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Siebenter Band.
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528 Der Socialismus in Deutschland»

und keine Partei mehr für sie einstand. Doch fühlten die Klägern schon damals,daß es andere Dinge, weit ernsterer Natur gebe, die in den kommenden Dingenihre Rolle spielen sollten. Man wußte von geheimen Verbindungen in Frankreich,von ihren Verzweigungen nach Deutschland; man erinnerte sich sehr wol der republi-kanischen Ausstände und der Attentate in Paris; man ahnte eine Verbindung vonKräften und Bewegungen, denen gleichartige Elemente in Deutschland die Handboten: nur war das Alles gestaltlos, wirr, ohne Namen. Es kam darauf an, die-sem Unbestimmten mit einem Ausdrucke seine ganze Bedeutung für die Verhältnissein Deutschland und selbst für größere zu geben.

Das erste Auftreten des Socialismus und Communismus in Deutschland; L. Stein.

Mitten in diese unsichere Bewegung der Anschauungen und politischen Zu-stände trat nun das Buch von L. Stein hinein: „Der Socialismus und Communis-mus des heutigen Frankreichs, ein Beitrag zur Zeitgeschichte" (Leipz. 1842). *) Wirdürfen den Inhalt dieser Schrift, der in den spätern Auflagen und in einer großenReihe von Auszügen und andern Darstellungen bald zu einem allgemeinen Eigen-thume des deutschen Publicums wurde, als bekannt voraussetzen. Es wird indessennach dem Obigen klar sein, daß es nicht eigentlich die historische Darstellung derSocialisten, der Communisten und der geheinien Verbindungen war, welche die all-gemeinere Bedeutung dieses Werks begründete. Es mag uns deshalb gestattet sein,den Eedankengang desselben, der eben die Grundlage seines dauernden Einflussesgeworden, hier darzustellen. Es wird dann nicht schwer werden, sowol im Allge-meinen als in Beziehung auf die einzelnen großen Richtungen jener Zeit den Grundder nicht gewöhnlichen Wirkung zu erkennen, die dieses Buch auf die Geschichte derinnern Entwickelung des deutsche» Lebens äußerte.

Stein geht von der, zum Theil auch bestimmt ausgesprochenen Ansicht aus,daß die Ideen und Bewegungen der Freiheit in Deutschland wesentlich auf demHintergründe der französischen Entwickelung beruhen; daß sie dies gethan haben seitdem vorigen Jahrhundert, und daß voraussichtlich auch in nächster Zeit der Gangder Dinge in Deutschland noch von der Entwickelung Frankreichs abhängen werde-Nicht, aber zufällig, und weil überall der Deutsche gewohnt sei, in den Angelegen'heften politischer Bildung sich Frankreich anzuschließen, sondern vielmehr, weil ebenin Frankreich die stufenweise Ausbildung der Freiheitsideen in ganz bestimmten That'fachen erscheine; Frankreich sei eben seiner ganzen Natur nach dazu bestimmt,.diean sich gegebene Ordnung dieser stufenweiscn Entwickelung darzustellen. Was daherin Frankreich als Thatsache gefunden werde, das müsse für andere Länder als Gesekihres innern Lebens erkannt werden. I» diesem Sinne sei Frankreich das Vaterla^der politischen Bewegung.

In Frankreich nun lebe seit Rousseau die Idee der Freiheit im Volke, »»"anerkannt sei die Thatsache, daß die Revolutionen seit 1789 eben Ausbrüchefeste Krystallisationen dieser Idee seien. Allein eine Frage sei nicht erschöpft, n>o>einmal ernsthaft aufgeworfen worden: War denn wirklich mit jenen Verfassung.^des revolutionären Frankreich die Idee der Freiheit dargestellt? Ist es wirkl'7,möglich, mit einer solchen Verfassung alle Federungen eines Volks zu befti^!gen? Oder wenn nicht, was ist es, das über die Verfassung als solch? hinausg^'was in der Verfassung vielmehr nur einen Ausdruck findet, und was, weil ,dieser Ausdruck ein unvollkommener bleiben muß, bei keiner Verfassung stehen ble'°kann und wird? Was ist es mithin, was auch in jedem andern Lande, wonach einer freien Verfassung strebt, im Grunde diese Verfassung nur als

*) Als Anhang zu diesem Werke erschien sodann: „Die socialistischen und commun'chl stBewegungen seit der dritten französischen Revolution" (Leipz. 1848), endlich, den S"Stoff zusammenfassend, „Geschichte der socialen Bewegung in Frankreich von 1769 ounsere Lage" (3 Bde., Leipz. 1850-51). " ^