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China und die Länder seines Cultursystems.
deutung zu sichern; denn sie trägt das Gepräge einer Epoche, welche in großemKampfe uni geistige Freiheit und Menschenwürde ringt. Das sind nicht rasch ver-wehte Fußstapfen im Schnee, nicht flüchtige Kreise, die der Schwan im Teiche zieht— das sind die leuchtenden Spuren des in der Menschheit arbeitenden göttliche»Geistbs, allen Zeiten und noch spaten Geschlechtern sichtbar.
China und die Länder seines Cultursystems.
Die Weltstellung des chinesischen Volks.
Aas östliche Asten ward von der Natur zur Heimat einer unabhängigen, in sichgeschlossenen, großen Menschenfamilie gebildet. Im Osten und Süden vom Meere,im Westen und Norden von Bergen und Wüsteneien eingeschlossen, konnten die Be-wohner dieser Länder, sobald sie nicht zu sehr verweichlichten, mit leichter Mühe alleEinfälle der umwohnenden Nachbarn zurückschlagen. Es sind die Länder fruchtbarund anmukhig in hohem Grade; sie werden weder von unübersteiglichen Gebirgsket-ten, noch von Wüsten und Steppen durchzogen. Der Boden bringt Alles in Füllehervor, was der Mensch zur Erhaltung, zur Erheiterung und Verschönerung desLebens bedarf. Die zahlreichen großen und kleinen Flüsse, die nach allen Richtun-gen das Land durchschneiden, erleichtern die Verbindung und befördern den Aus-tausch der Erzeugnisse zwischen dem Süden und Norden.
In diesen herrlichen Gegenden des asiatischen Festlandes hat sich, wie es scheint,viel früher als sonst wo auf Erden, eine Menschenfamilie gesammelt und einen re-gelmäßigen Staat eingerichtet. In den westlichen Kreisen des heutigen Mittelreichs,auf dem Gebiete zwischen dem Hoangho im Norden und dem Kiang im Süden, längsden gemäßigten dreißiger Breitegraden, wurden von derjenigen Abtheilung Mongolen,welche wir spater unter dem Namen des Chinesischen Volks kennen lernen, dieErundnormen der künftigen staatlichen, religiösen und bürgerlichen Verfassung ent-worfen, vorausgesetzt, daß sie die Urvater nicht bereits von den benachbarten Gebir-gen mitgebracht hatten. Hier, in diesem Mesopotamien des östlichen Asien, findenwir die von allen folgenden Geschlechtern hochgeachteten Herrscher der Vorzeit, Fohiund Hoangti, Jao und Schun. Ihre zahlreichen Nachkommen schritten fort aufder von den Ahnen vorgezeichnete» Bahn. Sie bestrebten sich, die Civilisation derMitte nach allen Weltgegenden zu verbreiten. Die ringsum wohnenden rohen Han-sen, die dreifach getheilten Tataren, Mongolen, Türken und Tungusen im Norden;Japan und die andern Inseln im östlichen Meere; die Laos und Annamcsen imSüden: sie Alle wurden und werden theils in Frieden, theils mit Waffengewalt indas chinesische Cultursystem gezogen. Die Chinesen sind die Griechen und Nömerim östlichen Asien.
Die Principien und die Statigkeit seiner Cultur.
Die Urahnen des Staats und der Bildung des Mittclreichs werden in keinerBeziehung für Wesen anderer, höherer Art gehalten als ihre Söhne und Nachkom-men der spätern Jahrhunderte. Sie sind weder von einer übermenschlichen Kraftbeseelt, noch.steht ihnen eine Gottheit lehrend und warnend zur Seite. Die Er-zeugnisse, welche sie der Welt hinterließen, sind dem eigenen Geiste, dem eigenenHerzen entquollen. Alle Menschen sind gleich; ein Unterschied der Gattung oderauch nur in Kasten und erblichen Ständen wird nicht gesunden. Durch sich selbst,durch Arbeit und Entsagung, so lehren die Weisen des Mittclreichs, ward von jeherund wird zu allen Zeiten das Göttliche oder Menschliche herangebildet. Im Gegen-