592 Die Pflanzen nnd Thiere der Vorwelt.
nauen Angaben von Falconer und Cautley sehen das tertiäre Vorkommen außerZweifel, und wenn die Riesenschildkröte der asiatischen Sagen mit dieser Kolossochelyswirklich in einem innigern Zusammenhange steht, so läßt sich keineswegs annehme»,daß letztere noch in historischer Zeit existirte„und als lebendiges Geschöpf in die Sageeinging, sondern es können nur die fossilen Überreste der Phantasie Nahrung gewährthaben. Nicht anders ist es mit den Sagen der Sibirier vom Mammuth, eigentlichMammont, nach welchen dasselbe noch gegenwärtig unter der Erde leben soll, weil»seine Knochen, und besonders die Zähne, in so auffallender Menge aus dem eisige»Boden gewonnen werden.
Die Classe der Vögel ist von geringem Paläontologischen Interesse, theils weilihre Überreste sparsam und unvollständig gefunden werden, theils weil sie eben des«halb noch sehr ungenügend bearbeitet worden sind. Sie fehlen indessen in keinertertiären Epoche. Falken, Eulen und Wasserhühner wurden in den ältern Tcr«tiärschichten des pariser Beckens beobachtet, im Londonthon auf Sheppy ein Lilhor-nis aus der Familie der Geier und ein spechtartiger Halcyornis, im Mainzer Becke«,bei Öningen, und in der Auvergne Reste verschiedener anderer Familien. Häufig^begegnen wir ihnen in diluvialen Bildungen, bei Quedlinburg, im Lahnthale, in de»Breccien bei Goslar und am Mittclmeere, sowie in den brasilischen Knochcnhöh'len. Die interessantesten aber lieferte Neuseeland, die Heimat des längst erloscht'nen plumpen und unbeholfenen Drontc. In überraschender Menge lagen ini auf'geschwemmten Boden dieses kleinen Continents die Knochen einer Familie von Nis'scnvögeln, deren größten gegenüber unser Strauß als ein Zwerg erscheint. D>tplumpen Formen der Knochen, der Mangel der Pneumaticität in denselben, di<dreizehigen Lauffüße und die wenig entwickelten Flügel verweisen diese Familie in t»tAbtheilung der Laufvögel neben unsern Strauß und Kasuar. Der Schädel theil'manche Eigenthümlichkeiten mit dem der Krokodile, und die Hirnhöhle deutet a»lgroße Stupidität und Dummheit. An dieser und ihrer Unbcholfenhcit ging d»ganze Familie zu Grunde, und zwar erst in historischer Zeit, wie die Drontc; de»"die Knochen sind noch ganz frisch, gar nicht petrificirt, ihre Lagerung oberflächlichin alluvialen Schichten, und nach den Aussagen der Eingeborenen sollen sogar eii»§'dieser Vögel noch jetzt auf der Insel leben. Owe» vertheilte die zahlreichen Arte"'welche er in den Knochen erkannte, auf die eigenthümlichen Gattungen Dinor»^'Nothornis, Palapteryx, Apteryx und Aptornis. Sie waren jedoch nicht alle rieft"'haft, sondern die Dimensionen einzelner sinken bis auf.Entengröße herab.
Die Säugethiere, erst in den tertiären Schichten zahlreich und mannichfal^auftretend, charakterisier die letzte Schöpfungscpoche ganz besonders, daher wir a"^ihren Resten eine größere Aufmerksamkeit widmen als den übrigen Thierclasft^Meist zwar nur in einzelnen Theilen des Skclcts, in Knochen, Zähnen unddclfragmentcn seltener vollständig erhalten, können sie dennoch zuverlässiger best!«"'werden, weil bei ihnen die einzelnen Theile in einem sehr innigen Abhängigkeit^hältnisse zum Ganzen stehen und jede Modifikation in der Form jenes auf dieänderte Natur dieses mit großer Sicherheit schließen läßt. Sie verbreiten sich ,durch alle tertiäre» und diluvialen Schichten über die ganze Erde, und wir ke>»'sie aus Brasilien und Neuholland wie aus Deutschland und England, aus den ^pen wie aus dem eisigen Boden Sibiriens. Bald regten sie durch große Häuft^,-bald durch ihre beträchtliche Größe oder die eigenthümliche Art ihres Vorkoi»»ft.,die Aufmerksamkeit selbst der Uneingeweihten an, und gelangten auf diesemzur Kenntniß der Paläontologen. Das engere Verhältniß, in welchem die lebe»Sä'ugethiere zu dem Menschen stehen, wird auch auf die untergegangenen übertrafIhr Schicksal tritt mehr hervor und findet eine größere Theilnahme als das e ^Schnecke oder eines Krebses. Eine häßliche Kröte hat keine Freunde, u»d ytl'werden die Neste ihrer Vorfahren gleichsam in dunkler Ahnung von dem , j,.
achtet; aber der Elefant imponirt durch seine riesenhafte Größe und seine Klug l ^Bei dem Anblick großer Knochen staunt der gemeine Mann, und fragt »tkk»
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