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Siebenter Band.
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568 Die Pflanzen nnd Thiere der Vorweli.

allein schon die große Übereinstimmung dieser wenigen mit den europäischen berech-tigt zu der Annahme, daß wir die größte Anzahl von Pflanzen der primären Florakennen und überhaupt nur noch auf wenig neue hoffen dürfen. Die Übereinstim-mung beweist zugleich die Einförmigkeit der damaligen Pflanzenwelt auf der ganzenErdoberfläche, die mit der Mannichfaltigkeit der heutigen europäischen Flora in einem -auffallenden Verhältnisse steht. In Europa wachsen jetzt ungefähr 6000 Phanero- "gamcn und 5000 Kryptogamen: also verhält sich deren Zahl zu der der alten Florasäst wie 14:1. Die Flora des Saalkreises um Halle zählt allein 1540 Phanero»gamen, die des Steinkohlcngebirgs daselbst überhaupt nur 80 Arten. Die ange-gebene Gesammtzahl der alten Flora eristirte zudem nicht in derselben Zeit, sonder»in verschiedenen Epochen nacheinander, sodaß wir für jede einzelne derselben noch einviel ungünstigeres Verhältniß erhalten und kaum mehr als 200 Arten gleichzeitignebeneinander existirend annehmen dürfen. Diese Armuth an Formen wird aber beinäherer Vergleichung mit der heutigen europäischen Flora zu einem überraschendenReichthume. Scheiden wir nämlich die wenigen Monokotylen und Dikotylen aus, ^und stellen wir nur die kryptogamischen Gefäßpflanzen, nur die Farren der Vor»und Jetztwelt zusammen, so zähle» wir in jener über 300, in dieser für die heutigeeuropäische Flora kaum 50 Arten. Die Mannichfaltigkeit der charakteristischen Type»jener Zeit war also eine ungleich größere als gegenwärtig, und wir können bei dem Über-wiegen dieser nicht mehr die jetzt in Europa herrschenden Organisationsverhältnisse i» iVergleich nehmen. Schon in den Tropen des südlichen Asiens steigt daS Verhältniß ^der Kryptogamen zu den Phanerogamen auf 1:26, auf den Antillen bereits a»! i1:10 herab, und auf einzelnen Inseln der Südsee verhalten sie sich wie 1:3, au! lzSt.-Helena sogar wie 2:3. Mit der Zunahme der Temperatur und der Feuchtigkeit^/steigert sich also das Massenverhältniß und die Zahl der Kryptogamen, und wir bür-.Mfen aus der Flora der primären Periode mit um so größerer Zuversicht auf ein süberall sehr warmes und feuchtes Klima schließen, als für dasselbe auch andere geo- ilogische Erscheinungen sprechen. Vielleicht begünstigte den üppigen Pflanzenwuchs derdamaligen Zeit auch eine mit Kohlensäure mehr geschwängerte Atmosphäre. Möge» >wir immerhin den Zeitraum, der zur Erzeugung der in Steinkohle umgewandelte»Pflanzenstoffe erfodcrlich war, übermäßig ausdehnen, so müssen wir dennoch einegrößere Üppigkeit des Pflanzcnwuchses, als gegenwärtig, zu Hülfe nehmen, um dieEntstehung der ungeheuern Kohlenlager zu erklären. Im saarbrücker Kohlengebirgez. B. lagern 164 Kohlenflötze in einer Gesammtmächtigkeit von 383 Fuß übereinawder, sodaß auf den Flächenraum eines preußischen Morgens 4,625490 Eentner Kohlekommen. Derselbe Raum Acker, mit dem üppigsten Pflanzenwuchse bedeckt, erzeugtnach Bischofes sorgfältigen Untersuchungen gegenwärtig in einem Jahre etwa 1^Centner Kohlenstoff, welcher, als Steinkohle abgelagert, nur eine 0,osse Linien di^Schicht liefern würde. Hieraus erhellt zur Genüge, daß die Steinkohlenepoche alleinviele Millionen Jahre dauerte und der Pflanzenwuchs während derselben den gege""wattigen weit an Üppigkeit übertraf. Die Annahme, daß das Material zu den Koh' ,lenlagern nicht an Ort und Stelle erzeugt, sondern durch Meeresströme aus entlegt' inen Gegenden, wie noch heutzutage das Treibholz an manchen Küsten, herbeigs'führt und angehäuft worden sei, ist durch Göppert's schöne Untersuchungen üb-rBildung und Beschaffenheit der Steinkohlenlager völlig widerlegt worden.

Während also die primäre Flora, um es kurz zusammenzufassen, durch eint''auffallenden Mangel an Dikotylen, durch fast gänzlichen der Monokotylen, durch cim"^s^'egende Anzahl der kryptogamischen Gefäßpflanzen in, der Gegenwart >»e^völlig fremdartigen, Typen charakterisirt wird, treten in der zweiten Periode Mo»"'cotylen und Dikotylen in größerer Anzahl und zugleich in minder eigenthümlich^!Formen hervor. Die räthselhaften Sigillarien, Stigmarien, Lepidodendren warenAblagerung des Kohlcnschiefergebirgs bis auf eine Art der letztem im bunten Smi 'steine bei Bernburg völlig von der Erdoberfläche verschwunden, die umfangreiche^Familien der Farren nur noch durch einzelne Gattungen und Arten spärlich vertr