582 Die Pflanzen und Thiere der Vorwelt.
zwischen ihnen zerstreut suchen die zartem Mooskorallcn, wie Diastoporcn, Ceriopo-ren, Escharen und andere, Platz zu gewinnen. Von jenen unterscheidet man mehrdenn 100 Arten, von diesen noch nicht ein Viertheil soviel. Umgekehrt ist das Ver-hältniß im Kreidegebirge, wo die massigen Formen ganz zurücktreten und die Bryo-zoen in ungeheurer Menge sich einstellen, zumal die mikroskopischen Foraminifcrc»,welche noch gegenwärtig durch ihre unglaublich schnelle Vermehrung die gefährlichstUrsache der Häfenversandung sind. Diese Schalengcrüstc bilden, wie die Anthozoc»im Korallenkalk, zuweilen die Hauptmasse der- Kreidefelsen, und haben die weit ver-breitete, aber irrkhümliche Ansicht hervorgerufen, daß alle Kreide aus Infusorien be-stehe. Eigentliche Infusorien kommen, wie erwähnt, nirgends im fossilen Zustande jvor, kieselschalige zu den Pflanzen gehörige Bacillarien nur in den Feuersteinen de° !Kreidekalks, und jene mikroskopischen Bryozoen fehlen in ganzen Schichten der Kreidevöllig. Die Strahlthierc des secundären Gebirgs sind zunächst wieder Haarsterne,von denen der schöne Lilicnencrinit hier der älteste ist. Der deutsche Muschelkai'birgt die einzelnen Säulengliedcr in so ungeheurer, ganze Schichten erfüllender Menge,daß dieselben deshalb Trochitenkalk genannt worden sind. Neuerdings wurden einigtabweichende Gestalten noch als besondere Gattungstypcn davon unterschieden; docksind dieselben für uns ohne Interesse. An Stelle des Lilienencriniten tritt im Lia§der Pentacrinit, die erste und einzige noch lebende Gattung der gestielten Haarsterne,und geht nun durch alle Formationen bis auf die Gegenwart. Ihm ähnlich si>'"die Apiocriniten und einige minder artenreiche Gattungen, sodaß die Familie zw^dürftiger als in der primären Periode, doch immer noch mannichfaltiger als in dütertiären repräscntirt ist. Hier im Jura finden wir auch die ersten ungestillte» Haal'sterne, Ophiuren in mehrfacher Zahl, doch von keiner geologischen Bedeutung, indeckihre Reste nur sehr vereinzelt vorkommen. Die Secsterne nehmen vom bunten Saick'stein an bis zur Kreide hin an Mannichsaltigkeit zu; doch steigt auch ihre AnMnoch nicht über 30 Arten, die den lebenden meist sehr nahe verwandt sind.diese Familien der Strahlthierc werden von den Seeigeln, man möchte sagen, erdrück'Dieselben fehlen unter den Myriaden von Stielgliedcrn des Lilienencriniten im MusMkalk noch und beginnen erst im Lias mit kaum beachtenswerthen Spuren; desto massighaster aber treten sie im Jura und der Kreide auf, in erstcrm mit nahe an 200 »"in letzterer mit ungefähr 250 Arten, welche sich auf 15 noch lebende und dopp^iso viele untergegangene vertheilen. Sie begleiten in der Regel die Korallen, und »^.men wesentlichen Theil an der Bildung der Riffe; denn ihre Gehäuse füllen sich »",dem Tode des Thiers mit Schlamm und sinken zu Boden, wo sie wegen ih^überwiegenden Kalkgehalts den Einflüssen so lange Widerstand leisten, bis sie ""nachfolgenden Geschlechtern bedeckt werden. Ihre Formen sind von Agassi; u»^sucht und zoologisch geordnet; und hiernach erscheinen die Unterschiede der ausgcsi^benen von den lebenden Gattungen minder auffallend, als sie bei den Haarstern.,der primären Periode hervortreten. Die vollendetste Gruppe der Strahlthiere, ",durch den langgestreckten Körper ihrer Mitglieder den Mollusken sich anschließt, ^ferte, wenn auch nur selten, so doch beachtenswerthe Reste in den Schichte» ^Jura. Der weiche durchscheinende Körper der Hololhurien, welche jetzt, durchsneueste und großartige Entdeckung Joh. Müller's von schneckenerzeugendcn Sy>E,,,,die Aufmerksamkeit aller Physiologen in hohem Grade beanspruchen, enthält iner lederartigen Hülle kleine Kalkkörperchen und Stacheln von verschiedener Form, ^denen ganz ähnliche Graf Münster im Jurakalk bei Streitberg sammelte, sodakgründlichste Kenner niederer Thiere, von Siebold, darauf die Existenz der HAjK,rien in frühern Schöpfungsepochen als unzweifelhaft bezeichnete. Unter den ^.Hslthieren sind wiederum die beiden Gruppen der Arm- und Kopffüßer durch ihre ^eigenthümlichen Formen ausgezeichnet, während Muscheln und Schnecken,unübersehbarer Menge der Exemplare und in mehr denn 4000 Arte» vorh^,i>i,» doch in ihrer Organisation keine den allgemeinen Charakter der secundäre» " pübestimmenden Merkmale bieten. Die vielen merkwürdig gestalteten Brachiop^"