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Die Pflanzen und Thiere der Vorweli.
Existenz des Dinotheriums auch in dcni entfernten Welttheile, der in der heutigenSchöpfung ursprünglich keinen Bewohner mit Europa gemein hatte, außer Zweifelsetzt. Die Gesammtlänge des Thiers scheint 20 Fuß betragen zu haben. Diese«beiden der Gegenwart fremdartigen Geschöpfen schließt sich ein drittes, seiner Naturnach räthselhaftes Thier aus diluvialen Schichten von den Ufern des Nio Negro u«'weit Montevideo und von Bahia Blauca an. Durch den Mangel der Eckzähi«und die Form der Schneidezahne nähert sich dasselbe den Nagern, aber die Strukturseiner Backzähne bekundet eine enge Verwandtschaft mit den Edentaten. Von beide«Familien entfernt es sich auffallend durch die Schädelbildung, um in gleichem Gradesich den Pachydermcn und Flossensäugethieren zu nähern. Die unter nur 50 Gradgegen das Grundbein geneigte Nackenfläche des Hinterhaupts spricht für einen be'ständigen Aufenthalt im Wasser, und die weit von dem verengten Schädel abstehe«'den Jochbögen führen auf sehr entwickelte Kaumuskeln und große Drüsen, welchedie Funktionen deS unvollkommenen Zahnsystems unterstützten. Die Augenhöhle«sind tapirä'hnlich, die Nasenöffnungen auf einer breiten Fläche vor der Stirn gelegenund im Gehörorgane das Paukendem nur wenig entwickelt. So bietet uns da§Torodon, wie Owen dieses Thier nennt, dieselben wunderbar eigenthümlichen Org«'nisationsverhältnissc, die wir in den frühesten Schöpfungsepochen bei den Cystidec«und Trilobiten, in den nachfolgende» bei den Labyrinthodonten, Enaliosauricrn u«dPterodackylen bewunderten: eine Vereinigung von Charakteren, welche die heutigSchöpfung auf die verschiedenartigsten Familien vertheilt hat. Wenden wir u«§nun zu der zweiten Hauptgruppe der Säugethiere, welche durch die Bekleidung ihrerZehenspitzen mit Hufen und durch ihre entschieden herbivore Natur charakterisiersind: so erkennen wir in der großen Mannichsaltigkeit der vorweltlichen RepräseNta«'ten wiederum denselben Schöpfungsplan. Der Elefant steht gegenwärtig mit sci«si'beiden auf das warme Afrika und Asien beschränkten Arten ganz isolirt, durch st"'Gebiß und seinen Rüssel von allen Dickhäutern scharf geschieden. Beide Arten w«'ren schon in der Diluvialepoche vertreten, und zwar die afrikanische nur sehr sp«"'sam, wie die wenigen bis jetzt in Deutschland und Rußland aufgefundenen Zäh«"bezeugen, die asiatische dagegen durch das Mammuth, welches sich in ungehe«^"Zahl fast über die ganze nördliche Halbkugel verbreitete. In Europa werden d'Zähne und Knochen fast in jedem Lande gefunden; in Nordamerika, in Afrika «",,Asien kommen sie vor, und der gefrorene Boden Sibiriens liefert die Stoßzähne si"langen Jahren so zahlreich und frisch erhalten, daß dieselben einen bedeutenden H«'''delsartikcl bilden und wol ebenso viel fossiles als frisches Elfenbein verarbeitet wir'Von der diluvialen Epoche nährte nur Asien diesen riesigen Landbewohner, dcsi^Überreste in ziemlich beträchtlicher Zahl Cautley und Falconer in den jüngu"Tertiärschichten der subhimalayaschen Höhen sammelten und jetzt in ihrer herrlich"„I^UIUI ,-mtiqua 8ivslonsi8" als mehren Arten ungehörig abgebildet haben. Vor dtErscheinen des Mammuth, in der mittlern tertiären Epoche, bewohnte Europa rihm a» Größe und Bau sehr nahe stehender Dickhäuter, der während der diluvi«Epoche nur in Amerika, aber ebenso häufig als das Mammuth in Euröpa cr'st.!^ lDie Mastodonten unterscheiden sich wesentlich nur durch die zahlreichen Back;«« >mit zihcnförmigen Höckern und durch kurze Stoßzähne auch im Unterkiefer, we«^stcns in der Jugend, von dem Elefanten. Das große Missurium, welches Koch '
Amerika nach London brachte, und das unsern Elefanten beträchlich an Größe übertss^
ist der amerikanische Riesenmastodont, dessen Neste in Nord»häufig gefunden werden. Humboldt brachte einen Mahlzahn aus der vulkaN'IA,.Asche des Jmbaburra im Staate Quito, 1200 Toisen über dem Meeresspiegels ^
und Südamerika
Die europäischen Arten lagern in dem Mainzer, Wiener und madrider Becken, --
Auvergne, in -Schwaben, der Schweiz, Italien und andern Ländern. Auch ,hsl HUsern des Jrawaddi in Hindostan wurden sie gesammelt, und Owen erhielt I^>einen Zahn aus der Knochenhöhle im Wcllingtonthalc auf Neuholland. Unsere hlsauten sind also die letzten Repräsentanten zweier Gattungen, die sich einst in