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Die Pflanzen nnd Thiere der Vorwelt.
Primären Periode sind bis auf einige Spirifercn nnd Leptäncn verschwunden, und dielebende Gattung Tcrebratula entfaltet hier ihren wunderbaren Reichthum an Arten,deren man allein in den obern Schichten des Krcidegcbirgs über 100 zählt. In demMuschelkalk erseht ihre Menge die Mannichfaltigkeit, denn die Schalen der gemeinen,glatten und zierlichen Art erfüllen hier und da ganze Schichten zwischen den festenKalkba'nken, wie die Glieder des Lilienencrinit. Vergesellschaftet mit der Tercbratel iflfast in allen Formationen die unscheinbare Lingula, ferner die kleinen Todtenkopfmuschelnund die Orbiculen, während die ebenfalls lebende Thecidee zuerst im Jura erscheint.Die Kopffüßer waren in den Meeren der primären Periode, wie wir uns erinnern,U"r durch die Familien der Nautilinen und Annnoniadcn repräscntirt. Beide gehenauch in die secundären Formationen über, die Nautilinen jedoch nur mit der einzigen»och lebenden Gattung nnd in Arten, die der heutigen ebenfalls viel ähnlicher sindals die frühern. Die Ammonitcn dagegen überraschen erst hier durch ihre formelleMannichfaltigkeit, und verschwinden am Ende dieser Periode in höchster Blüte ihrerEnovlckelung plötzlich, denn kein einziges Fragment ist je in tertiären Schichten ent-deckt worden. Im Muschelkalk herrscht besonders eine Form wiederum so überwie-gend, daß die Exemplare, wie Pflastersteine aneinander gereiht, ganze Schichten"füllen. Sie zeichnet sich besonders durch die Zähnclung der Randfalten ihrer Kam-merwände aus. Diese Eigenthümlichkeit galt früher als ausgezeichneter Gruppen-charakker bei der systematischen Anordnung der ungeheuern Artenzahl; allein L. vonBuch hat die Bedeutungslosigkeit desselben neuerdings gründlich nachgewiesen und diedarauf begründeten geologischen Familien der Goniatitcn und Ccratiten, weil sie auchuuf das Jura- und Kreidegcbirge übergehen, nach andern Charakteren festzustellen ge-sucht. Die Ammoniten der letztgenannten Formationen bilden allermeist baumartigKästelte und blattartig gezeichnete Nahtlinien ihrer Kammcrwände, die wegen ihrerRegelmäßigkeit gewiß einen tiefern, uns noch völlig unklaren Grund in der Orga-nisation des Thiers hatten. Es werden gegen 600 Arten Ammonitcn unterschieden,und aus dieser großen Anzahl läßt sich schon die auffallende Veränderlichkeit ihrerGehäuse abnehmen. Im Kreidegebirge, wo die Gruppe der tcntaculiferen Ccphalo-poden ihre letzte Blütezeit feiert, wiederholt das Ammonitengehäuse noch einmal alleGestalten, welche die Nautilinen in der ersten Schöpfungspcriode darstellten. So gibtes völlig gerade, den Orthoceratiten entsprechende Baculiten, leicht gekrümmte Toxo-eeratiten, hakig gebogene Härmten, lituitcnähnliche Ancyloceratiten, den Gyroceratcnentsprechende Crioccras, kahnförmige Skaphitcn, und schncckcnartig gewundene Turri-lrten. Wir finden demnach in beiden nahe verwandten Familien dieselben Formen inparalleler Reihe nebeneinander, aber in ihrem geologischen Vorkommen an den An-l^"g und das Ende der beiden großen geologischen Schöpfungspcrioden verwiesen,welche beide nur durch die typischen Gattungen Nautilus und Ammonites verbun-en sind, indem deren zahlreiche Arten allein durch alle geognostischen Formationengemeinschaftlich hindurchgehen. Neben den tcntaculiferen Cephalopoden erscheinenuns ^ der jurassischen Epoche die Acetabuliferen. Der bekannte Tintenfisch, welcher« die chinesische Tusche und den officinellen Sepienknochcn liefert, ist bereits im
Dock edenso wichtiger Repräsentant dieser Gruppe als in den heutigen Meeren.
lZbst.kommen noch zahlreiche andere auch den Loliginen und Thcutiden verwandtePas> . dor, und von diesen fand man in den an organischen Stoffen so reichens-i gdonienschiefern des Lias sogar noch weiche Körpcrtheilc, und besonders den mitren Secrete erfüllten Dintenbeukcl. Diese fossile Sepie, vor Millionen von Iah-den steht der heutigen chinesischen an Schönheit nicht nach, und seht uns in
3u dies ' st'" urweltlichcn Geschöpfe mit ihrem eigenen Farbenstoff zu malen,
der soa? kannten Acetabuliferen stellt sich noch eine untergegangene Familie, dieähnlich d""^" Belemniten, welche bereits in der Mythologie der alten Griechenten auftr?, ^wmoniten eine Rolle spielen, denn überall, wo Jura und Kreideschich-Kqlksiack, st"den sich ihre dem gemeinen Manne als Donnerkeile bezeichnetencyein ,n ungeheurer Menge. Kein Überrest vorweltlicher Geschöpfe hat so viel