vom 23. Mai erklärte daher derbairische Bevollmächtigte, wie er in Ermangelung näherer Jnstructionen zwar no^keine bindende Erklärung abgeben könne, jedoch im voraus schon sagen dürfe, dasseine Regierung in die vorgeschlagene Gestaltung des Reichsoberhaupts nicht willig^werde. Die in dem Versassungsprvjecte genannten Machtbefugnisse ausschließlich ^Krone Preußen übertragen, heiße dem Auslande kein föderirtes Deutschland, solides',nur ein mächtigeres Preußen gegenüberstellen. Dazu komme, daß Östreichs Verhalts .zu dem neuen Bundesstaate jetzt auf eine nicht unbedenkliche Weise in Frage gesst^bleibe, sowie auch noch keineswegs vorzubestimmcn sei, wie Rußland und Frankst'sich zu dem neuen Bundesstaate stellen werden. Man erinnert sich, wie ,schon zur Zeit der Kaiserwahl, indirekt wenigstens, die englische Intervention äugest''.^hatte. Jetzt schob eS Rußland und Frankreich, die alten traditionellen Ncichsst"!^vor. Diesmal aber trat sogar Hannover auf Preußens Seite. Wenigstens bei"' ,nete Herr Stüve als den Kern der „östreichischen Politik sehr treffend: „Östreichheitlich, Deutschland gespalten; für Östreich die Befestigung, für Deutschland dievolution." Einer solchen Wendung der deutschen Angelegenheiten werde auchnover seine Zustimmung nicht geben. Freilich blieb Stüve dieser GesinnungFolge nicht treu. Sowie anfangs die Königreiche den Abschluß des engest'des von Östreichs Zustimmung hatten abhängig machen wollen, so machte, >" ^