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Achter Band.
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Die Alpen.

Hügel einzelner Völkcrstämme durch mehre Jahrhunderte unversehrt erhalten. Ja,

^ Eschanzungen, die sogleich bei ihrer Errichtung mit Nasen belegt wurden,

Y n noch genau die Böschungen der äußern und innern Seiten bewahrt, welchean bei römischen militärischen Schriftstellern als Regel für ähnliche Constructionenangegeben findet. Wie nöthig die Vegetation sei, um die Erdkrume festzuhalten undan einen bestimmten Punkt zu binden, sieht man auch sehr deutlich in den Alpen,erbäte e ^.^umc, von Nasen bedeckt, auf Neigungen von 20—35" sich sehr häufigjedoch an einer ähnlichen Stelle aus irgend einem Grunde die Nascn-die Se'n so wäscht der Regen sehr bald die blosgelegte Erde hinweg, und

o. ^eibt dann entweder ganz kahl, oder es bedarf wenigstens sehr langer

2>, bis sich hier und da einzelne Erdansammlungen und mit ihnen eine spärlicheVegetation wieder bilden kann.

schließen diesen Abschnitt mit der Erwähnung eines für die Alpen sehr char-akteristischen Phänomens: mit jenem der Erdstürze oder Bergfälle. Es geschieht nämlichlets, daß an den Abhängen die angehäuften Schutt- und Trümmermafseu, wenn ihre-Aenge sehr bedeutend geworden, und besonders wenn bei heftigen Regengüssen der dar-unter enthaltene Lehm und Sand mit Wasser durchtränkt „wurde, sich loslösen und^ dem Gewichte ihrer Schwere in die Tiefe stürzen. Ähnliche Erscheinungen inemerm Maßstabe wiederholen sich alljährlich an den Abhängen der Berge, die dannsn den Alpen der Anlage von Straßen sehr gefährlich werden. Weit seltener sindjene großen und mächtigen Bergstürze, die sich vorzugsweise in jenen Theilen derAlpen ereignen, welche aus brüchigen Talkschiesern und Glimmerschiefern bestehen.Es häufen sich hier oft während langer Zeit die Schuttmassen in dem Innern klei«ner Seitenthäler an, und wenn ihre Menge zu bedeutend geworden, oder wenn hef-Ige Regengüsse erfolgen, so kommt die ganze Masse in Bewegung. Bäche werdenm ihrem Laufe aufgehalten: sie bilden kleine Seen, deren Wasser noch mehr zurBewegung der teigigen Erd- und Schlammmasse beiträgt, welche aus ihrem WegeFelder, Wiesen, Waldungen, selbst Häuser mit sich nimmt und dadurch sich stetsvergrößert. Die Bewegung dieser zähen Masse ist dabei nicht, wie jene einer Schnee-lavinc, ungcmein rasch. Im Gegentheil schiebt sich zuweilen der träge Schutt- undSchlammstrom nur mit einer äußerst geringen Schnelligkeit vorwärts, bis er end-lich in die breiten Sohlen der tiefern Thäler gelangt, wo sich nun die Massefächerförmig nach allen Seiten ausbreitet, gerade wie es die Ablagerungen großerFlüsse bei ihrer Mündung in das Meer thun, wo z. B. der Nil, die Rhone oderder Po deltaförmige Schuttanlagerungen, jedoch in einem unvergleichlich größer«Maßstabe gebildet haben. Diese fächerförmig ausgebreiteten Bergstürze trifft mauw den Thalsohlen der großen Alpenthäler oft in überraschender Anzahl an. Ichnenne hier als Beispiele die Thäler der Drau, der Etsch oberhalb Meran, das ThalVon Aosta, jenes der Jsere bei Grenoble u. s. w. Ähnliche Bergstürze haben sichin historischen Zeiten mehre male ereignet. Einer der größten und merkwürdigsienist jener, welcher im 8. Jahrhundert das alte Städtchen Meran gänzlich unter sei-nen Schuttmassen begraben hat. Die Erdstürze sind nicht in demselben Grade, alsman wol voraussehen möchte, der Fruchtbarkeit eines Thals hinderlich. Sie enthal-ten stets bedeutende Mengen thonigcr Bestandtheile, und nach einigen Jahren schonfangen sie stellenweise, an sich mit Vegetation zu bedecken. Ja, in manchen derleiten und sehr wenig geneigten Längenthäler erweisen sie sich der Anlage von Cul-turen sehr günstig, weil sie vor den Versumpfungen der tiefern Thalsohle geschütztzugleich eine mehr sonnige Lage haben, sodaß man vorzugsweise auf ihnenschon bebaute Felder und in den südlichen Alpentheilen Weingärten und reizende«astamenwäldchen findet, die hier den Fuß der höher« Abhänge begrenzen.

Eroße Abrutschungen von ganzen Bergmassen mit allen darauf befindlichen Cul-turen, Waldungen u. s. w. entstehen besonders dann, wenn, wie es in den Kalk-alpen und vorzüglich in den Molassebergen am Nordrande der Alpen der Fall ist.Die Gegenwart. Vlli. 10