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Achter Band.
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102 China und die Länder seines Cnltursystems.

und trete» aufs Kreuz, dann wird die Strafe um einen Grad gemildert. Die Ge-setze des Reichs sind unerbittlich strenge; doch gestatten sie den Menschen, ihre Feh-ler zu bereuen. Sind nun unter euch einfältigen Leuten einige Irregeleitete oderAbtrünnige, o daß sie keine Zeit verlieren und hierher kommen, auf daß sie sich durchein reumüthiges Bekenntniß aus den Netzen des Gesetzes erretten! Diejenigen,welche widerstreben, die diesen Erlaß mit unfreundlichen Augen ansehen und inihrem Irrthum beharren, werde ich, die Pflicht gebietet es mir, ergreifen lassen, siezu Gericht und Strafe ziehen, zur Warnung der Dummen und Schlechten. Fami-lien wissenschaftlicher Blüte, die Beamten und die Nachkomme» der Beamten müssenalsbald Normen über die Anbetung in den Ahnentempeln festsetzen; sie müssen dieSöhne, die Brüder und Freunde, welche dem Christenthume anhängen, von ihremStamme ausstoßen, als Leute, die freiwillig jede Verbindung mit der ganzen Ver-wandtschaft in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abgebrochen haben. Siemüssen sie alsbald den Behörden anzeigen, damit, sie gerichtlich bestraft und die na-türlichen Beziehungen zwischen Menschen und Menschen wiederhergestellt werden.Die Dorfschaftcn, die Bürgermeister und alle Einwohner sollen augenblicklich sorg-fältige Nachforschungen anstellen. Entdecken sie Leute, welche zum Christenthumeverführen wollen, so dürfen sie nicht zugeben', daß die Bevölkerung verlockt oderaufgereizt würde. Zm Gegentheil, diese Verführer müssen den Vorgesetzten ange-zeigt und gefangen genommen werden. In solcher Weise allein können die Herzengereinigt und die Gesetze beobachtet werden. Alles zittere und gehorche; Niemandwidersetze sich. Eine besondere Bekanntmachung, am 7. Monat des 30. JahresTaokuang" (8. Aug. 1850).

Taokuang und Hienfong.

Die ursprüngliche Heimat des tungusischen Mandschu ist bei dem langen wei-ßen Berge, dessen erfrischende Lüfte, schattenreiche Bäume, herrliche Pflanzen undHeilkräuter jeder Art von dem kaiserlichen Dichter Kienlong in einfachen ergreifendenWorten gepriesen werden. Woher der Name stammt, wird wol niemals mit Si--cherheit angegeben werden können. Die Chinesen wissen ihn nicht zu deuten. Nacheiner Sage der Buddhaisten wäre Mandschu eine Verkürzung ihres WeltregentenMandschufri. Taitsu, der große Ahne des Herrscherhauses, dessen Geschlecht aufeinen wundervoll erzeugten Stammvater, Aischin Eioro, zurückgeführt wird, ist derChlodwig des Volks. Es unterwarf sich dieser Häuptling während des erstenViertels des 17. Jahrhunderts viele unabhängige Stämme der Tungusen und ver-einigte sie zu einem Volke, sodaß seine Herrschaft sich damals schon von den Gren-zen Chinas bis hoch hinauf zum schwarzen Drachenstrome, von uns Amur genannt,erstreckte.

Vor den Zeiten des Großen Ahnen erkannten die Mandschu die.Dberhcrrlichkeitdes chinesischen Reichs. Dieser Fürst fühlte sich aber so mächtig, daß er (1616)den Ming oder der Leuchtenden Dynastie, welche seit dem Sturze der Mongolen(1368) über alle Länder des eigentlichen China (im mittlern und nordöstlichen Asienkonnte sie sich niemals behaupten) gebot, den Gehorsam aufkündigte. Sein Nachfol-ger Taitsong oder der Überausehrwürdigc führte (1636) die Titel der Gebieter desMittelreichs und nannte sich Hoangti, Erhabener Herrscher. Er war es, der seiner-Familie nach chinesischer Weise einen hochfliegenden Ehrennamen, Taitsing - Tschao,das überansreine oder fleckenlose Herrscherhaus, beilegte.

Die Wirren in den Ländern der Ming beförderten die ehrgeizigen Plane derNachkommen des Aischin Gioro; sie bemächtigten sich (1644) der Hauptstadt undnach langen, blutig barbarischen Kämpfen des ganzen Mittelreichs. Ein Neffe desTaitsong ward auf den Thron erhoben, dessen Negierungszeit (1644—61) nach chi-nesischer Sitte die Ehrcnbenennung Schuntschi erhalten hat. Solche Ruhn, undGlück verheißende Ehrenbencnnungen werden im Westen gemeinhin irrthümlicherweisefür die Namen der Herrscher selbst genommen.