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Siebenter Band.
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504 Preußen seit 1849 bis Ende 1859.

sionen der dänischen Regierung, sowol in Beziehung auf die Differenz mitreich als in Betreff der beanspruchten hervorragenden Stellung Baierns, energisch szurückgewiesen und die »«deutsche Gesinnung des Münchener Cabinets ziemlich deut-lich hervorgehoben. Indessen änderte dies natürlich nicht die Thatsache, daß Vaiernsich weigerte, dem Bündnisse beizutrcten, und daß somit Sachsen und Hannover indie Lage gesetzt wurden, ihren Vorbehalten thatsächliche Bedeutung zu geben.

Stellung der preußischen Kammern in der deutschen Frage; die Gothaische Partei; der Wer-waltungsrath des BundesstaateL; Berathungen des letztem über die Einberufung des Reichs-tags; Sachsen und Hannover scheiden aus dem Berwaltungsrathe aus.

Dies war die Lage der Unterhandlungen, als die preußischen Kammern zusain- -mentraten. Gewiß nicht gern, sondern durch die Ungunst der Verhältnisse gezwungen,suchte die Regierung bei der öffentlichen Meinung einige Unterstützung. Die Ver-handlungen über das Maibündniß wurden, mit Ausnahme des Notenwechsels mitBarern, den Kammern vorgelegt. Herr von Nadowitz selbst wurde beauftragt, alsRegierungscommissar sein Project vor der zweiten Kammer zu vertheidigen. Es warin der Sitzung vom 25. Äugt, wo Herr von Radowitz in einer mehrstündigen Rede,einem Meisterstücke rhetorischer Gewandtheit, die Politik der Regierung auseinander-setzte. Schonende Kritik der frankfurter Majorität, deren Koryphäen jetzt in den ^Kammern saßen, verdammende Beurtheilung des alten Bundestags, Anerkennung des -auf einheitlicher Executive und Gesammtvertretung begründeten Bundesstaats als ^einer berechtigten Federung der Nation bilden die Hauptgedanken dieses merkwürdi-gen Vertrags. Herr von Radowitz wies, mit erkennbarer Hindeutung aus Baiern,den Verdacht hegcmonischer Plane, deren man Preußen beschuldigte, zurück. „Preu-ßens Staatsleben ist stark genug gewesen", so erklärte er,'„nicht blos um die größte» sinnern Gefahren durch seine eigenen Kräfte zu bewältigen, sondern auch um den be-drängten Genossen, den dankbaren wie den undankbaren, die rettende Hand zu bie-ten." Preußen werde nach dem Bundesstaake mit allen Kräften ringen, „sei es n»Verein mit allen deutschen Staaten, oder mit vielen, oder mit wenigen". In äh»'lichcm Sinne äußerte sich in der ersten Kammer der Unterstaatssecretär Graf vo»Bülow. Die Zustimmung der Kammern zu dem Maibündniß war nicht zweifelhaft-Die Führer der liberalen Partei waren allerdings dieselben, welche mit der Gagcrn-schen Partei in Frankfurt sich zum Festhalten an der Märzversassung verpflichtethatten, dieselben, welche dem Abberufungsschreibcn der Regierung keine Folge gelei- istet, sondern ihre Sitze in, Parlamente erst dann verlassen hatten, als ihnen kcü'tandere Wahl blieb, entweder gemeinsam mit der Demokratie die Regierungen z»cErfüllung ihrer feierlichen Verheißungen zu zwingen, oder eben vom Schauplätze ab- >zutreten. Mit dem Vordringen der preußischen Armee in Süddcutschland wuchs düUnmöglichkeit, die Reichsverfassung auf friedlichem Wege durchzuführen, und so erg^bdenn die Gagern'sche Partei daL.Dreikönigsbü»dniß als ein Mittel, ihre bundesstaat'lichen Ideen in anderer Weise vielleicht doch »och zu verwirklichen. Die Mehrzahlunter den Mitgliedern dieser Partei trat am 26. Juni in Gotha zu einer Bcrath""bdarüber zusammen, wie sie sich dem berliner Bündniß gegenüber zu verhalten habt-Nach dreitägiger Debatte wurde beschlossen, unter der Voraussetzung, daß alle Ncg't' ^rungen, welche zur Berufung des Reichstags auf Grund der Maiverfassung nntw>r''ten, dem Reichstage in einer, jede einzelne Regierung bindenden Forür als Einht'tgegcnübertreten würden, und daß die Vcrsassungsrcvision sich nicht auf wesentliche Ab-änderungen erstrecke: soviel an ihnen sei, auf den Anschluß der noch nicht beigctrete-nen Staaten an den berliner Entwurf hinzuwirken und sich an den Reichstagswahü"zu betheilig-n.

In Berlin war man mit den Beschlüssen der von nun an, nach dem ^'ttihrer letzten Zusammenkunft, mit dem Namen „Eothaer" belegten Partei zusriede"'Bei den Antipathien, denen das Maiproject in einflußreichen Regionen begegnete, w»Herrn von Radowitz eine solche Unterstützung ganz erwünscht, und er nahm si< " ^