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Achter Band.
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Die neue deutsche Lyrik. 6?

düster ; Friedrich H. Straß (Otto von Deppen) („Gedichte", Leipz. 1842; Berl. 1852),nüchtern-verständig ; Eduard Boas („Sprüche und Lieder eines nordischen Brahntwen ,Leipz. 1842), voll heiterer Lcbensfrische; Karl Hugo („Psalmen eines armen Poeten ,Pesth 1846), sich in grillenhaften Jeremiasklängen ergehend; Ernst Ranke („Ge-dichte", Erl. 1848), in antiken Metern patriotische Gesinnung athmend; rt.Fritzsche („Hebe und Chans", Leipz. 1849), jugendlich frisch und classisch geb'ldet;Marlo („Im Hafen", Wien 1849), glücklich in epischer Schilderung; ^ulms Schrö-der („Gedichte", Berl. 1849), mit Glück Goethisirend, klar, sentenzenreich, harmonischabgeschlossen; u. s. w. Die Poesie der Geselligkeit wurde natürlich auch -sing ge-pflegt. Prätzel und Andere sangen „Freimaurergedichte" (Hamb. 18^) und «avon Holtei, ein moderner, fahrender Minnesänger, der in den „DtiWaldes" (Bresl. 1848) die Thierwelt poetisch mobil machte, war >n feinen „Ge-dichten" (Berl. 1844)) in denen sich viele glückliche volksthumliche Bluten finden,der poetische Meister vom Stuhl für alle deutschen Logen der Geselligkeit.

Die naive Lyrik fand in Östreich, wo dem Volksgeest zu werterm Flug dreSchwinge» gestutzt waren, einen fruchtbaren Boden, sodaß diese östreichische chschule eine besondere Betrachtung verdient. Von den Heroen der freie» ost chschPoesie, Grün und Lenau, haben wir bereits gesprochen. So bedeutend 'yr Talent,ihr Aufschwung und die Sehnsucht nach geistiger Freiheit, hleiben siegebannt in jenes Element geistiger Dämmerung, welches für Ostreich chaiakte >ist Alle Poeten Östreichs sind Dämmerungsfalter. Sie wagen nickst, die verschl ssneu Blumen am hellen Tage zu küssen. Wir finden daher, besonders unter denDichtern zweiten Rangs, ein Umhcrtappen nach allen möglichen Stoffen und eineträumerische Sentimentalität, welche sich gänzlich in ihre Gespinnste verwickelt, wie ausder andern Seite jene oberflächliche Gemüthlichkeit, die sich am trivialsten Leben -genuß befriedigt. Die freiere Richtung aber, die wie Frühroth nur die höchsten gei-stigen Gipfel berührt, erweckt in den Thälern, wo die Masse wohnt, nur ein ui -stimmtes Sehnen. So ist bei geistigen Potenzen die dämmernde Unbestlmm y ,bei geistiger Impotenz die klare Trivialität das eigentliche Wesen der östreichischenLyrik. Damit wird' zugleich erklärlich, wie nur die hervorragenden Talente dasganze deutsche Volk fesseln konnten, während die übrigen Sänger nnt ihren östrei-chischen Schulmelvdien nicht über die Gitter des Käfigs hinausdrängen, Joseph Ystian Freiherr von Zedlitz hatte in seinen „Todtenkränzen", in denen er w ^nz -nenform mit Glück gchandhabt, wie ein elegischer Leichcnvogel vom Todtenmahle derWeltgeschichte gezehrt, in andern Gedichten aber einen volksthunrlichen Ton angeschlagen, der in weitesten Kreisen Widerhall fand. Doch die poetische Kraf,le hdas Anlehnen an die Geschichte gegeben, mußte verloren gehen, als seine 'Rückfall in die Kindheit der Märchenpoesie erlitt. Sein „Waldfraulem, ^arch"in zwölf Abenteuern" (Stuttg. 1843; 3. Aufl., 1851) ist ein echte, a st chWiegenlied ohne allen Gedankengehalt und selbst in der Form monoton und tnv.al.Wenn auch hin und wieder, besonders in Naturschilderungen, die dichterische Bega-bung zun, Durchbruch kommt, so sind doch auch die leeren grunen Hülsen m solchZahl vorhanden, daß man bald müde wird, die poetische Staude a i pst . /sch.»,,.idyllische Zauber und die Gemüthsinnigkeit einiger Stellen kann über d" Alliche Dürftigkeit dieser Ammenpoesie nicht forthelfen. Der "bueste Versuch „ U„sl'wieder zur Zeitdichtung einzulenken, „Das Soldatenbuchle.n" (W.eu 1850, F. Aufl.,Stuttg. 1852), verunglückte, indem die Apotheose der Soldateska zu sehr dm Chaeiner Landskncchtspoesie annahm. Noch unglücklicher war das lyr'scheDebutc»andern östreichischen Dramatikers, Friedrich Halm, der m stmen ,,Ged,chteu(Ttutg.1850) als poetischer Hofconditor auftrat, mit lauter süßen Sachelchem die Einem nuMunde zergingen. Ganz in den Kinderschuhen geht d-eMuse v°nSamul Ms^^thal („Gedichte", Wien 1847), kokett und hypernaw, wahrend Otto Prechtl-r ' ^in seinen „Gedichten" (Wien 1844) wie in seinem „Enr Jahr m