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Die Pflanzen und Thiere der Verwett.
damals neben Mastodon, Mammuth und Nashorn zugleich Paläotherien, Anoplo-therien und andere von Kaninchen- und Hascngrvße. Wenn daher auch einzelnean Größe und Stärke ihre Repräsentanten in der gegenwärtige» Schöpfung über-treffen: so erreichten viele andere nicht die Dimensionen, welche wir an unsern Artenbewundern. Ferner bestätigen die Säugethiere der diluvialen Epoche nicht die An- >nähme eines tropischen Klima in unsern Gegenden während ihrer Existenz, wienoch oft behauptet wird. Die Hyäne und der Tiger kommen unter unsern Breite-graden auch heute fort; ja der Tiger wandert noch höher nach Norden hinauf. Diesibirischen Mammuthe und Nhinoceroten aber waren völlig andere Arten als die heu-tigen: ein dichter Haarpelz schützte sie gegen das rauhere Klima, und die Nadelholz-waldungen des Nordens lieferten ihnen reichliche Nahrung. Während der tertiärenEpochen, als Affen und andere tropische Familien das mittlere Europa bewohnten,mag immerhin ein milderes Klima in unsern Gegenden geherrscht haben, wie einsolches auch aus der damaligen Pflanzenwelt gefolgert wird; allein gerade die sibiri-schen Nhinoceroten beweisen, wie trügerisch die Schlüsse von ähnlichen Arten auf diegleiche Lebensweise und den gleichen Aufenthalt sind.
Die Fauna der tertiären Periode gleicht also wesentlich schon der heutigen, in-dem alle eigenthümlichen Familien bis auf die wenigen der hier zuerst erscheinendenSäugethiere verschwunden, und die noch lebenden an deren Stelle getreten sind. Nurdie Gattungen und Arten bieten noch abweichende Gestalten, und auch diese in vielgeringerm Maße als während der sccundären und primären Periode; denn die Zahl ^der untergegangenen Gattungen überhaupt bleibt schon weit hinter der noch lebender ? ^zurück, und von den Arten gehen viele in die gegenwärtige Schöpfung unverän-dert über. ^
Blicken wir zum Schluß unserer Darstellung auf die gesammte Pflanzen- und , *Thierwelt der frühern Schöpfungsperioden zurück, so kann uns der allmälige Fort-schritt zu immer größerer Vollkommenheit der organischen Welt nicht mehr entgehen. , - ^Das Wunderbare und Näthselhafte gehört der frühesten Geschichte an: je mehr wiruns der Schwelle der Gegenwart nähern, desto bekanntere, desto befreundetere Ge-stalten treten uns entgegen. Wir nennen die Trilobite», Cephalaspiden, Lepidoden-dron und Stigmarien der entfernteste» Epochen wunderbar; sind sie es auch wirk-lich? Die Natur thut keine Wunder. Die merkwürdigsten Geschöpfe der Urweltsind ihrem innersten Wesen nach nicht von den lebenden verschieden. Ein und der-selbe Plan waltete von Anfang her in der Schöpfung, aber die Verhältnisse, unterwelchen derselbe ausgeführt werden mußte, waren nicht von jeher unveränderlichdieselben. Der Grauwackcnocean konnte noch keine freien Seeigel und Seesterne er-nähren, deshalb erfüllte er sich mit Crinoideen und Cystideen, welche sowol durchihre überraschende Menge als durch ihre mannichfaltigen Formen jene vollkommener«zu ersetzen suchten, aber mehr und mehr verschwanden, als diese in spätern Gewässernauftraten. Flug- und Landsauricr gab es nur so lange, als Vogel und Säugethierenoch fehlten, deren Lebensweise sie nachahmten und deren Charaktere sie sich insoweitaneigneten, als es der Amphibientypus gestattete. Sie sind wirkliche Amphibien ^
und keine Zwiktergestalten mit Vögeln und Säugethiercn. Was uns an den fremd- ^artigsten Gestalten der Vorzeiten überrascht, ist nur »die Vereinigung gewisser Cha'raktcre in einer Form, die wir heute aus verschiedene Formen vertheilt sehen. W»N'dergestalten, wie geflügelte Pferde, Löwen mit Fischschwänzen, oder wie sie sonst eintglühende Phantasie sich schaffen mag, existirten jedoch in der Natur niemals. D>tgeologische Geschichte der Organismen zeigt uns in ihren hauptsächlichen Entwickt'lungsphase» nur zeitlich getrennt, was wir jetzt in der großen Reihe der Pflanze"und Thiere vereinigt finden. Kryptogamischc Gefäßpflanzen und wasscrbewohnenbtThiere bilden in dieser Reihe den Anfang; und sie allein belebten die Erde in über'wiegender Anzahl während der erste» Schöpfungsperiode. Nacktsamige Pflanzen u»amphibiotische Thiere schließen sich als die nächsten höher» Gruppen jenen unvoU'kommenern an, und durch ihre Mannichfaltigkeit wird die zweite Schöpfungsperi»"