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Siebenter Band.
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Der Socialismus in Deutschland. 553

der ganzen Frage mit Ernst und Klarheit behandelt hat, ohne jedoch NachfolgerZU finden.

Ein letzte- Gebiet bleibt uns noch, das besonderer Aufführung bedarf: wir mei-nen die Auffassung, welche die sociale Bewegung in der kirchlichen Welt gefundenhat. Es ist keineswegs unsere Sache, hier auf das Wesen der Kirche und derKirchlichreit einzugehen. Allein das ist ihre Natur, die fie mit allen großen Ele-menten des menschlichen Lebens gemein haben, daß sie dieses ihr Wesen dann amdeutlichsten und am stärksten zeigen, wenn sie sich von außen her gefährdet fühlen,lind daß nun die sociale Bewegung überhaupt, namentlich die Tendenz derselben,theils ihren eigenen Inhalt mit der göttlichen Ordnung zu identificiren, theils aberauch selbst das Evangelium als Beweis ihrer Ansichten aufzustellen, gerade Kircheund Kirchlichkeit in sehr ernster Weise, vorzüglich in den niedern Classen bedrohte,bedarf wol keines weitem Beweises. Die Vertreter der Kirche waren daher vonAnsang an die natürlichen Gegner des Socialismus und Communismus, und zwarm höherm Maße ihrer Consequenzen als ihrer Theorien. Kaum war daher dieganze Bewegung in das innere Deutschland gedrungen, als auch die Kirche zu ihrenWaffen griff, und eine kirchliche Literatur neben kirchlichen Bestrebungen den socialenTheorien entgegenstellte.

Natürlich war dies zuerst und zumeist der Fall von derjenigen Seite, welcheueben dem religiösen Leben auch die Besserung des materiellen zu ihrer Aufgabegemacht hat, der ,)Innern Mission". Wenn die Taugenichtse, auf deren christlicheBesserung die Innere Mission gerichtet ist, die Lehren der Gütergemeinschaft ken-uen oder goutiren konnten, so war an einen Einfluß der frommen Strebun-beu kaun, weiter zu denken. ES kam mithin darauf an, sofort diese Möglichkeit^sch ein bestimmtes Auftreten abzuschneiden. Daher begann denn von dieser^"te zunächst der Kampf, den vorzüglich die „Fliegenden Blätter" vom Rauhen-Pause in Hamburg unter Wichcrn's Leitung, und das „Tippclsdorfcr Volksblatt"erhoben. J„ gleichem Sinne trat Vilmar (Hessen) in seinen „Schulreden" gegendle sociale Doctrin mit großem Eifer auf; Schenkel, Hundeshagen, Armknecht in. tenmolln folgten; und nie ward in Deutschland Alles, was mit dem Socialismus!slle . zusammenhängt, feuriger verdammt als von diesen starken Zungen der Kirch-«chkeU. Freilich machten sich manche derselben die Sache sehr leicht, indem sie allehohcrn Beziehungen jener Fragen vollständig ignorirtc», und sich als den Feind, densie zu bekämpfen kamen, nur den rohesten Pöbel des Communismus aussuchten. Esergab sich dabei auch nicht selten, daß sie jene rohesten Ausbrüche niederer Leiden-schaften mit der ganzen socialen Bewegung verwechselten, wie namentlich Armknecht.Die unausbleibliche Folge davon war wiederum, daß man bald wenig auf diesenKampf mit zum Theil selbstgcschaffencn Gespenstern achtete. Immerhin aber leitetedieser Kampf die tiefere Auffassung der socialen Frage innerhalb der Kirche ein, dievorzüglich in bedeutenderer Weise von Hirscher, „Die socialen Zustande der Gegen-wart u,w die Kirche" (Tüb. 1849), und dann von A. Vinet, „Der SocialismusNeaid^m Prüttip betrachtet" (deutsch von Hofmeister, mit einem Vorworte vonSchrllt^ Berl. 1849), vertreten wurde. Man wird uns gestatten, aus die beiden

kv"e ^Mt jede in ihrer Art hoch steht, einen Blick zu werfen,sab ^r zunächst steht auf dem streng kirchlichen Standpunkte. Sein Grund-Suten das Evangelium, nur die Kirche kann uns retten." Es hat einen

um -g daß der Verfasser Evangelium und Kirche nicht hinreichend identificirt,len diese 'be mit Einem Ausdruck in seinem Hauptprincipe auszureichen. Wir wol-tiefer auf nicht weiter untersuchen. Indessen geht der Verfasser alsbald

Princip de/^^nche.ein. Er erkennt, daß die Grundlagen der socialen Ideen daslich Bestellend 'chhest der Menschen, des Zweifels an der Unfehlbarkeit des gcschicht-Elasse ist "w"' ^as Bedürfniß nach einer Hebung des Wohlstandes der niedernkämpft" ' daß „der Proletarier mit Allem, was nicht Proletarier ist,

- und dieser Kampf ist ihm „ein Kamps der Roheit mit Humanität und