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Achter Band.
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132 Die Alpen.

sehr zusammenhangende und lange Strecken zu bedecken, sondern sie wurde großen-teils in einzelnen, obgleich sehr ausgedehnten Meeresbecken abgesetzt. In den Alpenist sie besonders an den beiden Rändern in großen Felsmaffen entwickelt. An dieseFormation schließen sich hierauf die ältern Diluvialmafsen und neuern Allusionenund Geröllablagerungen der Meere, Flüsse und Seen an, welche in vielen Theilender Erde, z. B. in der norddeutschen Ebene, in Baiern und Ostreich, in dem un-garischen Tieflande bedeutende Flächen bedecken.

Es ist sehr schwierig, besonders in einem so großen und verwickelten GebirgeWie die Alpen, zu bestimmen, zu welcher von diesen Formationen eine Felsmassegehöre. Erst in neuerer Zeit, mit Hülfe der Resultate, welche ein specielles Stu-dium der Versteinerungen in den verschiedensten Theilen der Erde geliefert hat, istes möglich geworden, die großen Massen neptunischer Bildungen in den Alpenebenso sicher und bestimmt zu classificiren, wie es in kleinern Gebirgen bereits frühergeschehen war, und sie so, nach naturgemäßen Principien geordnet, mit den entspre-chenden Formationen auf der ganzen Erdoberfläche zu vergleichen. In frühererZeit, und noch in den ersten Zahrzehnden dieses Jahrhunderts, waren selbst die be-rühmtesten Geologen in großer Verlegenheit über die Classification der neptunischenGesteine der Alpen.

In den ältern geologischen Systemen nämlich, besonders in jenem, welches vondem berühmten Mineralogen Werner in Freiberg herrührte, wurden die Felsartennach ihren äußern mineralogischen Charakteren beurtheilt, z. B. nach ihrer Farbe,Härte u. s. w. Man ging dabei zunächst von der Untersuchung der Gesteine inSachsen, Thüringen, dem Harze und andern Gegenden aus, wobei sich allerdingsmit großer Regelmäßigkeit zeigte, daß die ältern tieferliegenden Kalk- und Sandsteineim Allgemeinen härter und krystallinischer sind als die jüngern über ihnen lagerndenSchichten. Jedoch diese Kennzeichen verloren bedeutend an Nichtigkeit und Brauch-barkeit, sobald man versuchte, die Beobachtungen auf verschiedene Gebirge der Erd-oberfläche auszudehnen. Gerade in den Alpen sind alle Kalk- und Sandsteine weithärter und fester als die entsprechenden Formationen in andern Gebirgen. Indemman sich an die äußern Kennzeichen hielt und zu gleicher Zeit die so hohen Ee-birgszüge betrachtete, welche diese Kalksteinmassen in den Alpen bilden, wurde mananfangs zu dem Irrthume verleitet, sie für weit älter zu erachten, als sie in derThat sind. Erst später, in den Jahren 1819 und 1820, haben Bakewell, Buck-land, Brongniart und Andere die Principien der neuern Paläontologischen Geologie,die bei Untersuchung der englischen Gebirge so sehr schöne und allgemeine Resultategeliefert hatte, auch aus die Erforschung der Alpen angewendet. In neuerer Zeitförderten, nächst L. von Buch, Studer, Hauer und Andere, besonders der ausge-zeichnete englische Geologe Murchison die Kenntniß der Sedimentärgesteine der Alpenwesentlich. Letzterer hat in seiner Arbeit „Gebirgsbau in den Alpen, Karpaten undApenninen" (deutsch von G. Leonhard, Stuttg. 1850), eine sehr übersichtliche Dar-stellung der Formationen entworfen.

o) Paläontologische Resultate.

Die Untersuchung der fossilen Thiere und Pflanzen hat der Geologie, folglichauch dem Studium der Alpenwelt einen ungemeinen Dienst erwiesen, indem mandie besten und sichersten Mittel erhielt, die Aufeinanderfolge verschiedener Ablagerun-gen anzugeben, die gleichzeitigen unter denselben zu erkennen und ihr relatives Alterzu bestimmen. Es sei mir daher erlaubt, hier einen flüchtigen Blick auf die Haupt-resultate der paläontologischen Forschungen neuester Zeit zu werfen. Die Paläonto-logie hat gezeigt, daß in jeder großen Formation eine specielle Fauna begraben liegt,d. h. daß in jeder der großen Epochen in der Bildung unserer Erde auf dem Kon-tinent und in den Meeren eine Vereinigung von Thieren lebte, verschieden von denender vorhergegangenen und nachfolgenden Perioden. Durch die Entwersung genauerListen dieser Reste erhält man so das beste Mittel, das Alter der Formationen zu