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Siebenter Band.
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510 Preußen seit 1840 bis Ende 1850.

ersten, und Beseler in der zweiten Kammer stellten Interpellationen an das Ministe-rium. Herr von Schleinih vertheidigte sich mit den oben angeführten Gründen, er-kannte die kürzlich noch bestrittcne Verbindlichkeit der alten Bundesgesetzc an underklärte: der Regierung stände das Recht hoher als die Politik, und wo es sich u>»die Erfüllung einer übernommenen Verpflichtung handele, müßten die Rücksichten desVortheils und der Nützlichkeit in den Hintergrund treten. Indessen vermochte dieerste Kammer (Sitzung vom 16. Febr. 1850) sich nur zu einer motivirten Tages-ordnung zu erheben, welche die Hoffnung anssprach, die Regierung werde die CoM-petenz des engern Bundcsstaats zu wahren wissen. Beseler's Antrag auf Tadel derRegierung wurde, wol nicht ohne Absicht, von der Commission verschleppt, und kamder Vertagung der Kammern wegen gar nicht mehr zur Berathung. Die östrei-chische Politik errang einen zweiten Sieg über das berliner Bündniß.

Bei diesem Schwanken zwischen Energie und Nachgiebigkeit konnte es nicht,fehlen, daß die kleinen Staaten anfingen, an Preußen irre zu werden. Die preu-ßische Regierung fühlte das Unbehagliche ihrer Situation und mußte es wol für ge-rochen halten, einen neue» energischen Anlauf zu nehmen, der ihr andererseits nichtvorzeitige Verlegenheiten bei den gegnerischen Mächten bereitete. Am 12. Febr. erschiender Kriegsminister in der zweiten Kammer mit einer Gesetzvorlage behufs Bewilligungeines außerordentlichen Credits von 18 Millionen Thalern zu militärischen Zwccken-Durch die Bewilligung der gefederten Geldmittel, erklärte der Kriegsminister, werbtdie Kammer Preußen in den Stand setzen, jedem Ereignisse mit Ruhe entgegenzu-sehen, und so am sichersten die fernere Entwickelung der Verhältnisse fördern, auswelchen Preußens und Deutschlands Wohl hervorgehen solle. Dieser kriegerische»Sprache ergaben sich'die Kammern; sie bewilligten fast einstimmig am 21. Febr. dc»verlangten Credit. Am 26. Febr. erfolgte die Vertagung der Kammern.

Wahlen zum Erfurter Reichstage; drohende Haltung Rußlands und Östreichs; Verhandlunge»des Erfurter Reichstags; die Ln-bloc-Annahme der Verfassung; abermaliges Schwanken betpreußischen Regierung; plötzliche Vertagung des Reichstags.

Die Eröffnung des Erfurter Reichstags stand vor der Thür. I» den weiter»Kreisen des Volks sah man diesem Ereignisse ziemlich gleichgültig entgegen. Wie beiden Wahlen zu den preußischen Kammern im August 1819 enthielt sich die Demo'krarie auch der Theilnahme an den Wahlen für Erfurt. Fast überall in Preußc»kamen nur Minoritätswahlen zu Stande; im übrigen Deutschland folgte man de>»Beispiele der preußischen Parteigenossen. Nur die Gothaer Partei setzte ihre Host'nnng auf den Reichstag, dessen Zusammentritt so viele Kämpfe gekostet hatte »»^als ein Act der Energie seitens der verbündeten Regierungen betrachtet wurde. Ei»»'Zuwachs an Popularität erhielt dieser Schritt durch die Truppenbewegungen, ^von Ostreich aus gegen die schlesische Grenze hin und von Rußland aus gegen ^Grenze des Großherzogthums Posen hin stattfanden. Andererseits erfuhr man, daß Pro»'ßen am 26. Febr. eine Note nach Wien gerichtet hatte, worin es versicherte, daß ^nicht über die Constituirung des engern Bundes hinausgehen werde. Auch Rußb»,hatte zu verschiedenen malen, zuletzt sogar in drohendem Tone, in Berlin Vorst^lungen gemacht, namentlich auch das berliner Bündniß für den Verträgen von 1^,,zuwiderlaufend erklärt und im Falle eines Conflicts mit Ostreich seine ParteinEfür letzteres angekündigt. Unter solchen Umständen erschien der 20. März nichtnige» als ein Sieg der preußischen Bundcsstaatspolitik.

^Der Verwaltungsrath zu Berlin, in welchem am 1.an stelle des Herrn von Bodelschwingh den Vorsitz überna.,..., .... Ei-

des Parlaments seinen Sitz nach Erfurt. Herr von Nadowitz und vier vomwaltungSrathe gewählte Mitglieder sollten die verbündeten Regierungen vor demtage vertreten. Die Eröffnung des Parlaments fand am 20. März im Negier"»" „gebäude mittels einer Botschaft des Verwaltungsraths statt, die vom He""Nadowitz verlesen wurde. Außer einer historischen Darstellung der über daS ^

März Herr von Rad»""

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