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Die Alpen.
Menge der atmosphärische» Niederschlage ist nicht in allen Alpentheilen gleich; sieist im Gegentheile an der Nvrdseike des Gebirgs weit geringer als an der südlichenAbdachung, wo die mit Feuchtigkeit gesättigten Winde des Mittelländischen Meeresanlangen. Im Mittel der vermiedenen Stationen erhält man:
für den Südabhang der Alpen 54,25 pariser Zoll jährlichen atmosphärischen Niedrrschlags,für die Nordseite „ „ 33 ,02 „ „ „ „ „
für den Westabhang „ „ 44,W „ „ „ „
In den benachbarten Ebenen ist die Regenmenge bei weitem geringer, nur ineinigen andern gebirgigen Gegenden Europas kommen ähnliche Regenmengen vor,z. B. in dem Berglande der britischen Inseln, wo dieselben im Jahresmittel 38,szZoll erreicht. In Deutschland hingegen ist die Regen- und Schneemasse weit ge-ringer. Man erhält für Süddeutschland eine Höhe des jährlichen atmosphärischenNiederschlags von 23 Zoll, hingegen für Nord- und Mitteldeutschland nur von 19 ,02Zoll. Außer den Schnee- und Regcnfä'llen ist besonders in den Hähern Theilen derAlpen die Belhauung sehr stark und häufig. Als Resultat dieser Verhältnisse trifftman in den Alpen eine ungemeine Anzahl großer und schöner Quellen, welche zahl-reiche kleine Wildbäche bilden, die über die Abhänge herab sich in die Flüsse dergrößer« Thäler'ergießen.
Als die wichtigsten Flüsse und Ströme des Alpensystems sind folgende zu nen-nen: die Rhone in den Westalpen, welche den Gensersee bildet und die Arve,Jftre, Durance als Hauptnebenflüsse hat; der Po mit der Dora Baltea, Sesia, demTessin, der Adda; die Etsch mit der Eisack. Nach Norden entsenden zunächst dieAlpen der Schweiz den Rhein mit der Aar, während in Baicrn und Ostreich»»gemein zahlreiche Nebenflüsse des Donaugcbiets: der Lech, die Jsar, der Jnn mitder Salza, die Traun und Ens, und weiter östlich aus dem Innern der Alpen dieSau und Drau entströmen.
Die Längenentwickelung einzelner Alpenströme bis zu ihrer Mündung in dasMeer ist sehr bedeutend. Ich führe in der folgenden Tabelle einige Zahlen alsBeispiele an:
Namen.
Direkter Abstandzwischen Quelle undMündung.
Stromentwickelung.
Stromgebiet.
Rhein.
90 Meilen.
150 Meilen.
4000 Ouadratm.
Rhone.
60 „
109 „
1760 „
Po..
58 „
88 „
1200
Donau.
220, „
365 ,,
14400
Ein für die hydrographischen Verhältnisse der Alpen sehr wichtige Eigenthüm-lichkeit ist die große Anzahl ausgedehnter Seen, welche sich in denselben befinden,die zu gleicher Zeit sehr wesentlich zu dem malerischen Charakter dieses herrlichenGebirgs beitragen. Es ist merkwürdig, daß dieselben meist auf den Rand der Al-pen sowol im Norden als im Süden beschränkt sind, während sie im Innern dergroßen Gruppen, wo die Erhebung am regelmäßigsten und am zusammenhängendstenist, gänzlich fehlen. Auffallend ist auch die große Tiefe einiger Alpcnseen, welche7 —1200 Fuß beträgt; sie erreicht z. B. am Thunersee 850, am Gensersee 950,am Mondsee 1200, am Comersee 1200 Fuß.- Wie sehr muß es überraschen,wenn man hiermit vergleicht, daß manche auf sehr bedeutenden Strecken
eine Tiefe von 3 — 600 Fuß nicht übersteigen, daß z. B. die Ostsee in der Mittenur 180—240 Fuß Tiefe hat. Ich Will damit jedoch nicht die irrige Ansicht ver-breiten, als ob die Meere überall so seicht seien; man weiß im Gegentheile, daß derunermüdliche und kühne Capitän Roß an verschiedenen Punkten des Polarmecres