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Achter Band.
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Die Alpen.

II. Geologie.

Es wurde bereits schon erwähnt, daß die geographische Gliederung und Son-^rung des Alpensystems und sein Zusammenhang mit den zunächst anschließendenGebirgen noch weit deutlicher hervortritt, wenn man specieller aus geologische Be-trachtungen eingeht. Es zeigt sich dann, daß die Alpen, Apenninen, der Jura undr ^*paten in ihrer orographischen und geologischen Bildung die vielfachsten Wech-selbeziehungen und Analogien haben. Die drei erster« Gebirge hängen zusammenA Gebirgslande, welches die ersten Zuflüsse der Durance und des Po vereinigt.

er Apennin zieht sich durch ganz Italien hinab, und behält ganz den geologischen^-harakter der Kalkalpen, während in nordöstlicher Richtung von den savoyischcn Al-pen aus das Juragebirge durch Frankreich, die Schweiz, Würtemberg und Frankensich bis nach Bamberg erstreckt. Am östlichen Rande der Alpen, in Östreich und^teiermark, schließen sich denselben die Karpaten an, welche Ungarn in einem weiten^°grn umziehen, und in ihren Steinarten und deren Anordnung sich als deutlicheFortsetzung der alpinen Bildungen erweisen.

Die Alpen sind unter den hier angeführten Gcbirgszügen nicht nur in Bezie-11 "^? ihre Ausdehnung und Mächtigkeit, sondern auch in Rücksicht auf die Man-lcysaltrgkeit und Abwechselung in der Form der Erhebung, und auf die Verschie-.?'?">gkcit der Gesteinart ausgezeichnet. Die Apenninen und der Jura setzen aus»iHueßlich mächtige Kalkmafscn und Sandsteine zusammen, ganz ähnlich in Bezug aufIhr Alter jenen der Alpen; und die langgestreckten wellenförmigen Höhenzügc dieserbeiden Eesteinmassen bilden im Apennin den charakteristischen Hintergrund der italie-nischen Landschaften. Außer diesen Gesteinen treten aber in den Alpen als wesent-liches Unterscheidungszeichen noch ausgedehnte Massen krystallinischer Schiefer auf,welche m sehr mannichfaltiger Zusammensetzung besonders die centralen und höchstenGruppen einnehmen.

s) Felsarten und geologische Structur der Centralalpen.

Ich darf hier zum nähern Verständniß wol einige Bemerkungen über die Be-schaffenheit einiger der wichtigsten Gesteine vorausschicken, welchen man in den Alpenbegegnet. Die feste Erdkruste besteht bekanntlich aus verschiedenartiger Mineralver-bindung, welche man Gesteine, Felsarten oder Gcbirgsarten nennt. Je nach ihrer3usammensetzung und ihrer gegenseitigen Lage zeigen sie sehr wesentliche Verschieden-heiten. Die einen sind in regelmäßigen Felslagen oder Schichten aufgehäuft, wäh-rend wieder andere große unregelmäßige und compacte Massen bilden, oder auchSpalten in andern Gesteinen erfüllen. Die schichtartig gelagerten Felsen, Sand-steine, Kalksteine, Mergel u. s. w., wurden sämmtlich durch Absatz der im Wassersuspendirten festen Theilchen gebildet: man nennt sie Sedimentgesteine oder neptu-nische Bildungen. Die Plutonischen Gesteine, auch Primitiv- »der Massengesteinegenannt, bilden eine zweite große Classe von Felsarten, und sind weit härter undkrystallinischer. Manche derselben wurden auf feuerflüssigem Wege aus dem Innernder Erde hervorgepreßt. Unter diesen krystallinischen und metamorphischen Gestei-nen, welche eben gerade die höchsten centralen Gruppen der Alpen bilden, haben füruns einige besondere Wichtigkeit, z. B. der Granit, Gneuß, Glimmerschiefer u. s. w.Es sind nur einige wenige sehr verbreitete und sehr allgemein bekannte Mineralien,welche diese Gesteine im Wesentlichen zusammensetzen. Dazu gehört vor allem der^-uarz, ein sehr hartes Mineral von weißer oder milchiger Farbe, mehr oder minderdurchsichtig dessen schöne und regelmäßige Formen als Bergkrystall allgemein bekanntsein dürften. Auch ist es der Quarz, der, mit Kali zusammengeschmolzen, dasdurchsichtige G^s der Fenster bildet. Ein zweiter wesentlicher Bestandtheil dieserGesteine iy der Fcldspath, von gelblich-weißer Farbe, ein Mineral, welches bei seinerZersetzung und Verwitterung die Porzellanerde bildet. Mit diesen beiden Substan-zen gemengt trifft man überdies stets kleine glänzende Blättchen von Glimmer, derDie Gegenwart. VIH. ^