566 Die Pflanzen und Thiere der Borwclt.
die sparsamen Reste der unvollkommensten Pflanzengruppe fällt die Menge und Man-nichfaltigkeit der kryptogamischen Gefäßpflanzen überraschend auf. Unter diesen nennenwir zuerst die Calamiten. So heißen nämlich schachtelhalmartige Gewächse von riefen»mäßigem Wüchse, unsern Waldbäumen vergleichbar, deren Stengel auf der Oberflächelängs gefurcht und durch quere Einschnürungen in Glieder getheilt „ist. An den Ab-sätzen der Glieder liegen ringförmig geordnet kleine Knötchen als Überreste der Ge-fäßbündel, welche in die wahrscheinlich scheidenartigen Blätter sich verbreiteten. DieseEigenthümlichkeit und die Größe der Stengel unterscheidet sie mehr als gcncrisch vonden heutigen Schachtelhalmen. Man kennt bereits über 40 Arten Calamiten, welchezuerst im obern Grauwackcngebirge auftreten, in der Steinkohlenformation aber ihrengrößten Reichthum entfalten und im Kupferschiefer schon fast völlig fehlen. Sie warenüber die ganze damalige Erdoberfläche verbreitet, und findest sich mit denselben Artenim Kohlengebirge Virginiens und Pennsylvaniens, welche in Deutschland, Englandund Rußland vorkommen. Neben den Calamiten stellen sich, jedoch viel sparsamer,Stengel ein, welche unsern Schachtelhalmen viel ähnlicher sind und deshalb auchEquisetiten genannt werden. Eine zweite, durch weite Verbreitung, häufiges Vor-kommen und ganz eigenthümliche Formen ausgezeichnete Familie ist die der Astero-phylliten. Es sind meist kleine und zierliche, seltener baumartige Pflanzen, mit ge-gliedertem Stengel und quirlständigen schmalen Blättern an den Eliedercnden. IhrBlutenstand ist ährenförmig. Man reiht sie im Systeme zwischen die Schachtelhalmeund Farren ein, aber von beiden weichen sie noch auffallend ab. Ihre wichtigste»Repräsentanten sind die Asterophyllen, Annularien, Volkmannien und die Spheno-phyllen mit keilförmigen Blättern. Die erster» allein beginnen schon in der ober»Grauwacke, und im Kohlengebirge unterscheidet man einige zwanzig Asterophyllen-^.,Die übrigen Gattungen gehören mit beinahe 40 Arten dem Kohlengebirge ausschließtlich an, und schon im Kupferschiefer ist die ganze Familie spurlos verschwunden. De»beiweitem überwiegenden Theil der primären nnd besonders der üppigen Flora derSteinkohlcnepoche bilden jedoch die Farren. Sie werden nach der Plattform, dewAderverlauf in derselben und der Fruchtbildung in die Familien der Neuropteride»/Sphenopteriden und Pccoptcriden geschieden. Die Nsuropteriden sind im Allgeinei'nen wenig fiederspaltige Wedel mit großen Fiederblätkchen, deren Nerven ohne Haupt'nerv von der Basis aus IN der Fläche sich verbreiten oder nur von einem sehr k»k'zen Hauptnerv abgehen. In der heutigen Pflanzenwelt entsprechen ihnen wenigste»?nach der Blattform die Asplenien, Adianthcn, Trichomanen und Osmundaarten. D>ezahlreichen, meist prächtigen Arten der Gattung Neuropteris haben große Fiederblätt'chen mit herzförmiger Basis, deren Nerven sich mehrfach theilen und auch einen k»r'zen Hauptnerv bilden. Wol an 40 Arten birgt das Kohlengebirge aller Lande, kei»*einzige die Grauwacke und der Kupferschiefer, wiewol sie, wenn auch nur sparsa»'/in der sccundären Periode wieder erscheinen. Die zweite Gattung Odontopteris untcl'scheidet sich durch die ihrer ganzen Breite nach an den Stengel angeheftete Bas>?der kleinern Fiederblätkchen, deren einfache oder gablige, sehr feine Nerven insgs'sammt aus dem Blattstiele entspringen. Ihre Arten, etwa 20 an Zahl, sindDeutschland am häufigsten, aber auch aus Pennsylvanicn und Neuholland sch"''bekannt; die jüngsten derselben führt der Kupfersandstein Rußlairds. Cyclopter'?/kreisrunde »»getheilte Wedel mit zweithciligen Nerven ohne Hauptnerv begreife"^zählt fast 40 Arten, von denen einige schon in der obern Grauwacke erscheinen, b>übrigen aber dem Kohlengebirge besonders Deutschlands und Englands angchoAAndere Gattungen, wie Schizopteris und Nöggerathia, sind weniger bedeutend.Familie der Sphenopteriden umfaßt mehrfach gefiederte Farrenwedcl, derenblattchen getheilte Ränder und eine keilförmige Basis haben. Der wichtigste Nepssentant derselben, Sphenopteris, in der Blattform und dem Aderverlauf denvallien und Asplenien zunächst stehend, verbreitet sich mit 70 Arten im Kohle»Sbirge besonders Deutschlands, demnächst Englands; aus Neuholland sind stch??au- Nordamerika erst eine einzige bekannt. Sie gehen übrigens in den Kupfers»)' l