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Achter Band.
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130 Die Alpen.

bald grün, grau, braun oder schwarz ist und dem Gesteine ein getüpfeltes Ansehengibt. Diese drei Mineralien können in sehr verschiedener Weise zusammentreten unddadurch mannichsache Abänderungen von Felsarten bilden. In den Alpen gesellt sichzu ihnen besonders noch der Talk, eine glänzende, fettige, graue, schwärzliche oder gräu-liche Substanz. Die Felsarten von solcher Beschaffenheit nun bilden den Hauptkammder Alpen vom Mittelländischen Meere bis nach Ungarn. Man begegnet ihnen stetswieder, sobald man einen der Hauptpäffe dieses Gebirgs überschreitet. Aus ihnen beste-hen die höchsten Felsengipfel; auch liegen die meisten und besonders fast alle größer»Gletscher der Alpen in den Thälern. dieser Felsarten. Da, wo die Anordnung dersel-ben am regelmäßigsten ist, befindet sich ein Kern oder Centrum von Granit und vonGneuß, um welche sich andere, weniger krystallinische Schiefer lagern. Diese socharakteristische Form der alpinen Centralmassen trifft man schon in den französischenAlpen der Dauphins; besonders deutlich entwickelt jedoch ist sie in den Gruppen desMontblanc, des Finsteraarhorns, des St.-Gotthard u. s. w. Ein sehr schönesund bekanntes Beispiel ist die Montblancgruppe, in welcher der Zusammenhang derorographischen Gestaltung und der geologischen Zusammensetzung so klar hervortritt.Die granitische Gebirgsmasse wird von den tiefen Thälern von Chamounix, derAllee Manche, Val Ferret und von den Paffen des Col de Balme, Col de Bon-homme, Col de la Seigne u. s. w. umgrenzt. Auf dem höchst interessanten Wegeum die ganze Gebirgsgruppe, welche man lo tour ein klont blano nennt, hat manGelegenheit, die eigenthümliche geologische Struktur in ihren allgemeinsten Umrissenleicht aufzufassen. Man erblickt fast stets auf der einen Seite die hohen steilen Fel-senwände des Granits und Gneußes, während auf dem entgegengesetzten Thalge-hänge die weniger hohen Kalk- und Schieferzüge sich befinden, die der Granitdurchbrochen und emporgehoben hat. Der Col de la Seigne, die Wasserscheidezwischen der Rhone und dem Po, gewährt zugleich eine sehr gute Übersicht überden Abschuß der Granitmassen gegen das sie umgrenzende Thal der Allee Manche.K. Ritter hat in seiner meisterhaften Weise das letztere Verhältniß in folgendenWorten vortrefflich geschildert: „Der Montblanc scheint hier, nach Saussure's soWahrem Ausdruck, init einer unzähligen Menge von Granitpyramiden conccntrischumsetzt zu sein, wie die Artischocke mit ihren Blättern. Alle diese Felshörncr erhal-ten hier die so charakteristische Form der schmalen Nadeln oder Aiguillen, weil mannicht die breite Seite der ungeheuren Tafeln, aus denen sie bestehen, en wcs hat,sondern nur ihre geringere Mächtigkeit, die wie eine Schärfe erscheint bei der außer-ordentlichen Erhebung und dem Steilabsturz der Seitenflächen nach der vordemThaltiefe oder deren schneeigen Rückwand. Die ungeheuerste Ansicht dieser Art,welche zugleich das erhabenste Gemälde der Alpennatur darbietet, und vielleicht sichnur noch einmal auf der Erde in dem Hochgebirge der Himalaja Indiens in solchemMaßstabe wiederholen mag, ist der Blick vom Col de la Seigne und aus der AlleeManche gegen Osten, wo die kolossalsten Felspyramiden aus fast senkrechten Gra-nittafeln, dicht über dem Spiegel des lauchgrünen Combalsees, in grausenerregenderWildheit am Südfuße des 9600 Fuß thurmartig emporragenden Montblanc, zwi-schen Gletscherströmen eingeengt, sich erheben, und die letzten Vorstufen des Niefen-baus gegen das grüne Alpenthal sind, von welchem das stufenartig aufsteigendeFelsgerüst gegen den Hochgipfel den sinneverwirrendsten Anblick gewährt, da keinanderer Standpunkt in Hinsicht der rasenden Steilheit und der gewaltigen Höhe biszur überhängenden Fclsenstirn des Montblancgipfels, wenigstens auf europäischemErdengebiete, mit diesem zu vergleichen ist."

Jedoch nicht in allen Centralgruppen sind diese Lagerungsverhältnisse so schönwie in der Montblanc- oder Finsteraarhorngruppe zu betrachten. Der Gneuß undGranit tritt oft unregelmäßiger auf, und die andern krystallinischen Schiefer, inwechselnder Zusammensetzung, bilden dann fast die ganze Hauptmasse des Gebirgs-Die Berge, welche aus diesen Fclsarten bestehen, lassen sich schon durch ihre äußernFormen erkennen. Man trifft meist dunklere, rothbraune Farben, und die Abhänge,