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Achter Band.
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Die neue deutsche Lyrik. 09

len" (Leipz. 1849), der die Unklarheit des östreichischen politischen Bewußtseins durchmerkwürdige Mischung liberaler und serviler Elemente an den Tag legt. Die Un-bestimmtheit der freiern Richtung, der vage Drang nach Freiheit stacht sich mHermann Rollet's Dichtungen aus („Liederkränze", Wien 1842; "Frühlingsbotenaus Ostreich", Jena 1846; „Wanderbuch eines wiener Poeten', Franks. 184k;„Frische Lieder", Ulm 1848), deren Form ebenso wenig wie der Inhalt harmomscheBefriedigung zeigt. Eduard Mautner ist in seinen „Gedichten" (Leipz. 1o4/) nuch-tern-reflectirend bei sauber gehaltener Form, aber ohne Frische, Kraft und ->r,gma-lität — Eigenschaften, die man dem Böhmen Uffo Horn („Gedichte , Leipz.nicht absprechen kann, obgleich er weniger in die Tiefen des Gemüths hwa si g,als von außen Gegebenes meist episch gestaltet. Zn merkwürdigem Gegens tzder Poesie des politischen Unbehagens, die nur mäßigen Talenten genügen konnt ,und zu der auch August Bayr in den „Östreichischen Flüchtlingen (Maul). 184/-cin Contingent stellte, tritt die mystisch-biblische Poesie eines Beda Weber („aus Tirol", Stuttg. 1842) aus, die keine jodelnden tiroler Volkslieder ertönen >apr,sondern in wehmüthigen Klagen austönt oder sich zu gewaltsamen Verzückungen er-hebt — eine Poesie, in welcher das Märtyrerthum des Geistes sich m krankhafterExtase zusammenfaßt. , . , - . ,

Wieviel episches Talent auch in den Balladen dieser Dichter verarbeitet erscheintso konnte das selbständige größere EpoS, mochte es nun heroischen.idyllischen vreligiösen Inhalts sein, doch in der jüngsten Epoche weder ,n Ostreich n °4 n' demübrigen Deutschland Wurzeln schlagen. Insoweit das Epos erne umfassende Schil-derung der Zeit, der Sitten und der Charaktere ist, und im werten Rahmen erneFülle von Begebenheiten umspannt, hatte es sein jüngerer Halbbruder, der Roman,in den Schatten gestellt und Rang und Titel des modernen Epos usurpirt. DreLangathmigkeit der Epopöen, deren Göttermaschinerie Ladislaus Pyrker zu restalwr-rcn versuchte, fand in der kurz- und schnelllebenden Zeit kein Public,»» mehr. ogewiß aber zu einem echten Epos Himmel und Erde, der Olymp und die Ho e ge-hört, das Ineinandergreifen der irdischen und überirdischen Welt, der Helden unsGötter in fester, vom Glauben der Menschen getragener Gestalt: ebenso g°w'ß ge-hört es auch nur der ersten Entwickelungsepoche der Nation und 'hrem volksthum-lichen Glauben an und muß in einer Zeit der Reflexion als e.n Tre,bhauspr°ductder nüchternen Combination erscheinen. Das geringe Terrain, das ihm der onoch gelassen, nahm, nach der mehr poetischen und künstlerischen Sei e >

epische Dichtung in Besitz, wie sie von Lenau, Meißner und Andern mit Gluck ge-pflegt wurde. Hier war es ein Kranz poetischer Erzählungen, die m einem H.^ihre Einheit fanden und in freier, meist wechselnder Rhythmik sich zukrischen Totalität vereinigten. Die Monotonie der voluminösen Stanzen, Hexameter,viersüßigcn Trochäen oder anderer durch lange Bände hindurch gepeusch ermaße war hierdurch vermieden, während gerade der Wechsel der Rhythmifeinden Inhalt die stets angemessene Form bieten konnte. Indessen wurde man s hirren, wenn man glauben wollte, die Einsicht in d>e Lebensunsahigkett des Epos habevon vergeblichen Versuchen abgehalten. Doch gerade daß von allen s z h chEpopöen) die mit der Prätension großer Kunstwerke auftraten, kein einzige sich chnur ephemere Aufmerksamkeit erwerben konnte, daß von allen diesen P chkein einziger hervorragende Begabung zeigte, ist der klarste Beweislichkeit des Epos in unserer Zeit. Denn das Talent und der Gemus d ^h -Hunderts gehen Hand in Hand, und nur die Talentlos,gkett plagt sA «"t unfruch ^baren Stoff n ab. Sehen wir uns diese Stoffe näher an ! Da A v°r all m dasreligiöse Epos, das uns neue M-ssiad-n schuf. Wir haben °m Ep°s m 12 G°sängen, „Der Heiland"; ein anderes in fünf Gefangen, ''^h^busder Uberwmd ^dann eine Evangelienharmonie der „Heiland"; einen "^wg des ' z „

Wie viele kennen die Namen ihrer Verfasser: Steger, Moritz, Arno , ßWer kennt das geistliche Gedicht „Paulus" von Seidel, oder dre b.ographsy