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Siebenter Band.
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Preußen sert 1849 bis Ende 1859.

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niß gepflogenen Verhandlungen, erwähnte die Botschaft des einseitigen RücktrittsHannovers und Sachsens, gegen welche Staaten die Klage beim Bundesgerichte er-hoben worden sei.*) Die übrigen Regierungen,. wurde hinzugefügt, würden sichdadurch nicht in ihrem durch Ehre und Pflicht gebotenen Wege aufhalten oderstören lassen.

Die verschiedenen Parteien organisirten sich sehr schnell. Die Gothaer Partei,der sich auch der zum Abgeordneten gewählte Herr von Bodelschwingh anschloß,wollte vor allen Dingen die Verfassung von, 26. Mai sichern. Von, Verwaltungs-rathe war schon im Laufe des Sommers 1819 festgestellt worden, daß, sobald derReichstag die Verfassung vom 26. Mai oder die durch einstimmigen Beschluß derRegierungen vorgeschlagenen Modifikationen angenommen habe, die Regierungen zumunverbrüchlichen Festhalten daran gebunden seien. Demgemäß verpflichteten sich Linkeund linkes Centrum zu dem gemeinschaftlichen Beschlusse, die Verfassung und die Ad-ditionalacte vor der Revision on dloo anzunehmen. Eine andere Partei, die desrechten Centrums, unter Führung der preußischen Professoren Urlichs und Keller,wachten die Ln-liloo-Annahme unter andern Bedingungen auch davon abhängig, daßdie Grundrechte davon ausgeschlossen blieben und deren Revision später vorgenommenwürde. Es war dies die Ansicht des preußischen Ministeriums. Die dritte Parteiendlich, unter Leitung von Gerlach und Stahl, war überhaupt dem Bundcsst^tefeindlich gesinnt und verlangte von vornherein eine specielle Revision. Daß die Go-thaer in der Majorität waren, ergaben die Präsidentenwahlen, bei denen Rudolfvon Auerswald zum Präsidenten des Staatenhauses und Simsen zum Präsidentendes Volkshauses gewählt wurden.

Gerüchte über einen Systemwechsel in Berlin liefen umher; man sprach voneiner Vertagung des eben erst eröffneten Parlaments. Diesem Zustande der Ungc-Hißheit sollten, so hvfste man wenigstens, die Mittheilungen ein Aiel sehen, welcheHerr von Radowih für den 26. März im Volkshause ankündigte. Diese Hoffnungenblieben jedoch unbefriedigt. Die Rede, welche Herr von Radowih an dem genanntenTage hielt, betraf ausschließlich die Vergangenheit, lobte die Politik Preußens, schil-derte den Widerstand Östreichs, schalt die jüngste würtembergische Thronrede und dieOpposition der Hose, „die seit dem Falle des deutschen Kaiserreichs den Königstitelerworben haben"; über die Zukunft kein Wort! Die zürnenden Worte waren dereinzige Hoffnungsstrahl für die Zuhörer. Aber auch dieser schwand, als am folgen-den Tage (27. März) Herr von Radowih im Verfassungsausschusse des Volkshauseserklärte, die Verfassung vom 26. Mai bedürfe verschiedener Abänderungen und dieRegierungen erwarteten dahin zielende Vorschläge des Parlaments. Er warnte vorder Annahme on dloo: diese letztere würde vielmehr den davon gehoffken Zweck ver-eiteln. Noch entschiedener in diesem Sinne äußerte er sich an derselben Stelle ami April, sowie auch Herr von Carlowitz als Commissar im Verfassungsausschussedes Staatenhauses ähnliche Erklärungen abgab. Die Diskussion im Volkshause am12. und 13. April bewegte sich hauptsächlich um diesen Punkt. Herr von Radowih!Awde diesmal noch durch Herrn von Manteuffel unterstützt, der, in seiner Eigen-"^Abgeordneter, äußerte, wie es ein vergebliches Bemühen sei, die Regien»,.Kr.kt dem Netze der Maivcrfassung fangen zu wollen: wer die

und den bösen Willen hätte, würde dieses Neh dennoch sprengen. Allerdingsem Ausspruch, der sich bald als wahr bestätigte. Am Schluß der Debatte erklärteHerr von Radowih noch einmal, die Ln-kloo-Annahme würde das Gelingen desWerks ernstlich gefährden, schwieg indessen, als Camphausen ihn auffoderte, dieGrunde seines Raths anzugeben. Mit 123 gegen 89 Stimmen erklärte das Volks-haus seine Zustimmung zu der Maiverfassung und zur Additivnalacte, sowie ferner°azu, daß die Regierungen von den nachträglich voip Parlamente beschlossenen Ab-anderungen annähmen, was ihnen beliebe, während es im andern Falle bei dem ur-

*) Die Klage ist indessen erst mehre Tage nach Eröffnung des Parlaments eingereicht worden.