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Achter Band.
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China und die Länder seines Cultnrsystems. 111

nig führt nach der chinesischen Aussprache der Charaktere — im Koreanischen lau-ten sie anders — den Namen Lihoan, und ist im Jahre 1840 zur Regierung ge-kommen. Die Japanesen behaupten, Korea sei in Wahrheit ihnen lehnspflichtig;aus Furcht allein füge man sich der Anmaßung des Mittelreichs. Die Koreanensind ein hochgewachsenes stämmiges Volk und viel kräftiger als die Bewohner Chi-nas und Japans. Ein Koreaner, sagt ein japanischer Schriftsteller, braucht gewöhn-lich so viel als zwei meiner Landsleute. Es ist ein eigensinniges, listiges, faules^olk und sxhr mistrauisch gegen die Fremden.' Die 14 Häfen des Landes sindstark befestigt; ganze Flotten liegen hier, die gut bewaffnet und bemannt sind, umjeden Angriff zurückzuschlagen. Die Europäer, welche in den letzten Jahren an denkoreanischen Küsten Schiffbruch litten, sind zwar scharf bewacht, aber im Ganzengut behandelt worden. Die Behörden haben sie chinesischen Kauffahrern übergebenund so aus dem Lande bringen lassen.

Die Lieukieu und Japan.

Der Häuptling der bedeutenden Inselgruppe Lieukieu, von den Japanen undden Engländern Lutschu genannt, erkennt die Oberherrlichkeit der beiden ReicheChina und Japan. Die Gruppe, in einem Umfange von 150 Quadratmeilen, hatcme japanische Bevölkerung, während die Leute des benachbarten Taiwan oder For-uiosa zur malaischen Nacc gehören. Sie wurde in den letzten Jahren mehrmals vonenglsichen Kriegs- und Handelsschiffen besucht, und ein gewisser Ivi-. Bettclheim, einärztlicher Missionar aus Ungarn, welcher im Dienste der englischen Missions- undBibelgesellschaft steht, hat sich hier seit längerer Zeit niedergelassen. Der evange-lische Sendbote ist durch ein Schreiben der britischen Regierung, das vom Dam-pser „Sphinx" (Februar 1852) überbracht wurde, dem Regenten empfohlen wor-den. ^ Er genießt, wie es scheint, vollkommene Freiheit und beschäftigt sich mitder Übersetzung der Heiligen Schrift in die Landessprache. Das kleine JnselreichWurde im vortreffllichcn Zustande gefunden. Gute Straßen durchziehen das Landvon einem Ende zum ändern, und über die Flüsse führen prachtvolle breite Brücken.Die Häuser sind schön und bequem; die gute innere Einrichtung zeigt von Geschmackund großem Wohlstände. Der trefflich angebaute Boden bringt Reis, Zuckerrohr,Taback, viele Geinüse und allerlei Getreidearten hervor. Die freundlichen, genügsa-men und gebildeten Bewohner dieser herrlichen Inseln scheinen aber nicht lange mehrihrer Ruhe und ihres Glücks sich erfreuen zu dürfen. Die Engländer, „unersättlich>vie die Walfische und gierig wie der Seidenwurm auf dem Maulbeerbaume", wer-den auch hier Gelegenheit suchen und finden, einen Streit zu beginnen; sie werdenstch der fruchtbaren, mit herrlichen Häfen versehenen und für die Schiffahrt in denaustralischen Gewässern so wichtigen Inseln bemächtigen, und die Eingeborenen müs-sen auch hier, wie auf Neuseeland und der Hawaigruppe, der angelsächsischen Raceerliegen.

Der Sturm, welcher sich bereits seit einigen Jahrzehnden um Japan zusammen-zieht, scheint hier noch viel eher als über die andern Länder des chinesischen Cultur-systems loszubrechen. Das Reich gegen Osten — das heißt Japan zu deutsch —besteht aus drei groß;,, Inseln: Nippon (Sonnenaufgang), Kiu-siu (neun Provin-zen), Sikok (vier Reiche) und aus einer Menge kleiner Eilande und Felsen, derenAnzahl sich nach japanischen Angaben auf 8511 beläuft, wovon aber gewöhnlichuur einige ihrer Wichtigkeit wegen namentlich aufgeführt werden. Es gehören über-dies mehre auswärtige Besitzungen zu diesen. Reiche, wie Jeso und die südlichstenKursieu Kunasiri (Kunaschir), Tschikoton, Jetorop und Urup, die östlich von Nippongelegene,, Mo-nin oder menschenleeren Inseln, und der südliche Theil der Inselarakai oder Krasto, von den Japanern auch Kito Jeso oder das nördliche Jesogenannt. Der Umfang aller der von den Japanern zu ihrem Reiche gerechnetenLander beläuft sich, „ach einheimischen Karten, auf 7400 Quadratmeilen, mit einerBevölkerung vo„ 2g Millionen Einwohnern.