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Achter Band.
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Die Alpen. - 135

genthümlichkeiken aufmerksam wurde. Lange Zeit hat man sich begnügt, diese son-derbaren Bergformen des südlichen Tirol, der trientiner und vcnctianer Alpen ausder Ferne zu betrachten, bis zuerst im Jahre 1828 eine specielle Untersuchung dieserganzen Formation durch L. von Buch bekannt gemacht wurde, deren Resultate fürdie Geologie von der größten und allgemeinsten Bedeutung waren. Mit diesen Do-lomitmassen vereinigt fand man andere Kalk- und Mergellager, aus denen nach undnach eine große Reihe der schönsten Petrefacte hervorgezogen wurden, welche dieseBcrgmassen als im Wesentlichen übereinstimmend mit der Formation des Muschel-kalks der deutschen Gebirge darlegte. Aber außer diesen an sich schon so merkwür-digen Schichten kommen in diesen Theilen der Alpen noch große Massen von Mela-Phyr und rothem Porphyr vor, eines feldspathhaltigen Plutonischen Gesteins. DieseFelsarten haben auf die merkwürdigste Weise alle'Schichten der Sedimentärgesteinedurchbrochen und einen großen Einfluß auf die Emporhebung und Oberflächengcstal-tung der südlichen Alpen ausgeübt.

^ e) Lertiärbildungen am Rande der Alpen.

Die tertiären Bildungen begleiten allenthalben in größerer oder geringerer Aus-dehnung den Rand der Alpen; sie werden theils aus Sandsteinen (Melasse), therlsaus großen durch Kalk und Mergel fest verkitteten Geröllmassen gebildet. Der NameNagelflue, ursprünglich von den Bewohnern der Schweiz gebraucht, ist für dieseletztere FelSart allgemein in der Wissenschaft angenommen worden. Die Zusammen-setzung dieser tertiären Gesteine in den östlichen Alpen wurde in den schönen Arbei-ten der wiener Geologen, besonders durch Partsch, Czizek, Hörnes und Andere,trefflich erläutert. *) Im unmittelbarem Zusammenhange stehen die tertiären Abla-gerungen von Oberöstreich, Südbaiern und der Schweiz. Hier erreichen dieselbeneine ungemeine Ausdehnung und Mächtigkeit. Sie ziehen sich hierauf weiter west-lich nach Genf, Chambcry u. s. w-, zuweilen nur in schmalen Streifen, längs demganzen Westrande der Alpen fort, und endigen zuletzt in dem großen tertiärenBecken von Marseille. In dieser tertiären Epoche lassen sich zwei Arten von Bil-dungen unterscheiden. Die eine ist eine Meeresbildung und enthält die Reste jenerThiere, welche nur im salzigen Wasser leben können, während hingegen die zweiteeine Süßwaffcrbildung ist, die an den Ufern und auf dem Boden kleinerer odergrößerer Landseen sich ablagerte. Die Meeresformation bildet, wie Escher kürzlichsehr gut nachgewiesen hat, gewöhnlich die tiefern Schichten; über ihr liegen dieSüßwasserbildungen, welche sehr häufig abermals von Meerablagerungen überdecktwerden. Dieser sehr interessante Wechsel rührt daher, daß zu verschiedenen Zeitender langen Tcrtiärperiode bald die Meere an einzelnen Stellen nach und nach gänz-lich ausgetrocknet waren oder abflössen, und sich dann an ihre Stelle Süßwasseran-sammlungen bildeten. Bei abermaligen Veränderungen in der Gestalt der Erdober-fläche, bei Hebungen oder Zerreißungen einzelner Ketten dräng jedoch wiederum salzigesMeerwasser in diese Becken herein und brachte aufs neue eine veränderte, nämlichmarine Fauna mit sich.

In diese,Epoche fällt auch das erste Auftreten vieler großen Säugethiere, derenmerkwürdige Überreste und vollkommen erhaltene Skelette jetzt eine Zierde der pa-läontologischen Sammlungen bilden. Es ist sehr bemerkenswerth, daß alle dieseThiere jetzt gänzlich ausgestorbenen Arten angehören, und daß ihnen verwandteGeschöpfe nur noch in den Tropenzonen vorkommen. Natürlicherweise mußte manhieraus folgern, daß damals auch an deni Rande der Alpen ein Klima ähnlichdem der Tropen geherrscht habe. Diese Annahme wird auch vollständig bestätigt

*) Die geologischen Verhältnisse der Lstreichstchcn Alpenlän^geologischen Reichsanstalt guter Hawmger s Direction ^ Etlichen Alp-n ^

sucht. Haidinger's schone Übersichtskarte und Morlot s Karte der noroo,

Studium sehr zu empfehlen.